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Auf Arbeit von Koller aufbauen

Franco Foda will bei seiner neuen Aufgabe als Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft auf der Arbeit von Vorgänger Marcel Koller aufbauen. „Ich bin überzeugt, dass ich eine intakte Mannschaft erhalte, sie ist charakterlich intakt. Es ist unsere Aufgabe, die Arbeit fortzuführen“, sagte Foda am Dienstag in Wien bei seinem ersten Auftritt als ÖFB-Chefcoach.

„Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich heute hier sitze. Mein Trainerteam und ich freuen uns auf die neue Aufgabe, wir können mit der Mannschaft sehr viel erreichen“, sagte der 51-jährige Deutsche in seinem Eingangsstatement. „Ich bin absolut der Überzeugung, dass wir mit diesem Umfeld im ÖFB erfolgreich sein werden“, betonte Foda. Er wolle natürlich auch seine Ideen einbringen. „Jeder Trainer hat seinen eigenen Plan, es ist meine Aufgabe, dies in kurzer Zeit im Nationalteam zu vermitteln.“

ÖFB-Prösident Leo Windtner, Franco Foda und ÖFB-Sprtdirektor Peter Schöttel

APA/Robert Jaeger

ÖFB-Boss Windtner und Sportchef Schöttel präsentieren Neo-Teamchef Foda

Foda war am Montagabend von ÖFB-Präsident Leo Windtner und Neo-Sportdirektor Peter Schöttel als neuer Teamchef präsentiert worden, seine erste Amtshandlung wird am Donnerstag die Kaderbekanntgabe für das Testspiel gegen Uruguay am 14. November sein. Er wird sein Amt offiziell am 1. Jänner 2018 antreten, bis Jahresende ist er noch Coach von Sturm Graz, wird für das Teamtrainingslager in Spanien ab Montag und das Länderspiel von den Grazern aber freigestellt.

Grafik zeigt die letzten acht ÖFB-Teamchefs und ihre Bilanz

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/FIFA; Fotos: APA

Abschied von Sturm fällt schwer

Fodas Vertrag beim ÖFB läuft vorerst bis Ende 2019 mit der Option auf Verlängerung. Auf die Frage, ob er hinter Peter Stöger nur die zweite Wahl als Teamchef gewesen sei, sagte Foda: „Man sieht, dass ich die erste Wahl bin, sonst würde ich nicht hier sitzen.“ Der Abschied von Sturm, neben seiner Frau seine „große Liebe“, falle ihm allerdings denkbar schwer. Dennoch freue er sich mit seinem Trainerteam auf die neuen Aufgaben, so Foda.

Foda freut sich auf neue Herausforderung

Bis Jahresende ist Franco Foda weiter als Sturm-Trainer tätig. Im Interview nach der Pressekonferenz sagte er, die vorübergehende Doppelfunktion stelle für ihn kein Problem dar. Foda freut sich auf die neue Herausforderung.

Die Teilnahme an der EM-Endrunde 2020, bis zu deren Ende Fodas Vertrag bei einer erfolgreichen Qualifikation automatisch verlängert würde, sei ein großes, aber nicht das einzige Ziel. „Daneben ist es auch wichtig, dass sich die Mannschaft gut entwickelt, gut spielt und die Leute begeistert.“ Mit welchen Maßnahmen das erreicht werden soll, darüber sollen die Spieler im am Montag beginnenden ÖFB-Trainingscamp informiert werden.

Alaba nicht mehr im Mittelfeld gesetzt

„Jeder Trainer hat seine eigene Ideen und Pläne. Meine Aufgabe ist es jetzt, ihnen das in kurzer Zeit zu vermitteln“, sagte Foda. Konkrete Angaben zu seinen Plänen vermied der 51-Jährige. Wie entscheidend etwa die Spielpraxis für eine Einberufung sei, wollte Foda nicht wirklich bewerten. „Es ist wichtig, dass ein Spieler einen Rhythmus hat, aber es kann auch Ausnahmesituationen geben.“

Zur Position von David Alaba im Nationalteam meinte Foda: „Er ist ein hervorragender Fußballer, der beim FC Bayern spielt. Er kann auf mehreren Position eingesetzt werden und wird dort spielen, wo ich glaube, dass es für die Mannschaft am besten ist.“ Der gebürtige Mainzer deutete an, dass für seinen Starspieler je nach Gegner und Matchplan verschiedenste Rollen vorgesehen sein könnten.

Fokus auf Spieler aus heimischer Liga

Ob es in seinem ersten Kader, der nach Absprache mit Sportdirektor Peter Schöttel und U21-Teamchef Werner Gregoritsch am Donnerstag veröffentlicht wird, viele Änderungen geben wird, ließ Foda ebenfalls offen. „Es ist durchaus möglich, dass der eine oder andere Neue dabei sein wird“, verriet Foda lediglich. Fix scheint nur, dass es in Zukunft wieder mehr Spieler von heimischen Clubs in der ÖFB-Auswahl geben wird.

„Wir machen oft den Fehler, dass wir die österreichische Liga schlechtreden“, meinte der Neo-Nationaltrainer. Als Kritik an Marcel Koller wollte Foda das aber nicht verstanden wissen - seinen Vorgänger lobte der Deutsche in höchsten Tönen. „Er hat in den letzten Jahren eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Man soll nicht vergessen, was er in Verbindung mit Willi Ruttensteiner für den österreichischen Fußball geleistet hat.“

„Österreichisch-deutsche Zwischenlösung“

In Marbella wird Foda im Trainerstab von Imre Szabics unterstützt. Sein zweiter Assistent bei Sturm, Thomas Kristl, bleibt während Fodas November-Tätigkeit für das Nationalteam bei Sturm und stößt mit Jahresbeginn zum ÖFB. Es sei eine Bedingung von ihm gewesen, Szabics und Kristl zum Nationalteam mitzunehmen, so Foda. „Sie wissen, wie ich ticke.“ Dafür gehören Mentaltrainer Thomas Graw und Conditioning-Coach Roger Spry dem ÖFB-Betreuerstab nicht mehr an. Der Rest des Staffs bleibt zumindest vorerst unverändert.

Größte Erfolge als Spieler und als Trainer

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Foda beschrieb sich als „sehr direkt, geradlinig, offen. Man kann auch viel Spaß mit mir haben“, meinte der erste österreichische Teamchef mit deutschem Reisepass. „Aber ich bin eine österreichisch-deutsche Zwischenlösung“, beteuerte der Coach, der schon seit rund 20 Jahren in Graz wohnt und sich nun um eine Bleibe in Wien umschaut.

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