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Nagelsmann könnte im Sommer folgen

Der FC Bayern hat sich laut „Bild“-Zeitung völlig überraschend für Jupp Heynckes als neuen Trainer entschieden. Der 72-Jährige soll die Truppe, die er zu Teilen 2013 beim Triple trainiert hatte, zu alter Dominanz führen. Nach dem Scheitern von Trainer Carlo Ancelotti setzt Bayern „Bild“ zufolge auf Heynckes als Vereinskenner und Erfolgscoach schlechthin.

Der 72-Jährige soll den kriselnden Rekordmeister bis zum Saisonende betreuen und zu alter Dominanz zurückführen. Eine Reaktion des Vereins auf die überraschende Meldung gab es zunächst nicht. Auch das Fachmagazin „kicker“ berichtete, dass die Suche auf Heynckes hinauslaufen wird. Die Wahl ist bei Bayern als klares Signal in Richtung Altbewährtes zu deuten.

Engagement bis Sommer 2018?

Heynckes bestätigte auch Gespräche mit den Bayern. Aber: „Es ist noch nichts klar oder in trockenen Tüchern“, betonte der 72-Jährige in der „Rheinischen Post“ (Freitag-Ausgabe), „ich muss das Ganze zunächst mal analysieren. Schließlich sind viereinhalb Jahre vergangen, seit ich bei Bayern aufgehört habe, und der Fußball hat sich weiter verändert.“

Heynckes und David Alaba

APA/AFP/Christof Stache

David Alaba kennt Heynckes ebenfalls aus sehr erfolgreichen Zeiten

Einen Zeitpunkt für eine Entscheidung nannte Heynckes nicht. Er hatte sich nach eigenen Angaben mit Präsident Uli Hoeneß, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihadmidzic getroffen. Sie hätten ihn „gebeten, das Amt bis zum Sommer 2018 zu übernehmen“. Es seien dabei, „viele Dinge besprochen worden“. Heynckes fühlt sich nach eigener Aussage trotz seines Alters noch „topfit“ für die Aufgabe.

Tuchel aus dem Rennen

Der Ex-Weltklassespieler und Weltmeister von 1974 trainierte die Münchner bereits dreimal, gewann bei seinem bis dato letzten Engagement das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League und ist eng mit Präsident Hoeneß befreundet. Dass Heynckes seit der Triple-Saison 2013 keinen Verein mehr betreut hat, stört die Bosse beim Bundesliga-Titelverteidiger offenbar nicht.

Willy Sagnol und Hasan Salihamidzic

APA/AP/Michael Kappeler

Interimstrainer Willy Sagnol durfte nur beim 2:2 bei Hertha BSC coachen

Der ehemalige Dortmund-Trainer Thomas Tuchel war ebenfalls ein heißer Kandidat gewesen. Womöglich haben Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge dem als zwischenmenschlich schwierig verschrienen Tuchel aber auch nicht zugetraut, die zuletzt unter Ancelotti entstandenen Missstimmungen in der Kabine aufzulösen. Heynckes wiederum kennt mehr als ein halbes Dutzend Bayern-Spieler noch von früher, darunter die zuletzt unzufriedenen Offensivspieler Arjen Robben, Franck Ribery und Thomas Müller.

Wunschkandidat noch nicht verfügbar

Eine Entscheidung für Heynckes bis Saisonende nährt die Vermutung, dass Bayern im kommenden Sommer Julian Nagelsmann von TSG 1899 Hoffenheim verpflichten will. Dieser hatte ein Engagement bei Bayern jüngst als Traum bezeichnet, war aktuell aber offenbar aufgrund seines noch laufenden Vertrages beim Bundesliga-Konkurrenten nicht zu bekommen. Die Bayern hatten sich nach dem 0:3 in der Champions League bei PSG von Ancelotti getrennt. Willy Sagnol übernahm interimsweise.

Hoffenheim: „Keine Anfragen“ wegen Nagelsmann

Trotz der Rückkehr von Heynckes als Übergangslösung beim FC Bayern ist 1899 Hoffenheim mit Blick auf die Zukunft von Trainer Julian Nagelsmann „extrem entspannt“. Es gebe keinerlei Anfragen der Bayern, sagte ein Sprecher am Donnerstag und verwies auf den bis 2021 laufenden Vertrag des Trainers. Der 30-Jährige selbst hatte zuletzt nach der 2:3-Niederlage in Freiburg gesagt: „Zu der Trainersuche äußern sich so viele Experten, da muss man nicht auch noch meine Meinung hören.“

Nagelsmann hat sich derzeit ein paar Tage freigenommen und das Training mit dem durch Länderspielabstellungen dezimierten Kader bis zum Montag seinen Assistenten Alfred Schreuder und Matthias Kaltenbach überlassen. An eine langfristige Zukunft mit dem „Trainer des Jahres 2016“ (DFB-Auszeichnung) und „Trainer der Saison“ (Spielerwahl des „kicker“) glaubt bei den Verantwortlichen in Hoffenheim dennoch niemand. „So einen außergewöhnlichen Trainer in einem relativ kleinen Club zu halten, ist ausgeschlossen“, hatte Mäzen Dietmar Hopp erklärt. Der gebürtige Bayer Nagelsmann baut derzeit für Frau und Sohn ein Haus in München.

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