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Dembele vor Wechsel zu Barcelona

Das wochenlange Wechseltheater um den streikenden und suspendierten Dortmunder Ousmane Dembele steht kurz vor dem Abschluss. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kündigte am Donnerstag eine baldige Entscheidung im Streit über den möglichen Transfer zum FC Barcelona an. Vorerst hat Watzke Medienberichte über eine Einigung noch dementiert.

„Eine Entscheidung naht“, sagte Watzke am Donnerstagabend am Rande der Champions-League-Auslosung in Monaco. Eine Einigung bestätigte er zunächst zwar noch nicht, betonte aber: „Es wäre schon gut, wenn wir am Wochenende Klarheit hätten.“ Unter anderen hatten die „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) und die französische Sportzeitung „L’Equipe“ berichtet, dass sich die beiden Clubs am Rande der Gruppenauslosung zur Champions League im Fürstentum über einen Transfer des 20-jährigen Ausnahmetalents zu den Katalanen verständigt hätten.

Wechsel für 150 Millionen Euro?

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll Dortmund bis zu 150 Millionen Euro kassieren. Davon seien 120 Millionen Euro fix, 30 Millionen Euro seien prämiengebunden. Dembele würde damit zum weltweit zweitteuersten Spieler nach Neymar (222 Mio. Euro) werden. „Wir haben Barcelona ein Ultimatum gesetzt. Entweder es passiert bis dahin etwas oder nicht“, wurde am Freitag ein Dortmund-Sprecher in der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Laut „Bild“-Zeitung hätte Watzke den Transfer am Freitag um 12.00 Uhr auf der Bilanzpressekonferenz des börsennotierten Clubs in Dortmund offiziell verkünden sollen. Das tat er aber nicht. Watzke meinte nur: „Ich glaube, dass wir auf dem Weg sind. Aber der Weg ist noch nicht zu Ende.“

Dembele hätte mit dem Wechsel nach Spanien einen kometenhaften Aufstieg in jungen Jahren hinter sich. Mit 18 Jahren debütierte er im November 2015 für Stade Rennes in der französischen Ligue 1.

Transfergerücht treibt Aktienkurs nach oben

Nach 26 Spielen mit zwölf Toren erfolgte der Abschied Richtung Dortmund. Die Ablöse betrug im Sommer 2016 noch 15 Millionen Euro. Bei den Deutschen erzielte der Rechtsaußen in 32 Spielen sechs Treffer. Offenbar mehr als genug, um das Interesse von Barcelona zu wecken und dafür die kolportierten Millionenbeträge auf den Tisch zu legen.

Der Deal mit Barcelona wäre mit einer Steigerung um den Faktor zehn zumindest wirtschaftlich ein Erfolg für Dortmund. Die Aktie des einzigen börsennotierten Fußballclubs in Deutschland ist daher seit Tagen im Aufwind. Am Freitag legte der Wert zwischenzeitlich auf ein 16-Jahres-Hoch zu

Trainingsboykott für Wunschtransfer

Seit Wochen wird über den Wechsel von Dembele nach Barcelona als Nachfolger des Brasilianers Neymar (Paris Saint-Germain) spekuliert. Neymar hat mit seinem Wechsel um 222 Millionen Euro nach Frankreich seinerseits das Transfer-Millionenrad in Gang gesetzt und viel Kritik damit hervorgerufen.

Ousmane Dembele (BVB)

GEPA/Markus Fischer

Ousmane Dembele hat seinen Marktwert in zwei Jahren offenbar verzehnfacht

Dembele selbst witterte schon vor einiger Zeit seine Chance auf einen spektakulären Wechsel und war vor zwei Wochen nicht mehr zum Dortmund-Training erschienen, um seinen Abschied zu forcieren. Er ist seitdem vom BVB suspendiert. Ein erstes Barcelona-Angebot über 90 Millionen Euro plus Bonuszahlungen hatten die Dortmunder abgelehnt. Dembele hat noch einen Vertrag bis 2021 in Dortmund und wird auf Transfermarkt.at mit einem Marktwert von 33 Millionen Euro geführt. Die Transferperiode endet am 31. August.

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