Zeuge im FIFA-Prozess: Schmiergelder über Steueroasen

Über Onlineüberweisungen, Konten in Steueroasen und Geldkuriere sind frühere südamerikanische Fußballfunktionäre wie Ex-FIFA-Vizepräsident Julio Grondona einer Zeugenaussage zufolge mit Schmiergeldern bestochen worden. Millionen von Dollar habe er den Funktionären so zukommen lassen, sagte Eladio Rodriguez, früherer Buchhalter einer argentinischen Sportmarketingfirma, am Donnerstag in New York.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP habe Rodriguez das am Donnerstag vor einem Gericht in New York ausgesagt. Die Schmiergelder seien notwendig gewesen, „um eine gute Beziehung zum südamerikanischen Fußballverband Conmebol zu halten und die Unterzeichnung von Verträgen zu erreichen“.

Grondona erhielt 2013 drei Mio. Dollar

Allein 2013 habe Grondona, der im Juli 2014 gestorben ist, mindestens drei Millionen Dollar erhalten, sagte Rodriguez. Sein Deckname sei „Papst“ gewesen. Das Geld sei auf Konten in Steueroasen deponiert, dort von Kurieren abgeholt und nach Buenos Aires gebracht worden. Daraufhin habe meist Grondonas Fahrer es ihm gebracht.

Im Prozess in New York stehen die drei ehemaligen Fußballfunktionäre Juan Angel Napout, Jose Maria Marin und Manuel Burga im Zentrum. Das Trio soll Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen haben. Als Gegenleistung sollen sie lukrative TV- und Sponsorenrechte für Fußballturniere an eine Marketingfirma vergeben haben.