Themenüberblick

Sturms Umfaller genutzt

Nicht selten hat sich Red Bull Salzburg in den letzten Jahren in Mattersburg sehr schwergetan. Auch am Sonntagnachmittag musste der Meister im Burgenland hart kämpfen und kam letztlich gerade noch zu einem Last-Minute-Sieg. Der erst 19-jährige Amadou Haidara schoss die „Bullen“ in der 94. Minute einer intensiv geführten Partie zum knappen 2:1-Erfolg.

Damit kamen sie dem Tabellenführer SK Sturm bis auf einen Zähler nahe. Die Grazer hatten sich am Samstag der Admira geschlagen geben müssen. Munas Dabbur hatte die Salzburger gegen den Vorletzten in der zwölften Minute in Führung gebracht, wobei aber ein Handspiel des israelischen Stürmers übersehen worden war. Andreas Gruber erzielte in der 18. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Haidara mit einem sehenswerten Treffer in der Nachspielzeit zum Matchwinner avancierte.

Alois Hoeller (Mattersburg) und Diadie Samassekou (RBS)

GEPA/Philipp Brem

Mattersburg lieferte Salzburg einen großen Kampf, ging aber leer aus

Während Mattersburgs Negativserie mit der vierten Ligapleite en suite weiterging, feierten die Salzburger den ersten Sieg im Pappelstadion seit April 2013. In der vergangenen Saison hatte der Titelverteidiger im Burgenland sogar zweimal verloren.

Irreguläres Tor zur Salzburger Führung

Die Kulisse im Pappelstadion entsprach den zuletzt enttäuschenden Leistungen des SVM. Nur 2.000 Zuschauer waren Zeugen einer ambitionierten Anfangsphase ihres Teams. Die Burgenländer starteten aggressiv, nahmen die Zweikämpfe an und erspielten sich in den ersten Minuten auch die eine oder andere Strafraumsituation. Bei Salzburg hatten drei sieglose Pflichtspiele in Serie (Sturm 0:1, Rapid 2:2, Guimaraes 1:1) doch leichte Spuren hinterlassen.

Nach etwa zehn Minuten kam der Meister dann aber besser ins Spiel, und bereits in der zwölften Minute war alles bis dahin Geschehene vom Tisch. Denn nach einem Eckball von Valon Berisha von der linken Seite hämmerte Dabbur den Ball vom rechten Fünfereck zum 1:0 unter die Latte. Das Tor hätte aber nicht zählen dürfen, weil sich der israelische Stürmer den Ball zuvor mit dem rechten Unterarm gestoppt und vorgelegt hatte. Referee Rene Eisner ließ das fünfte Saisontor Dabburs zum Leidwesen der Mattersburger gelten.

Dabbur trifft zum 1:0 für Salzburg (12.)

Nach einem Eckball kommt Dabbur aus kurzer Distanz zum Schuss und stellt auf 1:0 für die Gäste. Der Schiedsrichter übersah dabei ein Handspiel.

Schnelle Antwort der Burgenländer

Lange dauerte es dann nicht, ehe die ambitioniert auftretende Mannschaft von Trainer Gerald Baumgartner die passende Antwort fand. Alois Höller flankte in der 18. Minute von rechts schön angeschnitten an die zweite Stange, wo Gruber angebraust kam und per Kopf aus kurzer Distanz zum 1:1 traf. Salzburg-Goalie Alexander Walke war dabei ebenso chancenlos wie sein Gegenüber Markus Kuster davor bei der Führung der Gäste. Alles war wieder offen, die Partie nahm weiter Tempo auf bekam „Pfeffer“.

Mattersburg gleicht zum 1:1 aus (18.)

Gruber kommt nach Maßflanke von Alois Höller aus spitzem Winkel zum Kopfball, Torhüter Walke ist chancenlos.

Vier Gelbe Karten nach 26 Minuten und zahlreiche hart geführte Zweikämpfe verliehen dem bis dahin abwechslungsreichen Match eine herbe Note. Viele Fouls und darauf folgende Diskussionen führten auch dazu, dass die Partie bis zum Pausenpfiff abflaute. Patrick Farkas war bei dessen Ertönen schon in der Kabine, der Ex-Mattersburger hatte sich am Oberschenkel verletzt und wurde von Trainer Marco Rose durch Stefan Lainer ersetzt. Beim SVM wurde Florian Hart verletzt vom Platz getragen, für ihn kam Rene Renner.

