EU-Projekt gegen sexualisierte Gewalt im Sport

In Wien ist am Mittwoch das EU-Projekt „Voice“ präsentiert worden, in dem Erfahrungen Betroffener von sexualisierter Gewalt im Sport für die Präventionsarbeit in Sportorganisationen aufgegriffen werden. Hintergrund ist eine Studie mit Kaderathletinnen und -athleten aus Deutschland von 2016, laut der ein Drittel zumindest einmal mit einer Form sexualisierter Gewalt konfrontiert worden ist.

Ein Drittel der Athletinnen und Athleten wird zumindest einmal im Leben Opfer von sexualisierter Gewalt. In Wien findet dazu ein Nationales Dialogforum statt.

Laut dieser Studie ist jede neunte befragte Person sogar von einer schwerwiegenden sexuellen Gewalterfahrung betroffen gewesen. Die körperliche und emotionale Nähe, die durch Sport entstehen kann, sei positiv für den sozialen Zusammenhalt, könne jedoch auch die Gefahr sexualisierter Übergriffe in sich bergen, hieß es in einer Aussendung nach der Präsentation, der auch BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer beiwohnte.

Setzen präventiver Maßnahmen unerlässlich

Aus diesem Grund sei das Wissen in Sportorganisationen um sexualisierte Gewalt sowie das Setzen präventiver Maßnahmen unerlässlich. Sportorganisationen hätten wie alle Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, auch die Verpflichtung, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor (sexueller) Gewalt zu schützen und die dafür notwendigen Vorkehrungen zu treffen, meinte Monika Pinterits, Kinder- und Jugendanwältin der Stadt Wien.

Das EU-Projekt „Voice“ will die Erfahrungen von Betroffenen aufgreifen, in Sport und Öffentlichkeit ein Bewusstsein für diese Thematik schaffen und Initiativen für die Prävention in Gang setzen. Acht europäische Länder beteiligen sich an diesem Projekt, Projektleiterin ist Rosa Diketmüller vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien.

Betroffene von sexualisierter Gewalt im Sport werden zu ihren Erlebnissen befragt, die Erfahrungen und Geschichten werden in Form Nationaler Dialogforen und Hearings mit Verantwortlichen im Sport diskutiert, und die Stimmen und Erfahrungen von Betroffenen werden genutzt, um Materialien für die Prävention zu entwickeln, die in der Abschlusskonferenz 2018 in Köln vorgestellt werden.