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ÖSV-Asse setzen starken Saisonstart fort

Österreichs Speed-Herren haben ihren starken Start in den Olympiawinter fortgesetzt. Nach drei Podestplätzen in Lake Louise durften die ÖSV-Asse am Freitag über den ersten Saisonerfolg jubeln. Vincent Kriechmayr setzte sich im Super-G in Beaver Creek mit einem Vorsprung von 0,23 Sekunden vor dem Norweger Kjetil Jansrud durch. Der 26-jährige Oberösterreicher feierte damit auch seinen ersten Weltcup-Sieg.

Mit Hannes Reichelt schaffte ein weiterer Österreicher den Sprung auf das Stockerl. Der 37-jährige Routinier belegte exakt zwölf Jahre nach seinem ersten Weltcup-Sieg auf der „Birds of Prey“ wie schon in Lake Louise Rang drei. Sein Rückstand auf seinen Teamkollegen Kriechmayr betrug 0,33 Sekunden. Hinter den Franzosen Adrien Theaux (+0,44) und Alexis Pinturault (+0,53) fuhr Matthias Mayer zeitgleich mit Aksel Lund Svindal auf den sechsten Platz (+0,60). Max Franz, in Lake Louise noch Zweiter, wurde diesmal nur 19. (1,58).

Jubel von Vincent Kriechmayr

APA/AP/John Locher

Unmittelbar nach seiner Fahrt hatte Vincent Kriechmayr schon ein gutes Gefühl

Mann der Stunde war aber Kriechmayr. Nach zwei zweiten Plätzen in Kvitfjell (2015, 2016) und einem dritten Platz in Jeongseon (2016) schaffte er zu seiner Erleichterung endlich den Sprung nach ganz oben. „Ich bin froh, dass ich das geschafft habe. Das ist ein absolutes Highlight. Es ist mir alles aufgegangen, ich bin sehr stolz auf mich“, jubelte Kriechmayr nach seinem 86. Weltcup-Rennen im ORF-Interview. „Das war eine sehr gute Fahrt. Ich habe gesehen, dass es leichter geht als bei der Besichtigung. Ich habe voll attackiert.“

Kriechmayr zittert auf dem „Thron“

Mit Nummer drei zauberte der Oberösterreicher bereits die Bestzeit in den Schnee. Im Zielraum auf dem „Thron“ für den Schnellsten zu sitzen, bereitete Kriechmayr sichtlich Vergnügen, konnte er doch flankiert von Mayer und Reichelt Schmäh führen. Der 26-Jährige war sich aber lange nicht sicher, ob seine Zeit auch halten würde. „Unten beim Sprung habe ich zu viel Richtung gemacht“, hatte Kriechmayr noch Bedenken, ob es wirklich mit dem ersten Sieg klappen wird.

Der Siegeslauf von Kriechmayr

Vincent Kriechmayr kam mit einer Zeit von 1:09,71 Minuten ins Ziel.

Nach und nach scheiterten aber alle Favoriten an der Zeit des Österreichers, der bei seiner Fahrt auch sehr gute Sichtverhältnisse hatte und diese perfekt ausnutzte. Vor allem die favorisierten Norweger Jansrud, Svindal und Aleksander Aamodt Kilde, der am Ende Siebenter (+0,67) wurde, holten auf den letzten Metern auf, konnten Kriechmayr aber nicht mehr von Platz eins verdrängen.

Reichelt im Ziel „eher verwundert“

Reichelt hatte indes ein wenig Pech. Unmittelbar vor seiner Fahrt stürzte der Schweizer Mauro Caviezel. Es kam zu einer Rennunterbrechung, von der sich der 37-jährige Routinier aber nicht beirren ließ. Trotzdem war Reichelt mit seiner Fahrt nicht ganz zufrieden. „Im oberen Teil habe ich die Wellen nicht gesehen, das war viel Spekulation. Ansonsten habe ich versucht, den Ski runterzutreten. Im Ziel war ich eher verwundert, dass ich vorne dabei bin“, erklärte Reichelt.

Hannes Reichelt im Super-G von Beaver Creek

APA/EXPA/Johann Groder

Hannes Reichelt hatte bei seiner Fahrt nicht die besten Sichtverhältnisse

Dass es mit seinem insgesamt vierten Super-G-Sieg (dreimal Weltcup, einmal WM) in Beaver Creek nicht klappte, nahm er nicht weiter tragisch. „Ich bin froh, dass ich noch so fit bin und den Jungen halbwegs Paroli bieten kann“, erklärte Reichelt, der sich mit Kriechmayr freute. „Er hatte eine gewaltige Fahrt. Wenn man solche Kollegen im Team hat, ist dann natürlich super. An denen kann man sich im Training orientieren“, erklärte der Salzburger.

Herren-Super-G in Beaver Creek

  • 1. Vincent Kriechmayr (AUT)
  • 2. Kjetil Jansrud (NOR)
  • 3. Hannes Reichelt (AUT)

Mayer wieder als Testpilot unterwegs

Mayer ging wie schon in Lake Louise als Testpilot auf die Piste. Diesmal schied der Kärntner aber nicht aus und freute sich bereits unmittelbar nach der Zieldurchfahrt über seinen Lauf. „Es ist nicht einfach da runter. Es sind viele Wellen und viele Passagen, in denen man überlegt fahren muss. Es war extrem zu attackieren. Vincent hat meine Fahrt gesehen und gesagt, dass er noch ein Schäuferl drauflegen kann. Das hat er mir dann auch gleich gezeigt“, meinte Mayer mit einem Schmunzeln.

Für Lake-Louise-Sieger Jansrud reichte es diesmal „nur“ für Platz zwei. Der Norweger war damit aber nicht unzufrieden. „Ich bin gut gefahren, es war ein schwieriger Super-G. Kriechmayr ist brutal gut gefahren. Ich gratuliere Österreich, aber am Samstag ist ein neues Rennen“, kündigte Jansrud bereits die Revanche für die Abfahrt (19.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) an.

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