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Kein Überwintern in Europa League

Die Austria hat das Sechzehntelfinale der UEFA Europa League am Donnerstag mit einem 0:0-Heimremis gegen AEK Athen verpasst. Zum Abschluss der Gruppenphase war den Wienern vor 23.133 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion kein Erfolgserlebnis vergönnt. Den Griechen reichte die Nullnummer im direkten Duell zu Platz zwei in Gruppe D hinter Milan.

Die Violetten warten weiter auf das erste Überwintern im Europacup seit 2008. Am Ende blieb für die offensiv zu harmlos gebliebenen „Veilchen“ nur der letzte Gruppenplatz, weil Rijeka das Parallelspiel gegen Mailand gewann und die Austria noch überholte.

Abdullahi Ibrahim Alhassan (Austria Wien) auf dem Boden

ORF.at/Peter Pfeiffer

Aus in der Europa League: Enttäuschung in den Reihen der Violetten

Glück bei zwei AEK-Chancen

Weder Fans noch Spieler der Austria hatten erwartet, dass die Aufgabe gegen den zuvor neun Pflichtspiele ungeschlagenen Tabellenführer der griechischen Meisterschaft eine leichte werden würde. Bei den Violetten ist seit vielen Wochen der sprichwörtliche Wurm drinnen. Das zeigte sich auch in den Anfangsminuten gegen eine spielstarke und in den Zweikämpfen konsequent agierende AEK-Elf. Die Gäste hatten durch Konstantinos Galanopoulos (5./weit neben das Tor) und Sergio Araujo (15./knapp drüber) gleich zwei gute Chancen, beide entstanden aus schweren Abwehrschnitzern.

Die Austria-Abwehr, die fallweise von Raphael Holzhauser zu einer Fünferkette verstärkt wurde, präsentierte sich nicht sattelfest. Zum Glück für die Hausherren drückte AEK, dem ja ein Remis genügte, nicht mit der letzten Konsequenz an. Nach vorne ging bei den Wienern noch gar nichts. Sturmspitze Kevin Friesenbichler hing in der Luft, bekam keinen brauchbaren Ball. Wenn es für AEK ansatzweise gefährlich wurde, dann durch Standardsituationen mit Flanken von Holzhauser - aber auch da war die Athener Abwehr hellwach. Zur Pause hin belauerte man einander nur noch.

Nullnummern in Europa League

Die Austria schied nach dem 0:0 gegen AEK Athen aus der Europa League aus. Salzburg stand schon vor dem 0:0 in Marseille im Sechzehntelfinale.

Austria nach Pause druckvoller

Ognjen Vranjes (44.) hatte etwas Glück, als er Friesenbichler mit zwei gestreckten Beinen entgegensprang, dabei aber den Ball spielte und deshalb nur Gelb sah. Dann war Halbzeit, und die Austria musste sich dringend etwas einfallen lassen. Aus dem Mittelfeld, vor allem über die Flügel Felipe Pires (links) und Ismael Tajouri musste mehr kommen. Und wirklich ließ sich die zweite Hälfte gleich etwas besser an, zumindest was das Spieltempo beider Mannschaften betraf. Die vielen Fehlpässe setzten sich leider fort.

Dominik Prokop legte in der Zentrale der Austria jetzt einen Gang zu. Holzhauser riskierte öfter den direkten Ball in die Spitze. Doch Athen stand tief und massiv, lauerte auf Konter - man war mit jeder Minute, die verging, zufrieden. Eine Stunde war vorbei, und noch hatte keiner der beiden Torhüter auch nur einen Ball zu halten bekommen. Die Austria war nun die druckvollere Mannschaft, doch die Flanken, Steilpässe und Schüsse waren nicht präzise genug.

Dominik Prokop (Austira Wien) im Match gegen AEK Athen

ORF.at/Peter Pfeiffer

Dominik Prokop war einer der Aktivposten bei der Austria

Es dauerte bis zur 68. Minute, ehe Prokop nach einer missglückten Faustabwehr des griechischen Torhüters Panagiotis Tsintotas per Kopf fast traf. Holzhauser hatte den ursprünglichen Flankenball abgegeben. Es brauchte einen „Lucky Punch“, das wussten alle im eiskalten, aber atmosphärisch geladenen Stadion. Für die letzten 20 Minuten brachte Fink wie angekündigt den nach Kreuzbandriss wieder genesenen Offensivmann Lucas Venuto statt Tajouri. Der letzte Sturmlauf, das heiße Finish der Austria konnte beginnen.

Kein violettes Happy End

Allein, es wollte nicht so recht zünden, das erhoffte violette Grande Finale. Dann kam Christoph Monschein für den ausgepowerten Friesenbichler. Doch die Minuten tickten weiter unbarmherzig herunter, und die verzweifelten Angriffe der Austria versandeten weiterhin viel zu weit vor dem Tor der verbissen verteidigenden Athener. Die Griechen blieben noch dazu im Konter gefährlich, Pentz musste das eine oder andere Mal eingreifen. Als Referee Craig Pawson abpfiff, war die Europacup-Saison der Austria vorbei.

UEFA Europa League, Gruppe D, sechster Spieltag

Donnerstag:

Austria Wien - AEK Athen 0:0

Ernst-Happel-Stadion, 23.133 Zuschauer, SR Pawson (ENG)

Austria: Pentz - Blauensteiner, Kadiri, Serbest, Salamon (88./Sarkaria) - Holzhauser - Tajouri (72./Venuto), Prokop, Alhassan, