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„Keine spontane Entscheidung“

Österreichs neuer Teamchef Franco Foda muss künftig nicht nur auf die Dienste von Zlatko Junuzovic, sondern auch auf jene von Martin Harnik verzichten. Der 30-jährige Stürmer von Hannover 96 erklärte am Sonntag seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. „Mit dem Neuanfang im Team möchte ich Platz für neue Spieler machen“, so Harnik in einer Aussendung.

Der Stürmer, der am 22. August 2007 unter Teamchef Josef Hickersberger gegen Tschechien sein Debüt in der A-Mannschaft gefeiert hatte und gleich zum 1:1-Endstand traf, verabschiedet sich nach 68 Länderspielen und 15 Toren aus der Nationalmannschaft. Der gebürtige Hamburger spielte als einer der wenigen ÖFB-Spieler bei mehreren Endrunden. Harnik war Teil der erfolgreichen U20-Mannschaft, die 2007 bei der WM in Kanada Rang vier erreichte, und stand auch bei den Europameisterschaften 2008 und 2016 im Kader.

Martin Harnik

ORF.at/Lukas Krummholz

Am 24. März gegen Moldawien erzielte Harnik sein 15. und letztes Teamtor

Regeneration dauert länger

Grund für den Rücktritt vom Team ist so wie bei Junuzovic die Gesundheit. „Es ist mir nicht leichtgefallen, diese Entscheidung zu treffen. Ich glaube aber, dass es im Sinne der Gesundheit und der Familie die richtige ist. Es ist definitiv keine spontane Entscheidung, ich trage den Gedanken schon länger in mir“, so Harnik. „Ich spüre, dass ich die Belastung aus den Spielen nicht mehr so wegstecke wie noch vor einigen Jahren. Um meine beste Leistung abrufen zu können, muss ich besser und länger regenerieren. Das ist der Hauptgrund für diesen Entschluss, auch wenn er superschwer war.“

Harnik zog daher auch eine positive Bilanz seiner ÖFB-Karriere, die laut eigener Aussage voller „Ups und Downs“ waren. „Die schönen Zeiten haben deutlich überwogen. Ich habe dem Verband und dem Team viel zu verdanken, was meine Karriere betrifft. Die Teilnahme an den Endrunden und die vielen internationalen Spiele haben sich natürlich auch auf meine Vereinskarriere sehr positiv ausgewirkt“, schrieb der Stürmer, der sich auch explizit bei den Fans für „die großartige Unterstützung“ bedankte.

Foda bedauert Rücktritt

Teamchef Foda, der Harnik für das kommende Länderspiel gegen Uruguay am 14. November in Wien einberufen hatte, wurde in einem langen, privaten Gespräch mit dem Stürmer von dessen Absichten unterrichtet. „Sein Entschluss ist sehr schade, er hat in meinen Planungen eine große Rolle gespielt“, bedauerte der Trainer die Entscheidung. „Als Teamchef muss ich seine Entscheidung respektieren und akzeptieren. Martin ist ein Spieler, der in den letzten Jahren sehr viel für Österreich geleistet hat. Er ist bei uns jederzeit herzlich willkommen.“

Für Harnik, der auch die letzten beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Serbien und Moldawien verpasst hatte und damit um ein mögliches rundes Jubiläum von 70 Länderspielen umgefallen war, nominierte Foda Verteidiger Stefan Lainer von Österreichs Meister Red Bull Salzburg nach. Das Nationalteam fliegt am Montag zum ersten Trainingslager unter dem neuen Teamchef ins spanische Marbella.

Prödl sagt für Uruguay ab

Sebastian Prödl muss nach seiner im WM-Qualifikationsspiel gegen Wales erlittenen Muskelverletzung im Oberschenkel weiter auf sein Comeback warten. Der 30-jährige Steirer steht der Nationalmannschaft für das Trainingslager in Spanien und das freundschaftliche Länderspiel gegen Uruguay am 14. November nicht zur Verfügung, teilte der ÖFB am Sonntagvormittag mit.

„Ich habe gehofft, dass ich dabei sein kann. Leider ist es sich nicht ausgegangen“, wurde Watford-Legionär Prödl, der zuletzt wieder Schmerzen verspürte, zitiert. Für den Innenverteidiger hat Foda Dominik Wydra vom deutschen Zweitligisten FC Erzgebirge Aue nachnominiert.

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