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Berisha-Bruder kommt von Greuther Fürth

Der SK Rapid Wien hat sich am letzten Tag der Sommertransferzeit noch einmal verstärkt. Die Hütteldorfer gaben am Donnerstag die Verpflichtung von Veton Berisha von der SpVgg Greuther Fürth bekannt. Der Stürmer erhält einen Vertrag bis Sommer 2020. Die Ablösesumme liegt laut Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel „im untersten siebenstelligen Bereich“.

Der 23-jährige Norweger ist der jüngere Bruder von Salzburgs Mittelfeldspieler Valon Berisha. Das erste Duell der Brüder in der Bundesliga könnte bereits nach der Länderspielpause am 10. September (16.30 Uhr, live in ORF eins) stattfinden. „Er war zuoberst auf unserer Liste“, sagte Bickel der APA. „Wir mussten aber auch andere Optionen haben. Es waren nicht so einfache Verhandlungen.“

Djuricin erwartet sich neue Aspekte

Bei Greuther Fürth stand er in insgesamt 68 Einsätzen auf dem Platz, bei denen er zwölf Tore erzielte und elf Assists lieferte. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Veton jetzt einen Stürmer bekommen haben, der neue Aspekte in unsere Mannschaft miteinbringen und uns mit seiner Qualität sicher helfen wird. Wir werden ihn ab dem Freitag voll in unseren Trainingsbetrieb integrieren“, sagte Cheftrainer Goran Djuricin.

„Ich bin sehr glücklich, dass es mit dem Transfer zu Rapid geklappt hat. Der Verein und die Fans sind mir natürlich mehr als nur ein Begriff, und darum will ich hier alles hineinwerfen, um gleich voll mitziehen zu können“, sagte Berisha, der die Rückennummer neun bekommt.

Ein Arbeiter für die Offensive

Für Berisha hätte laut Bickel neben dessen Alter und seiner Schnelligkeit auch dessen Mentalität gesprochen - diesbezüglich sei er sich mit seinem Bruder nicht unähnlich. „Beide bringen gute Emotionen für die Mannschaft“, meinte Bickel, der auch die Vielseitigkeit des Neuankömmlings schätzt. „Er ist klar ein zentraler Stürmer. Er selbst bevorzugt es, ganz vorne zu spielen - alleine oder zu zweit. Er kann aber auch über die Seite kommen.“

„Natürlich waren die Scorerpunkte auch Thema“, sagte Bickel. „Wenn man ihn genauer verfolgt, weiß man aber, wie viel er für die Mannschaft arbeitet.“ Der Schweizer hob das Laufpensum und die Fähigkeit, Löcher für die Mitspieler zu reißen, hervor. „Dann kann ich gut damit leben, wenn die Quote vielleicht nicht ganz so hoch ist.“

„Der Kader steht“

Für leichte Aufregung sorgte auch ein angeblich lukratives Angebot für Rechtsverteidiger Mario Pavelic vom englischen Zweitligisten Brentford. Bickel blieb ruhig. „Es ist eine normale Geschichte in einer Transferzeit. Es gibt immer Agenten, die irgendwo aufspringen wollen“, sagte Rapids Sportchef. Dennoch müsse man vorbereitet sein.

Umso wichtiger sei die leihweise Verpflichtung von Mittelfeldmann Thanos Petsos von Werder Bremen gewesen. Der Rückkehrer sei laut Bickel auch eine Absicherung für die Innenverteidigung, sollten sich Mario Sonnleitner, Maximilian Hofmann oder Lucas Galvao verletzen. Christopher Dibon fällt bis Saisonende aus, auch Ivan Mocinic und Philipp Malicsek werden den Profis erst im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen.

„Zuzüge wird es nicht mehr geben“, versicherte Bickel. „Der Kader steht.“ 23 fitte Spieler seien das Ziel gewesen - das wurde mit einer Gesamtgröße von 26 Kaderspielern erreicht. Durch die Rückkehr von Petsos sei es auch möglich, Zukunftshoffnung Dejan Ljubicic weiterhin wie geplant als Kooperationsspieler beim Erste-Liga-Spitzenreiter SC Wiener Neustadt zu Spielpraxis zu verhelfen.

Ljubicic gehört die Zukunft

Ljubicic hatte bei seinem Rapid-Debüt zuletzt gegen den LASK (1:0) im defensiven Mittelfeld überzeugt. „Wir schätzen ihn alle sehr hoch. Ihm gehört die Zukunft“, meinte Bickel. „Was er vor allem braucht, sind jetzt aber viele und intensive Spiele.“ Ljubicic wird - ermöglicht durch die Kooperation - weiter immer wieder auch kurzfristig mit Rapid trainieren.

Der 19-Jährige bleibt auch zumindest bis Mitte nächster Woche bei den Hütteldorfern. Erst dann wird laut Bickel entschieden, ob er möglicherweise auch noch zum Ligaschlager am 10. September nach Salzburg mitreist, falls Petsos noch Eingewöhnungszeit benötigt. „Es gibt uns eine gewisse Erleichterung“, sagte der Sportchef. „Wir sind abgesichert und können immer reagieren, wenn etwas passiert.“

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