Anschluss an Spitzenduo verloren
Rapid hat den Anschluss an das Bundesliga-Spitzenduo vorerst verloren. Nach dem bitteren 1:2 gegen Cashpoint Altach, der zweiten Heimniederlage in Folge, fehlen den Hütteldorfern nach 17 Runden bereits elf Punkte auf Titelverteidiger Red Bull Salzburg und neun Zähler auf Puntigamer Sturm Graz. Betrübt waren die Wiener aus zweierlei Gründen - wegen der mangelnden Effizienz und der Schiedsrichterleistung.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Thanos Petsos (76.) und Boli Bolingoli (90.) wurden wegen Torraubs von Manuel Schüttengruber ausgeschlossen. „Die Entscheidungen waren sehr, sehr hart. Diese Saison geht das bei uns mit den Roten Karten sehr schnell, ich weiß nicht, was da gegen uns läuft“, sagte Louis Schaub. Insgesamt hat Rapid in dieser Bundesliga-Saison bereits sieben glatte Rote Karten kassiert und damit fünf mehr als der Zweite (Austria) in dieser Statistik.
Ärger über ersten Elfmeter
Nach dem Führungstor durch Schaub drehte Altach durch zwei verwandelte Elfmeter von „Joker“ Hannes Aigner (77., 91.) die Partie. Die Rapidler ärgerten sich vor allem über den Pfiff beim ersten Penalty, als Schüttengruber auf Handspiel von Petsos entschied.
„Es war ein fragwürdiger Elfer, er ist unter der Achsel angeschossen worden. Wahrscheinlich hat der Schiedsrichter ein kleines Blackout gehabt. Ich weiß nicht, warum die Schiris so wenig Gefühl zeigen, da haben wir Pech gehabt“, sagte Rapid-Trainer Goran Djuricin. Petsos selbst konnte sich die Entscheidung auch nicht erklären. „Ich verstehe nicht, wie man da Hand geben kann“, sagte Petsos.
Die umstrittene Elferszene
Hannes Aigner schießt Thanos Petsos im Strafraum an. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber entscheidet auf Elfmeter und zeigt Rot.
Vor dem zweiten Elfmeter hinderte Bolingoli den durchbrechenden Christian Gebauer leicht am Abschluss. Die Elferentscheidung war vertretbar. Das gab auch Djuricin zu: „Den kann man geben“, so der Wiener. Trotzdem hätten aus seiner Sicht die Gastgeber, die „zurzeit für alles bestraft werden“, nach einer ansehnlichen Leistung als Sieger vom Platz gehen müssen. Die mangelnde Effizienz verhinderte das aber, das war der Hauptgrund für die Niederlage.
Mangelnde Effizienz ärgert Djuricin
Ein Umstand, der Djuricin so richtig auf die Palme brachte. „Die Chancenauswertung war wieder eine Katastrophe. In der ersten Hälfte hatten sie zwei Autobusse vor dem Tor stehen. Wir hatten trotzdem fünf Topchancen, da müssen wir Altach rausschießen“, sagte Djuricin. Vor allem Giorgi Kwilitaia der gegen Salzburg sein erstes Saisontor erzielt hatte, erwies sich erneut als Chancentod.

GEPA/Martin Hoermandinger
Stürmer Kwilitaia blickt bei Rapid schweren Zeiten entgegen
Djuricins Geduld mit dem 24-Jährigen neigt sich dem Ende zu. „Ich kann nicht ewig zuschauen“, sagte Rapids Coach. Kwilitaia alleine wollte er aber nicht als Sündenbock hinstellen. „Wenn man nur ein Tor schießt, ist es insgesamt von der Offensive zu wenig“, so Djuricin. Laut Schaub, der seine einzige Chance verwertete, hätte aber auch das eine Tor reichen müssen. „Nach dem 1:0 dürfen wir nichts mehr anbrennen lassen“, betonte der ÖFB-Teamspieler, für den die mangelnde Effizienz „eine Kopfgeschichte“ ist.
Djuricin verteidigt Schwab-Ausraster
Aufgrund der emotionalen Schlussphase kam es nach Spielende noch zu einem Tumult, in dem Rapid-Kapitän Stefan Schwab nur schwer zurückgehalten werden konnte. „Ich würde genauso reagieren, wenn ich fünf Tore schießen muss und durch zwei Elfer und zwei Rote Karten verliere. Wer zuckt da nicht aus. Das ist doch etwas ganz Normales. Fußball besteht aus Emotionen. Man muss sich dann wieder beruhigen“, sagte Djuricin zu der Aktion.

GEPA/Martin Hoermandinger
Rapid-Kapitän Schwab war nach Schlusspfiff nur schwer zu bändigen
Boden im Titelrennen verloren
Sein Team ließ die ersten drei „Pflichtpunkte“ im Herbstfinish liegen und verlor im Titelrennen an Boden. „Die Meisterschaft geht noch so lange, wenn ich dauernd auf die Tabelle schaue, werde ich wahnsinnig. Wir sind im Soll, mehr ist es leider nicht“, analysierte der 43-Jährige.
Bis zum Winter folgen nach der zweiten Niederlage in Folge nach dem 2:3 gegen Salzburg noch die Duelle mit den Teams auf den Rängen acht bis zehn, dem WAC (auswärts), Mattersburg (daheim) und St. Pölten (auswärts). „Die zwei Niederlagen tun extrem weh, wir müssen schauen, sie aus den Köpfen zu kriegen und am Samstag wieder voll angreifen“, sagte Schaub und gab damit die Marschroute vor.
Altach nach zwei Siegen im Aufwind
Die in Wien vor der Pause extrem defensiven und nach dem Seitenwechsel mutigeren Altacher sind demgegenüber nach dem zweiten Erfolg en suite im Aufwind. „Die Siege tun sehr gut“, betonte Matchwinner Aigner. Der 36-jährige Tiroler zeigte vom Punkt keine Nerven, wobei Richard Strebinger den zweiten Elfmeter fast pariert hätte. „Gott sei Dank gehen die Elfmeter fast immer rein“, sagte der Stürmer, aus dessen Sicht man beide Elfer geben konnte.
Dank Aigner wurde der Anschluss an die Top Vier, die fix einen Europacup-Startplatz bringen, geschafft, auf die Admira fehlen nur drei Zähler. „Der Klaus Schmidt freut sich, dass das Glück einmal für ihn und sein Team ausgeschlagen hat“, sagte Altachs Coach nach dem Erfolg. Beim ersten Saisonduell war das noch anders gewesen, da hatte Lucas Galvao erst in der 93. Minute Rapids 2:2 erzielt.
Links: