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Rechenspiele bei Sachsen tabu

Champions-League-Debütant Leipzig kämpft am Dienstag (20.45 Uhr) um seine wahrscheinlich letzte Chance auf das Achtelfinale. Der deutsche Vizemeister steht beim letzten Auswärtsspiel in der Gruppenphase beim französischen Meister AS Monaco erstmals richtig unter Druck. Nach dem 1:1 im nervösen Auftaktspiel der Königsklasse daheim gegen die Monegassen soll es nun richtig krachen.

Alles andere als einen Sieg kann sich die Auswahl von Trainer Ralph Hasenhüttl auch nicht leisten. Nach nur einem Sieg, einem Remis und zwei Niederlagen finden sich die Leipziger mit vier Punkten vor dem vorletzten Spieltag in der Gruppe G nur auf Platz drei wieder. Ein Dreier bei Schlusslicht Monaco (zwei Punkte) ist daher notwendig, um weiter auf den Aufstieg hoffen zu können.

Bei einer Niederlage in Frankreich würde die Hasenhüttl-Elf indes auf den letzten Platz abrutschen. Besiktas Istanbul hat hingegen bereits in der 18.00-Uhr-Partie der Gruppe G mit einem 1:1 gegen den FC Porto den Aufstieg ins Achtelfinale fixiert.

„Beide Teams müssen auf Sieg spielen“

Der Leipzig-Coach rechnet mit einem „offenen Schlagabtausch“ im Spiel gegen Monaco. „Es muss einen Sieger geben, beiden Mannschaften hilft ein Punkt nur wenig“, sagte Hasenhüttl am Montagabend. „Beide Teams müssen auf Sieg spielen“, erklärte der Steirer. Das eigentlich obligatorische Abschlusstraining im Stade Louis II in Monaco ließen die Deutschen aus.

Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl

Reuters/Miguel Vidal

Hasenhüttl erwartet einen offenen Schlagabtausch in Monaco

Hasenhüttl wollte mit seinem Team seine taktischen Varianten erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit proben. „Viel war nicht möglich, denn das Spiel am Samstag war sehr intensiv“, erklärte der 50-Jährige und betonte: „Es ist schon so etwas wie ein Endspiel. Da alles reinzupacken ist einfach Pflicht. Wir müssen mit aller Macht defensiv arbeiten, nach vorne haben wir immer unsere Möglichkeiten, egal gegen welchen Gegner.“

Besonderes Augenmerk auf Standards

Personell kann Hasenhüttl praktisch aus dem Vollen schöpfen und muss nur auf den weiter an der Zehe verletzten Stefan Ilsanker verzichten. Besonderes Augenmerk bei der letzten Übungseinheit im eigenen Stadion dürfte der Steirer dabei auf das Abwehrverhalten bei gegnerischen Standardsituationen gelegt haben, bei denen sich seine Abwehr zuletzt beim 1:3 in Porto sowie auch beim 2:2 am Samstag bei Bayer Leverkusen anfällig gezeigt hatte.

Der Trainer forderte daher von seinem Team, leichte Fehler gerade nach Standards zu vermeiden. „Wenn wir es nicht schaffen, auswärts mal einen Dreier zu holen, dann haben wir es irgendwo auch nicht verdient. Dann ist das Thema durch“, meinte Hasenhüttl. Das Heimremis im ersten Duell zählt für die Leipziger jedenfalls nicht als Maßstab. „Das war unser erstes Champions-League-Spiel. Diesmal gehen wir mit viel mehr Mut in die Partie, weil wir mehr Vertrauen haben in unser Spiel. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen da hin und spielen volle Pulle auf Sieg“, betonte Kapitän Willi Orban.

„Champions-League-Modus umschalten“

„Wir müssen jetzt in den Champions-League-Modus umschalten. Wir wissen, dass wir nur mit einem Sieg im Rennen bleiben. Ich hoffe, dass wir die Erfahrungen, die wir in den letzten Spielen in Liga und Königsklasse gemacht haben, positiv nutzen können“, meinte Torhüter Gulasci. Für ihn sei der Druck größer als in der Bundesliga, denn „in der Champions League wird man für die kleinsten Fehler sofort bestraft“.

Sollte es nicht zum Sieg und zum späteren Sprung in die K.-o.-Phase reichen, bleibt immer noch das Minimalziel Europa League. Dafür könnte auch ein 2:2 im Stade Louis II reichen, dann wäre das direkte Duell mit dem Vorjahreshalbfinalisten gewonnen. „Mit dem Thema Europa League beschäftigen wir uns nicht“, betonte Gulacsi. Rechenspiele sind bei den Sachsen tabu. „Ich bin überzeugt, wenn wir sechs Punkte holen, dann kommen wir weiter ins Achtelfinale. Dafür müssen wir aber in Monaco gewinnen. Jeder will auch nach der Winterpause international spielen“, sagte Gulasci.

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