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Österreicher-Duell in Köln

Bayern München hat schon bessere Wochen erlebt. Der 0:3-Abfuhr gegen Paris Saint-Germain in der Champions League folgte die Entlassung von Trainer Carlo Ancelotti. Am Sonntag sollen im ersten Spiel unter Interimscoach Willy Sagnol bei Hertha BSC in Berlin wieder positive Schlagzeilen her. Auf ein Erfolgserlebnis hofft auch der Köln-Trainer Peter Stöger gegen Leipzig.

Sagnol beginnt am siebenten Spieltag der deutschen Bundesliga in Berlin seine Mission als Nothelfer beim FC Bayern. Der Franzose soll bis zum Auswärtsspiel gegen die Hertha BSC wieder für Ruhe bei den kriselnden Münchnern sorgen und den Bossen mit einem Erfolg in Berlin Luft für die Klärung der Trainerfrage verschaffen. In Berlin müssen David Alaba und Co. unbedingt liefern, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge anordnete. „Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.“

Spieler versprechen Reaktion

Sagnol erhielt zunächst nur das Mandat für das Berlin-Match. In den Planspielen für eine neue Cheftrainerlösung spielt der 40-Jährige wohl eher eine untergeordnete Rolle. Präsident Uli Hoeneß sieht seinen Verein nicht unter Zeitdruck. Trotzdem kündigte er an, dass der Meister möglichst schon nach der anstehenden zweiwöchigen Länderspielpause eine Lösung haben wolle.

Carlo Ancelotti und Willy Sagnol

APA/AP/Matthias Schrader

Sagnol (l.) hat unter der Woche die Trainerpfeife von Ancelotti übernommen

Die Spieler wissen, dass gerade sie jetzt gefordert sind. „In Berlin müssen wir reagieren, da müssen wir gewinnen und sonst nichts“, hatte Arjen Robben gesagt - allerdings schon vor der Trennung von Ancelotti. Die Spekulationen über den Nachfolger haben jedenfalls Hochsaison. An erster Stelle fällt immer wieder der Name von Thomas Tuchel, der aktuell ohne Job ist. Selbst aktuell vertraglich gebundene Trainer wie Hoffenheims Julian Nagelsmann, der als Zukunftstipp gilt, werden öffentlich mit Nachfragen konfrontiert.

Vorerst steht aber Sagnol in der Verantwortung, und der frühere Bayern-Spieler muss sich mit seinen Kickern in Berlin auf harte Gegenwehr einstellen. „Bei vielen Mannschaften gibt es den sogenannten Trainereffekt. Wir hoffen, dass der gegen uns ausbleibt“, betonte der frühere Salzburger Valentino Lazaro nach seinem Debüt für Hertha am Donnerstag in der Europa League beim 0:1 in Östersund.

Stöger hofft auf Befreiungsschlag

Abgeschlossen wird die Runde am Sonntag mit einem österreichischen Trainerduell zwischen Peter Stögers 1. FC Köln und Ralph Hasenhüttls Leipzig. Für Köln geht es um den ersten Sieg in dieser Saison. Dazu muss die Torflaute beendet werden. In den bisherigen sechs Ligapartien erzielten die „Geißböcke“ lediglich einen Treffer. „Unsere Jungs haben Qualität. Dass es schwierig ist, diese in einer komplizierten Phase abzurufen, ist verständlich. Deshalb ist es die Aufgabe des Trainerteams, die Negativerlebnisse aus den Köpfen der Spieler herauszukriegen“, sagte Stöger.

Peter Stöger

GEPA/Witters/Tim Groothuis

Stöger hofft auf den ersten Schritt in die richtige Richtung

Der erst am Freitag verpflichtete Claudio Pizarro könnte dabei helfen. Ob Stöger den 38-jährigen Peruaner, mit 191 Treffern erfolgreichster ausländischer Torschütze der Bundesliga-Geschichte, einsetzt, ließ er unmittelbar nach der Vollzug des Transfers offen. „Wir haben in dieser Saison schon Spiele gehabt, wo ich das Gefühl gehabt habe, dass er seine Torquote bei uns hätte ausbauen können. Deshalb glaube ich, dass er uns als Spieler im gegnerischen Strafraum sehr gut helfen kann“, sagte Stöger.

Hasenhüttl vorsichtig

Für die Leipziger steht Rehabilitation für die 0:2-Niederlage in der Champions League bei Besiktas Istanbul im Vordergrund. Auch wenn die Kölner als Schlusslicht mit bisher nur einem Punkt klare Außenseiter sind, wollte Hasenhüttl von einem Pflichtsieg nichts wissen. „Ich weiß nicht, ob wir so vermessen sein dürfen. Ganz und gar nicht. Wir haben bisher auch nicht die Sterne vom Himmel gespielt in dieser Saison.“

In fremden Stadien kassierte RB in dieser Spielzeit bereits zwei Niederlagen - 0:2 gegen den FC Schalke 04 und 0:1 beim FC Augsburg. Hasenhüttl will deshalb am Sonntag in Köln vor allem eines vermeiden: einen Rückstand. Es sei sehr wichtig, zu null zu spielen, sagte er und stellte sich auf ein Kampfspiel ein. Fraglich ist dabei der Einsatz von Mittelstürmer Timo Werner, der noch immer nicht richtig fit ist nach seinen Kreislaufbeschwerden in Istanbul. Zudem konnte Kevin Kampl am Freitag nur individuell trainieren. Das letzte Spiel seiner Rotsperre muss Naby Keita absitzen.

Deutsche Bundesliga, siebente Runde

Freitag:

Schalke - Leverkusen 1:1 (1:0)

Tore: Goretzka (34.) bzw. Bailey (61.)

Burgstaller (Schalke) ab 54. Minute

Samstag:

Augsburg - Dortmund 1:2 (1:2)

Tore: Caiuby (11.) bzw. Jarmolenko (4.), Kagawa (23.)

Hinteregger (Augsburg) spielte durch, Gregoritsch bis 67. Minute, Danso auf der Bank

Mönchengladbach - Hannover 2:1 (0:0)

Tore: Ginter (67.), Hazard (94./Elfmeter) bzw. Harnik (71.)

Harnik (Hannover) spielte durch

Frankfurt - Stuttgart 2:1 (1:0)

Tore: Rebic (41.), Haller (93.) bzw. Terodde (61.)

Rote Karte: Falette (64./Frankfurt)

Wolfsburg - Mainz 1:1 (0:0)

Tore: Guilavogui (55.) bzw. Muto (74.)

Gelb-Rote Karte: Ntep (92./Wolfsburg)

Hamburger SV - Bremen 0:0

Kainz (Bremen) bis 63. Minute, Junuzovic ab 63. Minute

Sonntag:

Freiburg - Hoffenheim 3:2 (2:1)

Tore: Niederlechner (15.), Söyüncü (18.), Stenzel (87.) bzw. Hack (14.), Schuister (92./Eigentor)

Lienhart (Freiburg) spielte durch, Grillitsch (Hoffenheim) ab 46. Minute

Hertha BSC - Bayern München 15.30 Uhr

Köln - Leipzig 18.00 Uhr

Tabelle

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