Salzburg nach Pause am Drücker

Spielerisch war Ebbe - bis auf einen brandgefährlichen Weitschuss von Fredrik Gulbrandsen (45.+5) unmittelbar vor Halbzeit. Nach Seitenwechsel konnte es daher diesbezüglich nur besser werden. Mattersburg setzte weiter alles daran, den Salzburger Spielfluss mit viel Laufarbeit und diszipliniertem Abwehrverhalten nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Die „Bullen“ kamen nun aber besser über die Außenpositionen. Diadie Samassekou (50.) prüfte Kuster mit einem scharfen, gut platzierten Weitschuss.

Die Rose-Elf hatte das Heft in die Hand genommen, von Mattersburg kamen nur vereinzelte, schwach vorgetragene Entlastungskonter. 68:32 Prozent lautete die Ballbesitzstatistik nach einer Stunde zugunsten des Serienchampions, der sich der neuerlichen Führung langsam, aber sicher annäherte. Einen Kopfball von Dabbur (59.) blockte Lukas Rath mit dem am Körper angelegten Oberarm ab. Einen Strafraumabschluss des Salzburg-Angreifers parierte SVM-Goalie Kuster bravourös. Das Tor lag in der Luft, fiel aber noch nicht.

Mattersburg geht erst in 94. Minute k. o.

Stattdessen verwickelten die Hausherren die Salzburger wieder in einige Privatscharmützel. So nahmen sie den Schwung aus den Angriffen der Salzburger, die erst wieder mehr Fahrt aufnahmen, als Rose den jungen Offensivmann Hannes Wolf für Patson Daka gebracht hatte. Auch SVM-Coach Baumgartner nahm mit zwei Wechseln noch etwas Zeit von der Uhr. So lief Salzburg die Zeit davon. Mattersburg mobilisierte die letzten Kräfte.

Haidara erzielt Siegestor für Salzburg (93.)

Haidara schießt aus halbrechter Position und trifft genau ins lange Eck zum 2:1 für Red Bull Salzburg.

In der vierten Minute der Nachspielzeit hatte es die Baumgartner-Elf fast geschafft - um im letzten Moment doch noch k. o. zu gehen. Andreas Ulmer brachte den Ball von links in den Strafraum, wo sich die SVM-Defensive nicht befreien konnte. Der Ball landete an der Strafraumgrenze bei Haidara, und der Mittelfeldmann aus Mali traf mit einem herrlichen Schuss genau in die lange linke Ecke. Kuster war geschlagen und mit ihm Mattersburg, das sich einen Punkt aufgrund der gezeigten Leidenschaft verdient gehabt hätte.

Stimmen zum Spiel:

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): „Es ist sehr bitter, das 2:1 in der Nachspielzeit zu bekommen. Schade, dass wir keinen Punkt mitgenommen haben. Es gab zwei kuriose Situationen: das Handspieltor von Dabbur und ein Foul von Sittsam an Farkas - da hätte es Elfer geben müssen. In der ersten Halbzeit hätten wir die eine oder andere Situation besser weiterspielen müssen. Wir müssen jetzt wieder das Spielglück auf unsere Seite zwingen. Es ist eine schwierige Situation, in der wir Ruhe bewahren müssen.“

Marco Rose (Salzburg-Trainer): „Wenn man so spät gewinnt, ist man mal glücklich. Laut Statistik ist der Sieg nicht unverdient für uns. Mattersburg hat es uns heute sehr, sehr schwergemacht. Wir sind schnell 1:0 in Führung gegangen und waren danach ein bisschen fahrig. Ich bin sehr froh über das 2:1. Im Moment ist es nicht so einfach für die Mannschaft, weil wir viele angeschlagene Spieler haben. Die Jungs, die am Platz stehen, hauen alles raus.“

Tipico-Bundesliga, 8. Runde

Sonntag:

Mattersburg - Salzburg 1:2 (1:1)

Mattersburg, Pappelstadion, 2.000 Zuschauer, SR Eisner

Torfolge:
0:1 Dabbur (12.)
1:1 Gruber (18.)
1:2 Haidara (94.)

Mattersburg: Kuster - Hart (45./Renner), Malic, Mahrer, Rath - Sittsam, Jano, Erhardt - Gruber (81./Okugawa), Höller - Bürger (75./Prevljak)

Salzburg: Walke - Farkas (42./Lainer), Onguene, Caleta-Car, Ulmer - Samassekou (61./Leitgeb) - Haidara, Dabbur, Va. Berisha - Gulbrandsen, Daka (71./Wolf)

Gelbe Karten: Jano, Höller, Bürger bzw. Caleta-Car, Gulbrandsen, Samassekou

Links: