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Nach Insolvenz 2013 zurück an der Spitze

„Athlitiki Enosis Konstantinoupoleos“ - kurz AEK - ist in Athen eine fixe Größe. Der Verein wurde 1924 gegründet und umfasst neben einer Fußballabteilung auch die Sektionen Basketball, Volleyball, Boxen und Schach. Im Fußball ist AEK elffacher Landesmeister, der letzte Titel datiert aber schon aus dem Jahr 1994. Vor drei Jahren ging AEK bankrott, seit 2015 spielt der Verein aber wieder im griechischen Oberhaus.

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Historisch ist AEK, das am Donnerstag (21.05 Uhr) in der Europa League die Austria empfängt, ein Club der Vertriebenen. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg (1919-1922) erfolgte die Umsiedlung der griechischen Bevölkerung aus Kleinasien und vor allem Konstantinopel. Das Wappen der in Athen gegründeten „Sportvereinigung Konstantinopel“ erinnert daran, zeigt es doch den byzantinischen Doppelkopfadler.

Seine sportliche Blütezeit erlebte die Fußballsektion der Gelb-Schwarzen ab den späten 70er Jahren. 1977 stand der Verein im Halbfinale des UEFA-Cups. Unter dem österreichischen Trainer Helmut Senekowitsch holte AEK 1983 den griechischen Cup. Im neuen Jahrtausend häufte der Club aber Schulden an. Das gipfelte im sportlichen Abstieg 2013. Der Verein entschloss sich, Insolvenz anzumelden und in der dritten Liga neu zu starten.

Präsident mit viel Geld und Temperament

Dimitris Melissanidis ist seither der neue starke Mann an der Spitze. Der „Tiger“, dessen Familie seine Wurzeln am Schwarzen Meer hat, ist ein schwerreicher Unternehmer (Öl, Treibstoff, Schifffahrt) und war schon einmal Clubchef. Melissanidis darf als hemdsärmelig bezeichnet werden. Anfang September prügelte sich der 66-Jährige in einem Lokal mit dem Eigentümer von Ligakonkurrent Larisa, welcher wiederum mit dem Boss von Olympiakos befreundet ist.

AEK Präsident Dimitris Melissanidis

picturedesk.com/EPA/Alexander Vlachos

Dimitris Melissanidis führte AEK aus der Zahlungsunfähigkeit zurück nach oben

Olympiakos ist wie Panathinaikos ein Erzrivale von AEK. Gewalttätige Anhänger der Athener Clubs sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen aus Griechenland. So musste auch das Derby zwischen Olympiakos und AEK am Sonntag in der 70. Minute für eine Viertelstunde unterbrochen werden, nachdem die Polizei bei Auseinandersetzungen der Fans vor dem Stadion Tränengas eingesetzt hatte. Dieses strömte auch in die Arena.

Sieg zum Auftakt der Gruppenphase

Sportlich ist AEK - das schon 2015 wieder erstklassig war - nicht nur aufgrund des 3:2 gegen den Meister aktuell top. Vier Siege und ein Remis bei 10:2 Toren stehen in der Liga nach fünf Runden zu Buche. In der Europa League siegte die Mannschaft des spanischen Trainers Manolo Jimenez zum Auftakt bei Rijeka mit 2:1. Den Einzug in die Gruppenphase schaffte man über den FC Brügge (0:0, 3:0). Zuvor war AEK in der Champions-League-Qualifikation an ZSKA Moskau (0:2, 0:1) gescheitert. Rapid-Leihgabe Arnor Ingvi Traustason, der im Juli nach Athen übersiedelte, kam bisher kaum zum Zug.

Heimstätte des Clubs ist das Athener Olympiastadion, das fast 70.000 Zuschauer fasst. Seit Juli wird im Athener Viertel Nea Filadelfeia jedoch eine neue Arena errichtet. Das Hagia-Sophia-Stadion soll 2019 fertiggestellt sein, benannt ist es nach der berühmten ehemaligen Krönungskirche der byzantinischen Kaiser.

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