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„Denke täglich an die WM“

Für Österreichs Nationalteam beginnt am Donnerstag in Innsbruck der Countdown zur Weltmeisterschaft 2018 in Dänemark. Nach zwei Jahren in der Division IA ist Rot-Weiß-Rot bei der am 4. Mai beginnenden A-WM wieder mit von der Partie. Für Teamchef Roger Bader ist der Österreich-Cup gegen Norwegen, Dänemark und Südkorea mehr als ein erster Testlauf.

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Mit einem Testturnier im November 2016 begann der 53-jährige Schweizer, der davor schon die Nachwuchsteams und die Trainerausbildung beim Österreichischen Eishockey-Verband (ÖEHV) leitete, seine Tätigkeit als Teamchef der Nationalmannschaft. Baders Bilanz kann sich bisher sehen lassen. Mit einer stark verjüngten Mannschaft gelang heuer im April souverän der Aufstieg. Im kommenden Mai will Bader das vollbringen, woran seine Vorgänger seit 2005 regelmäßig gescheitert waren: der Klassenerhalt im Oberhaus.

Szene aus dem Match Österreich gegen Südkorea

GEPA/Daniel Götzhaber

Wie bei der B-WM im April trifft Österreich auch in Innsbruck auf Südkorea

Der Verbleib in der A-Gruppe ist auch das erklärte Ziel Baders. Schon eine halbe Stunde nach dem geschafften Aufstieg habe er erstmals das Turnier in Dänemark im Kopf gehabt, so der Schweizer. „Ich denke täglich an die WM“, sagte der Teamchef. Im ersten Spiel geht es am 5. Mai in Kopenhagen ausgerechnet gegen Baders Heimatland, die Schweiz. Die weiteren Gegner in der dänischen Hauptstadt sind Titelverteidiger Schweden, Russland, Tschechien, Weißrussland, die Slowakei und Frankreich.

Verbesserung als oberstes Ziel

Das Testturnier in Innsbruck, das für Österreich am Donnerstag mit dem Duell gegen Norwegen beginnt (20.30 Uhr live in ORF Sport +), ist für Bader die erste Gelegenheit, die Form einiger Spieler zu überprüfen. „Unser Ziel ist es, uns als Mannschaft zu verbessern und zu sichten, wie sich die Spieler präsentieren“, so Bader. Gefälliges Spiel alleine ist dem Teamchef aber zu wenig: „Ich erhoffe mir schon den einen oder anderen Sieg beim Heimturnier“, sagte Bader.

Speziell die Spiele gegen Norwegen und Mitaufsteiger und Olympiagastgeber Südkorea sind für den Teamchef ein besonderer Gradmesser und eine Gelegenheit, sich in die Auslage zu stellen. Denn beide Mannschaften üben in Innsbruck bereits für die Winterspiele 2018 und reisen daher laut Bader mit „95 Prozent der Spieler für Olympia“ an. Für Dänemark, so wie Österreich in Pyeongchang nur via TV-Gerät dabei, ist der Höhepunkt der Saison klarerweise die Heim-WM im Mai.

Spieler in der Auslage

Mit guten Leistungen können sich Spieler, die bisher nur auf der Abrufliste standen, auch für das WM-Aufgebot empfehlen. Denn das ist laut Bader keineswegs schon fix. „Jeder Spieler mit österreichischem Pass ist denkbar“, so der Schweizer. Dank der von ihm eingeleiteten Verjüngung sei der Pool an Teamspielern von 70 im November 2016 deutlich gewachsen. „Die jungen Spieler haben gesehen, dass sie eine Chance bekommen, sich im Nationalteam zu beweisen.“ Ein weiterer Fortschritt sei gegeben, wenn „wir in allen Spielen unseren Stil auf das Eis bringen und versuchen, jedes Spiel nach 60 Minuten zu gewinnen“.

Roger Bader

GEPA/Markus Oberländer

Bader zeigte dem Nationalteam in einem Jahr erfolgreich einen neuen Weg

Von früheren Erfolgen können sich arrivierte Spieler unter Bader nichts kaufen: „Wichtig ist, wie ein Spieler jetzt performt und nicht wie vor drei Jahren“, so der Teamchef. In Innsbruck werden daher alle 28 einberufenen Spieler ihre Chance bekommen, sich für einen Platz in Dänemark zu empfehlen. Anders als etwa Vorgänger Daniel Ratushny, der gleichzeitig auch Clubtrainer in Salzburg war, muss Bader laut eigener Aussage „auf keinen Rücksicht nehmen“ und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich bin neutral, aber das sind wir Schweizer sowieso.“

„Wollen Angriffsbälle schlagen“

Die Vorgaben an die Cracks beim Turnier in Innsbruck sind klar: Österreich soll gegen die anderen drei A-Nationen nicht nur dagegenhalten, sondern auch selbst das Heft in die Hand nehmen. „Wir wollen den Ball nicht nur zurückbringen, sondern auch Angriffsbälle schlagen“, sucht Bader den Vergleich mit Tennis, um dann doch wieder auf Eishockey zurückzukommen: „Bei einer WM hat man wenig Zeit und Raum und auch wir wollen dem Gegner wenig Raum geben.“

Das aggressive, schnelle Umschaltspiel soll so wie bei der B-WM auch in Treffern umgemünzt werden. Dort lief die Tormaschine immer runder, je länger das Turnier dauerte. Polen wurde zum Abschluss gleich mit 11:0 vom Eis gefegt. In Kiew lief es auch im Powerplay wie geschmiert. Den Hinweis, dass einige Teamspieler bei ihren Clubs der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) kaum zum Zug kommen, kann Bader daher nicht mehr hören: „Nur weil einer im Verein kein Powerplay spielt, heißt das nicht, dass er es im Nationalteam nicht kann.“

Letzter Test gegen Kanada?

Gelegenheit, die These des Teamchefs zu stützen, haben die österreichischen Spieler im Vorfeld der WM genug. Im Februar steht in Dänemark ein weiteres Testturnier an. Und dank eines gestraffteren Spielplans der EBEL hat Bader heuer in der unmittelbaren Vorbereitung auf die WM zwei Wochen mehr Zeit zur Verfügung. Einzig die Länderspielpause im Dezember lässt man aus österreichischer Sicht aus.

In den sechs Wochen vor der Weltmeisterschaft absolviert die Mannschaft acht statt der bisher vier Spiele. Zweimal geht es gegen Ungarn, zweimal gegen Italien sowie je einmal gegen Kasachstan, Slowenien und Südkorea. Für das letzte Testspiel vor dem Abflug nach Kopenhagen hofft man beim ÖEHV noch auf einen echten Kracher so wie Schweden im Vorjahr. Die Skandinavier werden es heuer aber nicht, denn die Top Zwölf - ohne Kanada und die USA - spielen ihre eigenen Testturniere untereinander.

Österreich fehlte letztendlich nur ein Platz in der Weltrangliste, um sich mit Topnationen wie Schweden, Russland und Tschechien zu messen. Aber noch laufen Gespräche - vor allem mit Kanada. Der Rekordweltmeister gastierte bereits 2015 vor der WM in Prag für ein Testspiel in Wien. Diesmal spießt es sich bisher an zwei Dingen: Erstens liegen Kopenhagen bzw. Herning nicht so wie Prag „ums Eck“ und zweitens kam man finanziell bisher auf keinen grünen Zweig. Denn ein ähnliches Angebot der Kostenübernahme wie vor zwei Jahren ist den Kanadiern diesmal zu wenig.

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