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Teamchef braucht Fingerspitzengefühl

Das Trainingslager in Marbella bedeutet für die österreichische Nationalmannschaft einen Umbruch, und das nicht nur wegen des Amtsantritts von Teamchef Franco Foda und seiner Assistenten Thomas Kristl und Imre Szabics. Foda hat einen Kader zur Verfügung, in dem nur noch sieben Spieler aus dem EM-Aufgebot 2016 stehen. Zudem ist Andreas Ulmer derzeit der einzige Teamspieler, der über 30 Jahre ist.

Von der Stammformation, die in der EM-Qualifikation neun Siege und ein Unentschieden einfuhr und vor knapp 17 Monaten das erste EM-Match gegen Ungarn bestritt, sind mit Julian Baumgartlinger, Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic nur noch drei Spieler in Marbella dabei.

Umbruch im ÖFB-Kader

Im Nationalteam gibt es mit dem Antritt von Teamchef Franco Foda einen neuen Konkurrenzkampf. Nach den Rücktritten von langjährigen Mannschaftsstützen ist der Umbruch voll im Gange.

Robert Almer, Martin Hinteregger, David Alaba und Florian Klein sind verletzt, Christian Fuchs, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik haben ihre Teamkarriere beendet. Marc Janko wurde nicht für das Testspiel am 14. November im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Uruguay nominiert.

Neue Spieler, neue Strukturen

Durch die zahlreichen Veränderungen im Kader ist beim Teamchef Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es um den Aufbau neuer Strukturen innerhalb des Teams geht. „Eine Hierarchie entwickelt sich im Laufe der Zeit. Jetzt ist es einmal wichtig, dass ich die Spieler kennenlerne. Ich werde nach diesem Lehrgang reflektieren und in der Vorbereitung auf den nächsten Lehrgang handeln“, erklärte der Deutsche am Dienstag in Marbella.

Franco Foda

GEPA/Christian Ort

Der Teamchef arbeitet sich in die Materie ein

Baumgartlinger bleibt Kapitän

Einer der wenigen verbliebenen Führungsspieler ist Baumgartlinger, an dessen Kapitänsrolle sich zumindest in näherer Zukunft nichts ändern soll. „Er hat das in den letzten Monaten sehr gut gemacht und wird auch gegen Uruguay die Schleife tragen“, sagte Foda. Der Salzburger dürfte aber auch im kommenden Jahr ÖFB-Kapitän sein. „Darüber habe ich mir jetzt noch keine Gedanken gemacht. Aber es gibt keinen Grund, etwas zu ändern“, erklärte der Teamchef.

Baumgartlinger zählt mit seinen 29 Jahren schon zu den „Oldies“ im aktuellen Kader. Foda war sich nach eigenen Angaben gar nicht bewusst, wie jung seine Mannschaft ist. „Ich stelle nicht nach Alter auf, sondern nach Leistung.“

Unterstützung muss auch von der Bank kommen

Das Leistungsniveau seiner Schützlinge sei generell sehr hoch, betonte der Teamchef. „Man sieht im Training, dass jeder Spieler Qualität hat. Jetzt geht es darum, aus vielen guten einzelnen Spielern eine Mannschaft zu formen.“

In diesem Zusammenhang komme auch den künftigen Nationalteamreservisten eine wichtige Bedeutung zu. „Ich lege viel Wert darauf, dass jene, die nicht spielen und auf der Bank sitzen, die anderen unterstützen“, sagte Foda.

Gespräche mit Spielern und Vorgänger

Der 51-Jährige leitete am Dienstagvormittag seine zweite Trainingseinheit mit der ÖFB-Auswahl, es ging dabei im Vergleich zum Regenerationstraining am Montag schon deutlich intensiver zur Sache. Am Abend lud Foda die Spieler zu ersten Einzelgesprächen ein. „Die werden länger als fünf Minuten dauern“, kündigte der Coach an.

Guido Burgstaller (AUT) und Coach Franco Foda (AUT)

GEPA/Christian Ort

Für Foda steht das Kennenlernen von Burgstaller und Co. im Vordergrund

Eine längere Unterredung ist auch mit Vorgänger Marcel Koller geplant - allerdings erst nach dem Ende dieses Lehrgangs. „Ich hatte zuletzt wenig Zeit, aber ich werde ihn noch kontaktieren. Er hat sehr gute Arbeit abgeliefert und auch einen guten Draht zur Mannschaft aufgebaut“, sagte Foda über den Schweizer.

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