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„Es fühlt sich großartig an“

Die siebenfache Grand-Slam-Turniersiegerin Venus Williams hat das Duell mit Petra Kvitova für sich entschieden und die Chance auf ihr erstes US-Open-Endspiel seit 15 Jahren gewahrt. Die 37-jährige US-Amerikanerin bezwang die zweifache Wimbledon-Gewinnerin aus Tschechien in einem umkämpften Viertelfinale mit 6:3 3:6 7:6 (7/2) und zog damit ins Semifinale ein.

„Es fühlt sich großartig an“, sagte die ältere Schwester von Serena Williams und richtete Worte voller Respekt an ihre Gegnerin: „Was sie durchgemacht macht, ist unglaublich. Es ist wundervoll, sie so stark zurück zu sehen.“ Die 27-jährige Kvitova war Ende Dezember 2016 von einem Einbrecher schwer an der linken Schlaghand verletzt worden und musste um ihre Tenniskarriere fürchten. „Ich wünsche ihr mehr Titel und Siege“, sagte Venus Williams.

Petra Kvitova

APA/AP/Julio Cortez

Petra Kvitova lieferte Venus Williams einen großen Kampf

Die US-Open-Siegerin von 2000 und 2001 machte ein US-Halbfinale perfekt und trifft am Donnerstag auf Sloane Stephens. Mit einem Erfolg würde die Weltranglistenneunte ihr bereits drittes Major-Endspiel in diesem Jahr erreichen. Bei den Australian Open in Melbourne hatte sie sich dort ihrer Schwester Serena beugen müssen, in Wimbledon der Spanierin Garbine Muguruza.

Hochspannung bis zum Schluss

Im größten Tennisstadion der Welt boten Williams und Kvitova eine hochklassige Partie, in der das Momentum häufig wechselte. Im entscheidenden dritten Satz schien die Weltranglisten-14. Kvitova zunächst auf der Siegerstraße, doch nach einem 1:3 kam die älteste Spielerin im Turnier wieder zurück. Im entscheidenden Tiebreak agierte Williams aggressiver.

Auch ohne Serena Williams, die ihr erstes Kind bekommen hat und erst 2019 auf die WTA-Tour zurückkehrt, glänzen die US-Damen in New York. Stephens setzte sich nach einer elfmonatigen Pause wegen einer Fußoperation und mehr als vier Jahre nach ihrem zuvor einzigen Grand-Slam-Halbfinale gegen die Lettin Anastasija Sevastova mit 6:3 3:6 7:6 (7/4) durch. „Als ich in Wimbledon mein Comeback gegeben habe, habe ich mir das nicht erträumen können“, sagte die 24-Jährige.

Anderson ringt Querrey nieder

Bei den Herren scheiterte dagegen Sam Querrey als letzter US-Profi in der Runde der letzten acht. Der 29-jährige Wimbledon-Halbfinalist musste sich dem Südafrikaner Kevin Anderson mit 6:7 (5/7) 7:6 (11/9) 3:6 6:7 (7/9) geschlagen geben. Das hart umkämpfte Viertelfinale war erst nach 3:26 Stunden Spielzeit und um 1.51 Uhr Ortszeit beendet. „Auf den berühmtesten Plätzen der Welt so etwas zu spielen, fühlt sich fantastisch an“, sagte der 31-jährige Anderson zu seinem ersten Halbfinal-Einzug bei einem Major-Turnier.

Am Freitag trifft der Weltranglisten-32. auf Pablo Carreno Busta. Der als Nummer zwölf gesetzte Spanier gewann als der am höchsten eingestufte Spieler der unteren Rasterhälfte gegen den Argentinier Diego Schwartzman nach 1:58 Stunden glatt mit 6:4 6:4 6:2 und ist als einziger Spieler noch ohne Satzverlust. Carreno Busta steht erstmals unter den Top Vier eines Grand-Slam-Turniers, sein bisher einziges Major-Viertelfinale hatte er heuer bei den French Open in Paris erreicht. Bis zum Match gegen Schwartzman hatte er nur gegen Qualifikanten gespielt.

In den noch ausstehenden Viertelfinali bekommt es am Mittwoch der topgesetzte Spanier Rafael Nadal mit dem erst 18-jährigen Russen Andrej Rublew zu tun. Der Schweizer Roger Federer trifft in der Nacht auf Donnerstag auf den Argentinier Juan Martin del Potro, den Achtelfinal-Bezwinger des Österreichers Dominic Thiem.

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