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Auf die Plätze, fertig, los

Mit der Bestellung von Peter Schöttel am Samstag zum neuen Sportdirektor ist beim Österreichischen Fußballbund (ÖFB) auch der Startschuss für die Suche nach einem Nachfolger für Marcel Koller gefallen. Bis spätestens 30. Oktober soll der neue Teamchef feststehen, damit dieser im Idealfall schon den Teamlehrgang mit dem geplanten Testspiel am 14. November leiten kann. So lautet die Vorgabe von ÖFB-Präsident Leo Windtner.

„Wir starten sofort. Der neue Sportdirektor bekommt den Auftrag, eine Liste mit zehn Namen zu erstellen. Diese wird dann wieder in einer Taskforce intensiv behandelt, um ohne Druck, aber mit nachhaltigem Engagement einen neuen Teamchef zu bestellen“, erklärte Windtner. Der Oberösterreicher begründete das enge Zeitkorsett auch damit, dass es der Wunsch der Spieler ihm gegenüber war, das Trainingslager unbedingt durchzuführen.

Interview mit Peter Schöttel

Peter Schöttel möchte zuerst in Österreich einen Teamchef suchen, aber dann auch über die Grenzen blicken.

„Der November-Lehrgang ist eine Riesenchance und eine Notwendigkeit für das Nationalteam. Damit können wir uns einen klaren Startvorteil für das nächste Jahr sichern. Mit dem ersten, gut organisierten und professionell angelegten Trainingslager können wir auch mit den jungen Spielern die Basis für den Neustart legen“, sagte Windtner, der mit den neun Landespräsidenten und drei Bundesliga-Vertretern über den neuen Teamchef entscheiden wird.

Schöttels Anforderungsprofil

Schöttel gab für sich die Suche nach einem neuen Teamchef als oberste Priorität aus. „Er muss eine Persönlichkeit darstellen, er muss mit dieser Mannschaft, die aus ganz eigenen Charakteren besteht, umgehen können, er muss eine Außendarstellung haben, er muss Klartext reden, und er muss als Trainer schon seine Erfolge gehabt haben. Wobei man da nicht unbedingt von Titeln sprechen muss. Erfolg kann man auch haben, indem man Spieler entwickelt“, erklärte Schöttel sein Anforderungsprofil für den Koller-Nachfolger.

Neuer ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel

APA/Herbert Neubauer

Schöttel will die Teamchefsuche zunächst auf Österreich beschränken

Der 50-jährige Wiener verglich seine jetzige Aufgabe mit jener, als er vor ein paar Jahren als Rapid-Sportdirektor ebenfalls einen neuen Trainer suchen musste. „Damals habe ich mich festgelegt, nur unter Österreichern zu suchen. Ich halte es auch diesmal für sinnvoll, wenn ein Österreicher diesen Job macht. Ich schließe aber nicht aus, dass auch ein Ausländer zum Zug kommen könnte, falls wir national den richtigen Kandidaten nicht finden“, erklärte Schöttel.

Sportdirektor schlägt vor, andere entscheiden

Die erste Amtshandlung des 63-fachen Teamspielers wird von nicht unwesentlicher Bedeutung für den österreichischen Fußball sein. Die endgültige Entscheidung über den neuen Teamchef treffen allerdings andere. Die Taskforce wird über die von Schöttel ausgewählten Personen beraten. Danach legt Windtner dem Präsidium einen Vorschlag vor, der vom höchsten Gremium abgesegnet werden muss. „Das ist so festgelegt. Von der Taskforce wird ein Dreiervorschlag mit einer kardinalen Reihenfolge kommen“, erklärte Windtner.

Andreas Herzog

GEPA/Christian Ort

Herzog wird schon seit Längerem als aussichtsreicher Kandidat gehandelt

Schöttel sieht einige nationale Kandidaten und erwähnte namentlich einzig Andreas Herzog als Anwärter. „Ich bin für eine österreichische Lösung. Das ist mein erster Gedanke. Wenn es die nicht gibt, schließe ich auch das andere nicht aus“, wollte Schöttel von einer möglichen Verhaberung nichts wissen. Windtner meinte zu diesem Thema, der neue Teamchef müsse Deutsch sprechen. „Ob ein In- oder Ausländer, da brauchen wir uns nicht festzulegen. Es soll der Beste sein. Jener, der zum Nationalteam passt und etwas weiterbringt.“

Kostenfrage als Kriterium

Schöttel betonte seinerseits, dass die Bestellung von Koller vor sechs Jahren eine sehr gute Entscheidung gewesen sei. „Die Latte liegt hoch, auch wenn die letzte Qualifikation nicht so erfolgreich war“, sagte der Wiener, der alle Bereiche im Stab des Nationalteams gut abgedeckt wissen möchte. „Einer kann heutzutage nicht mehr alles machen. Das ist einfach so. Es gilt nicht nur einen Teamchef zu finden, sondern auch ein Team, mit dem er arbeitet“, sagte Schöttel.

Ein Kriterium bei der Suche wird allerdings auch die Kostenfrage. „Es ist kein Geheimnis, dass wir uns ein Limit gesetzt haben. Wir schauen uns um, dann sehen wir weiter. Wir haben es immer so gehalten, dass wir Ziffern nicht nach außen tragen“, sagte Windtner. Ob der Kandidat verfügbar oder in einem bestehenden Vertragsverhältnis ist, spielte bei der Entscheidung keine Rolle. Sowohl der finanzielle als auch der zeitliche Rahmen seien vorgegeben. „In diesem werden wir es bewerkstelligen“, schloss Schöttel.

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