Sturm-Trainer wird Koller-Nachfolger
Franco Foda übernimmt das Amt des Teamchefs. Wie der Österreichische Fußballbund (ÖFB) am Montag bekanntgab, feiert der Deutsche im Testspiel am 14. November im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Uruguay seine Premiere und wird dann bis zum Ende des Jahres als Trainer von Sturm Graz weiterarbeiten.
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Fodas Vertrag beim ÖFB läuft von 1. Jänner 2018 bis 31. Dezember 2019. Sollte die EM-Qualifikation geschafft werden, verlängert sich der Kontrakt bis zum Turnier im Sommer 2020. Erstmals Bekanntschaft macht der 51-Jährige mit den Teamspielern im von kommenden Montag bis Sonntag in Marbella stattfindenden Trainingslager. Für diesen Lehrgang wird Foda bei Sturm beurlaubt.
Sportdirektor Schöttel zum Auswahlverfahren
ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel sprach ausführlich über die verschiedenen Kandidaten und seine Verhandlungen - Foda sei nur eine von mehreren Möglichkeiten gewesen.
Die Entscheidung für Foda fiel laut ÖFB-Chef Leo Windtner mit einem einstimmigen Präsidiumsbeschluss. In die Endauswahl hatten es auch Ex-US-Teamchefassistent Andreas Herzog und Austria-Trainer Thorsten Fink geschafft, am Ende aber machte Foda das Rennen.
Ein Kenner der österreichischen Fußballs
Windtner schlug den 51-Jährigen seinen Präsidiumskollegen vor. „Wir haben aus einer Reihe von verfügbaren Kandidaten den unserer Meinung nach absolut Besten ausgewählt“, erklärte der Oberösterreicher. „Diese Wahl ist ganz sicher eine gute.“
Der ÖFB-Präsident glaubt an eine erfolgreiche Zukunft mit Foda. „Wir haben ein gutes Set-up für das Nationalteam geschaffen“, sagte Windtner und lobte den Nachfolger von Marcel Koller. „Er bringt gute Voraussetzungen mit, kennt den österreichischen Fußball als Spieler und Coach, versteht es, mit kleinen Strukturen zu arbeiten und ist ein akribischer Arbeiter.“
Laut Windtner ist Teamkapitän Julian Baumgartlinger mit der Bestellung Fodas „mehr als zufrieden“. Dass der Verbandschef sein Vorschlagsrecht einsetzte, sei eine Entscheidung gewesen, „die nicht immer rational fällt“. Über die Ablösemodalitäten mit Sturm - kolportiert wird eine sechsstellige Summe - machte Windtner keine Angaben, betonte aber, dass der neue Teamchef deutlich billiger als sein Vorgänger sei. „Foda ist signifikant günstiger als Koller.“
Stöger sagte „schweren Herzens“ ab
Bei aller Freude wurde aber auch der Eindruck vermittelt, dass Foda möglicherweise nicht Wunschkandidat Nummer eins war. Der mit dem 1. FC Köln in Bedrängnis geratene Peter Stöger hatte erst am Sonntag „schweren Herzens“ abgesagt, so Windtner. Sportdirektor Peter Schöttel bezeichnete die Gespräche mit Stöger als „Hängepartie. Wir haben fast täglich miteinander telefoniert. Es war uns wichtig, für den Fall, dass etwas passiert, gewappnet zu sein.“

APA/AFP/John Macdougall
Stöger trägt weiter den rot-weißen Traineranzug von Köln und nicht vom ÖFB
Auch Young-Boys-Bern-Trainer Adi Hütter sei kontaktiert worden, wobei es zunächst vielversprechende Verhandlungen gegeben habe. „Aber schlussendlich sind wir übereingekommen, dass es jetzt nicht passt“, meinte Schöttel und erzählte auch noch von weiteren Kandidaten. Bei Ex-Schalke-Trainer Markus Weinzierl habe es Probleme mit der Abfindung bei den „Königsblauen“ gegeben, auch der frühere Anderlecht-Meistermacher Rene Weiler aus der Schweiz sei „sehr interessant“ gewesen. „Aber er hat abgesagt, weil er sich mit 42 Jahren noch als Vereinstrainer sieht.“
Einen Korb holte sich der ÖFB auch bei Eintracht-Frankfurt-Coach Niko Kovac. Fink und Herzog hätte Schöttel das Amt ebenfalls „hundertprozentig zugetraut“. „Herzog ist als Persönlichkeit sehr gereift“, meinte der neue ÖFB-Sportdirektor.
Lob für Konsequenz und taktische Flexibilität
Die Verpflichtung von Foda ist für Schöttel „eine Entscheidung, die ich sehr gutheiße. Ich traue ihm zu, mit der Nationalmannschaft in Zukunft erfolgreich zu arbeiten.“ Der Wiener kennt den Deutschen aus Trainerduellen in der Bundesliga. „Seine Mannschaften sind immer extrem gut organisiert. Er ist konsequent und geht beinhart seinen Weg.“ Zudem hob Schöttel Fodas taktische Flexibilität hervor. „Sturm ist nicht umsonst Tabellenführer“, betonte der Ex-Rapidler.
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