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„Mit Einsatz und Leistung vorausgehen“

Martin Harnik zählt zu jenen österreichischen Teamspielern, die mit Erfolgserlebnissen ins ÖFB-Camp eingerückt sind. Der Offensivspieler feierte mit Aufsteiger Hannover in den ersten drei Pflichtspielen drei Siege und erzielte dabei drei Tore. „Ein Traumstart. Wir haben die Erwartungen schon übertroffen und sind dementsprechend stolz“, sagte der 30-Jährige.

Während Harnik voller Selbstvertrauen für das wichtige WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Wales (20.45 Uhr MESZ, live in ORF eins) ist, nagt an anderen ÖFB-Kollegen die mangelnde Spielpraxis. Als „Seelenmasseur“ müsse er deshalb aber nicht einspringen, beteuerte der Deutschland-Legionär. „Wichtig ist, dass eine gute Stimmung in der Mannschaft herrscht. Wir sind alle Profis, wir bilden jetzt keine Therapiegruppe und sprechen über unsere Gefühle.“

Martin Harnik

GEPA/Christian Ort

Harnik ist entspannt beim ÖFB-Team eingetroffen

Durch den Zusammenhalt innerhalb des Teams sollen die Probleme eines einzelnen Spielers aufgefangen werden. „Wenn jemand einen schlechten Tag erwischt, ist der Nächste da und macht den Fehler wieder gut. Da muss man mit Einsatz und Leistung vorausgehen. Das hat uns in den letzten Jahren ausgezeichnet“, betonte Harnik.

Harnik will „den Bock umstoßen“

Nun gilt es in den Spielen in Cardiff und am kommenden Dienstag in Wien gegen Georgien, diese Tugenden abzurufen. „In Wales erwartet uns ein ähnliches Spiel wie in Irland - ein physisch starker Gegner, großartige Stimmung und dazu mit Bale und Ramsey noch zwei Weltklassespieler“, erklärte Harnik, der gute Chancen für seine Mannschaft sieht. „Die letzten Ergebnisse haben zwar nicht gepasst, aber unsere Leistungen waren nicht so schlecht, wie es in der Tabelle ausschaut. Wir wollen am Samstag den Bock umstoßen.“

Auch Julian Baumgartlinger sieht gute Chancen, dass das Team in Wales überzeugen kann. Überdies wollte der Kapitän nicht von einem Pflichtsieg auf dem Weg zur WM 2018 in Russland sprechen. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel, aber es wird dennoch auch danach zu 99 Prozent die Möglichkeit bestehen, dass wir noch Zweiter werden“, betonte der Leverkusen-Legionär.

Baumgartlinger mit wenig Spielpraxis

Baumgartlinger zählt zu jenen Spielern, die bei ihrem Club aktuell nicht zur ersten Wahl gehören. Aufgrund seiner Reservistenrolle bei Leverkusen gilt der 29-Jährige als Wechselkandidat. In diesem Zusammenhang zeigte sich der Mittelfeldspieler aber zurückhaltend und ließ lediglich eine Präferenz für einen Verbleib erkennen. „Man kann davon ausgehen, dass ich bleibe“, sagte Baumgartlinger.

Julian Baumgartlinger und Marc Janko

APA/Robert Jäger

Trotz aktueller Probleme beim Club haben Baumgartlinger und Marc Janko Spaß

Er habe zuletzt unter anderem von Trainer Heiko Herrlich positives Feedback bekommen. „Ich habe noch drei Jahre Vertrag, und für mich zählt ein Vertrag noch etwas.“ Ganz auszuschließen sei ein Abgang jedoch nicht, auch wenn es nach Kevin Kampls bevorstehendem Transfer zu Leipzig einen Konkurrenten weniger im Mittelfeld geben wird. „Ich glaube nicht, dass etwas passieren wird, aber genau weiß ich es nicht“, sagte Baumgartlinger.

„Fühle mich nicht aus dem Rhythmus“

Viel lieber als mit Wechselspekulationen beschäftigt sich der Salzburger mit dem WM-Qualifikationsmatch in Wales. „Auf diesem Spiel liegt der ganze Fokus, da habe ich eine wichtige Rolle auch außerhalb des Platzes zu erfüllen.“ Die Probleme in Leverkusen sollen zumindest vorerst beiseitegeschoben werden, obwohl das nicht immer einfach ist. „Natürlich macht das keinen Spaß, aber es ist Teil des Jobs und ich nehme das an“, betonte Baumgartlinger.

Der 29-Jährige wartet in dieser Saison noch auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz. „Doch es ist förderlich, dass die Vorbereitung noch nicht lange her ist. Da habe ich einige Spiele gemacht, ich fühle mich fit. So aus dem Rhythmus fühle ich mich nicht“, meinte Baumgartlinger. Die Situation müsse auf mentaler Ebene gelöst werden. „Über den Kopf kann man viel ausgleichen.“

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