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„Chance unbedingt nutzen“

Das Trainingscamp in Marbella und das Testspiel am Dienstag (20.45 Uhr, live in ORF eins) im Ernst-Happel-Stadion gegen Uruguay bietet für zwei junge ÖFB-Teamspieler die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Sowohl Valentino Lazaro als auch Florian Grillitsch haben in der deutschen Bundesliga endgültig Fuß gefasst und wollen nun auch Teamchef Franco Foda von ihren Qualitäten überzeugen.

Lazaro hat im Alter von 21 Jahren schon zehn Länderspiele auf dem Buckel und zählte in den vergangenen Jahren regelmäßig zumindest zum erweiterten Kreis der österreichischen Nationalmannschaft. Dennoch blieb ihm unter Ex-Teamchef Marcel Koller der große Durchbruch in der ÖFB-Auswahl bisher verwehrt. Das soll sich nun ändern, erzählte der Legionär in Diensten von Hertha BSC am Mittwoch in Marbella, zumal er bei den Berlinern zuletzt mit starken Leistungen aufzeigen konnte.

„Im Nationalteam endgültig durchsetzen“

„Ich will mich im Nationalteam endgültig durchsetzen, Scorer-Punkte sammeln und mich etablieren“, so Lazaro, der sich bei Neo-ÖFB-Teamchef Foda für regelmäßige Einsätze empfehlen möchte. Bei diesem Vorhaben könnte ihm zugutekommen, dass zuletzt die beiden bisherigen Leistungsträger Martin Harnik und Zlatko Junuzovic ihren Rücktritt erklärten. „Aber darauf schaue ich nicht. Ich will einfach meine Leistung bringen“, unterstrich der Ex-Salzburger.

Valentino Lazaro (AUT)

GEPA/Christian Ort

Lazaro hofft, unter Teamchef Foda den Schritt zum Stammspieler zu machen

Seit seinem Comeback nach überstandener Verletzung am Sprunggelenk Ende September absolvierte Lazaro acht von neun möglichen Pflichtspielen für Hertha als Offensivspieler - ein klares Zeichen, dass er in der deutschen Bundesliga angekommen ist. „Man braucht mentale Stärke, um dort zu bestehen. Im Training geht es schneller und körperbetonter zur Sache“, berichtete der 21-Jährige.

Grillitsch kommt immer besser in Fahrt

Wie Lazaro kommt auch Grillitsch bei 1899 Hoffenheim schön langsam auf Touren. Nach dem Wechsel von Bremen zu seinem neuen Arbeitgeber hatte der Niederösterreicher zunächst Anpassungsprobleme, die nun aber überwunden scheinen. Für seine Leistung am Sonntag beim 3:0 gegen Köln gab es großes Lob für den 22-Jährigen. Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann etwa meinte nach der Partie: „Wenn er so spielt, ist er erst mal nicht wegzudenken aus der Mannschaft.“

Florian Grillitsch (AUT)

GEPA/Mario Kneisl

Gegen Serbien durfte Grillitsch seine Qualitäten von Beginn an ausspielen

Grillitsch freute sich über diese Aussage, meinte aber auch. „Lob tut immer gut, doch ich will nicht nur wegen eines Spiels sagen, dass ich angekommen bin. Es wird sicher wieder Spiele geben, wo ich nicht so gut bin, aber ich werde immer 100 Prozent geben“, betonte der Niederösterreicher, der im Zentrum auf mehreren Positionen einsetzbar ist. „Ich kann auf der Sechs, Acht oder Zehn spielen, fühle mich aber auf der Sechs oder Acht am wohlsten“, erzählte der Mittelfeldspieler.

Wegen seiner Flexibilität hofft neben Grillitsch auch Lazaro für das Testspiel am Dienstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Uruguay auf eine Chance in der Startformation. „Sollte es so sein, möchte ich sie unbedingt nutzen“, betonte Lazaro. In diesem Zusammenhang dient Louis Schaub als Vorbild: Der ebenfalls nicht zur Stammelf gehörende Rapidler erzielte in den vergangenen drei ÖFB-Partien jeweils ein Tor. „An ihm möchte ich mir ein Beispiel nehmen“, meinte Lazaro.

Lazaro „offensiv für alles offen“

In der Nationalmannschaft kam der Ex-Salzburger bisher auf der rechten Seite zum Einsatz, bei seinem Arbeitgeber Hertha sind für ihn in der Meisterschaft die Positionen am linken Flügel oder wie zuletzt beim 3:3 gegen Wolfsburg als „Zehner“ hinter der Spitze vorgesehen. Einen ständigen Wechsel zwischen mehreren Rollen gibt es für Lazaro in Berlin nicht. „Das ist wichtig, weil man dann gut in den Rhythmus kommt.“

In der Nationalmannschaft könnte sich Lazaro aber auch mit der Position am rechten Flügel anfreunden. „Dass ich das kann, steht außer Frage. Ich bin im Team im Offensivbereich für alles offen“, erklärte der Steirer, der von Ex-Teamchef Marcel Koller des Öfteren als Rechtsverteidiger eingesetzt worden war.

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