Comebackpläne schreiten voran
Rund sechs Wochen nach seinem Trainingssturz auf dem Mölltaler Gletscher hat sich ÖSV-Superstar Marcel Hirscher am Donnerstag bei bester Laune wieder voller Tatendrang gezeigt. Der Gips ist ab, die Reha im Gange. Wann genau Hirscher in den Weltcup wird einsteigen können, ist noch ungewiss und abhängig vom weiteren Heilungsverlauf. Der 28-Jährige glaubt allerdings an ein „Wunder“.
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Hirscher war Mitte September gleich beim ersten Schneetraining für die anstehende Olympiasaison gestürzt („Das kann auch einem der besten Skifahrer der Welt passieren“) und hatte sich dabei eine Fraktur des linken Außenknöchels zugezogen. Wie auch bei seinem Kahnbeinbruch vor sieben Jahren, seiner davor einzigen Verletzung, entschied sich Hirscher gegen eine Operation, weil er keine Platte eingesetzt bekommen wollte. Der Genesungsprozess gibt ihm recht.
Pressegespräch mit Hirscher
In einem Pressegespräch in Wien informiert Marcel Hirscher über seine Fortschritte in der Rehabilitation.
Der Salzburger liegt in der Zeit wieder klar vor dem prognostizierten Heilungsverlauf. „Alles ist sehr positiv, die vergangenen Tage und Wochen waren aber eine Achterbahnfahrt. Ich bin schon lange nicht mehr so gefordert worden“, so Hirscher am Donnerstag bei einem Pressetermin in Wien. An Skifahren sei aktuell freilich noch nicht zu denken, erst in ein paar Wochen. Deshalb sei es derzeit schwer bis unmöglich, konkrete Ziele für die kommende Saison zu definieren. Weil zu viele Fragen noch offen sind.
Sölden kommt zu früh
Offen ist auch der Zeitpunkt seiner Rückkehr in den alpinen Weltcup, der am letzten Oktober-Wochenende in Sölden beginnt. Einen Start auf dem Rettenbachferner schloss Hirscher schmunzelnd aus. „Laut ärztlicher Meinung unmöglich“, erklärte Hirscher. Selbst für Levi, wo zwei Wochen später der erste Saisonslalom in Szene geht, wäre ein kleines Wunder notwendig. „Doch das ist realistisch“, so Hirscher. „Aber nur um mitzufahren“ - also nicht in der Hoffnung auf einen Spitzenplatz. „Im Rennen wieder hemmungslos angreifen zu können, wird für mich eine Herausforderung“, sagte der sechsfache Weltcup-Gesamtsieger.
Noch viel anstrengender als sonst 😉💪🙈
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Posted by Marcel Hirscher on Mittwoch, 23. August 2017
Herausfordernd seien auch die vergangenen Wochen gewesen. Den Herbst auf diese Art hatte er im Verlauf seiner Weltcup-Karriere noch nicht zugebracht. Da war alles dabei. „Von Verzweiflung bis hin zu glücklichen Momenten. Jeder Step, jeder neue und auch leichtere Gips war ein großer Erfolg für mich“, erläuterte Hirscher. „Es war eine aufregende und spannende Zeit, die mich sehr forderte und mir wieder so richtig bewusst machte, dass Gesundheit das höchste Gut ist. Gewusst habe ich das vor meiner Verletzung auch“, so Hirscher.
Noch viele offene Fragen
Saisonziele formulierte Hirscher aus genannten Gründen nicht, ergo ging er auch auf das noch fehlende Olympiagold nicht ein. Vielmehr gehe es momentan darum, wieder in den Weltcup zurückzukehren und wieder Teil davon zu werden. „Weil ich einfach nicht beurteilen kann, ob ich Schmerzen haben werde, ob ich wieder die Belastungen gehen können, die ich bisher gewöhnt war. Ich weiß auch nicht, ob ich den Trainingsumfang wieder fahren kann, den ich brauche, um schnell zu sein. Kann ich diese Kraft auf der Bruchstelle entwickeln, die für die Weltspitze nötig ist?“
Hirscher auf dem Weg der Besserung
Sechs Wochen nach der Fraktur im linken Außenknöchel schließt Marcel Hirscher ein Comeback in Levi nicht mehr aus.
Spätestens im Jänner, also rechtzeitig vor den Olympischen Spielen im Februar in Pyeongchang, will Hirscher aber wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Auch alle Fragen sollen bis dahin geklärt sein. Die davor gebackenen Brötchen werden kleiner ausfallen. „Es ist schon so, dass ich meine persönliche Erwartungshaltung reduzieren muss“, so Hirscher, der nicht zuletzt die politischen Entwicklungen in Korea mit Argusaugen beobachtet. Eine Teilnahme um jeden Preis werde es für ihn selbst völlig gesund bei Olympischen Spielen nicht geben.
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