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Perfektes Comeback nach langer Pause

Sloane Stephens hat am Samstag bei den US Open in New York den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Die 24-jährige Amerikanerin gewann das Finale im Arthur Ashe Stadium gegen ihre Landsfrau Madison Keys glatt mit 6:3 6:0 und holte sich damit erstmals einen Titel bei einem Grand-Slam-Turnier.

Stephens vollendete damit bei ihrem „Heimspiel“ ein traumhaftes Comeback. Erst im Juni war die Amerikanerin, die vor den US Open vier Titel auf der WTA-Tour gefeiert hatte, nach elfmonatiger Zwangspause wegen einer Fußverletzung in Wimbledon in den Tenniszirkus zurückgekehrt. Die Nummer 83 der Welt, die vor etwas mehr als einem Monat noch auf Platz 957 im Computer aufgelistet war, darf sich für ihren ersten Grand-Slam-Titel über 3,7 Millionen Dollar (3,07 Mio. Euro) Preisgeld freuen.

„Es ist unglaublich“

Sie konnte ihr Glück kaum in Worte fassen. „Es ist unglaublich. Ich hatte eine Operation am 23. Jänner. Wenn mir da jemand erzählt hätte, dass ich die US Open gewinne, hätte ich gesagt, dass das unmöglich ist“, sagte Stephens bei der Siegerehrung, nachdem sie in ihrem erstem Major-Finale ihrer Landsfrau und persönlichen Freundin Keys keine Chance gelassen hatte.

Jubel von Sloane Stephens

APA/AP/Adam Hunger

Stephens ließ im Duell der Major-Finaldebütantinnen nichts anbrennen

Im zehnten rein US-amerikanischen Finale der Open Era überzeugte Stephens mit ihrer Sicherheit und ihrem taktischen Geschick und kontrollierte ihre risikofreudige 22-jährige Gegnerin, die ebenfalls erstmals in einem Grand-Slam-Finale stand. Nach dem 2:2 im ersten Satz gewann die von Ex-Siegerin Lindsay Davenport trainierte Keys nur noch ein Game. In beiden Sätzen passierten der 24-jährigen Stephens hingegen nur sechs unerzwungene Fehler. Im gesamten Turnier hatte sie nur vier Sätze abgegeben.

Dritter Matchball sitzt

Nach 1:01 Stunden verwertete die Amerikanerin bei gegnerischem Aufschlag ihren dritten Matchball zum bisher größten Triumph ihrer Karriere. Die frischgebackene US-Open-Siegerin wird sich in der Weltrangliste auf Position 17 verbessern. „Natürlich habe ich nicht mein bestes Tennis gespielt. Aber wenn ich schon gegen jemanden verlieren muss, dann bin ich froh, dass es sie ist“, sagte Keys, die nach der Niederlage von Stephens unmittelbar nach dem Spiel getröstet wurde.

Stephens feiert ersten Grand-Slam-Titel

Sloane Stephens verwertete nach 61 Minuten ihren dritten Matchball zum souveränen 6:3 6:0 gegen Madison Keys.

So niedrig wie Stephens (Platz 83) war zuvor noch nie eine US-Open-Gewinnerin in der Weltrangliste platziert. Die Belgierin Kim Clijsters war bei ihrem Triumph 2009 ohne Ranking angetreten. Die zuvor letzte US-Amerikanerin, die einen Grand-Slam-Titel gewann und nicht Serena oder Venus Williams hieß, war Jennifer Capriati bei den Australian Open 2002.

24. Titel für Hingis

Die Schweizerin Martina Hingis eroberte davor ihren 24. Grand-Slam-Titel im Tennis. Die 36-Jährige, die fünfmal im Einzel, zwölfmal im Doppel und nun siebenmal im Mixed triumphierte, setzte sich im Finale des Mixed-Bewerbs gemeinsam mit dem Schotten Jamie Murray gegen das taiwanesisch-neuseeländische Duo Chan Hao-Ching und Michael Venus mit 6:1 4:6 10:8 durch.

Chan und Venus hatten sich im Halbfinale gegen den Steirer Oliver Marach und Anastasia Rodionova (AUS) durchgesetzt. Hingis bestreitet am Sonntag mit Yung-Jan Chan aus Taiwan auch das Finale im Damen-Doppel gegen die beiden Tschechinnen Lucie Hradecka und Katerina Siniakova.

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