Rio-OK-Chef bleibt wegen Bestechungsverdachts in Haft
Der Chef des Organisationskomitees (OK) der Olympischen Spiele 2016 in Brasilien, Carlos Nuzman, muss wegen Bestechungsverdachts in Untersuchungshaft bleiben. Das entschied ein Richter in Rio de Janeiro. Die Staatsanwaltschaft habe deutliche Beweise für kriminelle Handlungen vorgelegt, berichtete am Montag das Portal O Globo.
Nuzman war am Donnerstag festgenommen worden und hätte ohne den Richterentscheid am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt werden müssen. Der 75-Jährige ist seit 1995 auch Chef des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und der bekannteste Sportfunktionär Brasiliens.
Vorwurf des Stimmenkaufs
Rio hatte sich bei den Vergabe der Spiele 2009 in Kopenhagen gegen Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt. Berichten zufolge soll etwa die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletikweltverbandes (IAAF) Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Drei Tage vor der Abstimmung sollen dem Sohn Diacks zwei Millionen Dollar von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Cesar Soares de Menezes Filho überwiesen worden sein, in Rio als „König Arthur“ bekannt.
Laut Medienberichten soll Nuzman zudem in der Schweiz in einem Safe 16 Kilogramm Gold gelagert haben. Er bestreitet vehement, an einem Stimmenkauf beteiligt gewesen zu sein, und bat darum, dass er vorerst seinen NOK-Vorsitz ruhen lässt. Vizepräsident Paulo Wanderley übernahm interimsmäßig. Eine außerordentliche NOK-Generalversammlung wurde für Mittwoch in Rio einberufen.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Ehrenmitglied Nuzman suspendiert. Auch das brasilianische NOK wurde von der IOC-Exekutive vorübergehend suspendiert. Nuzman wurde zudem aus der Koordinierungskommission für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ausgeschlossen.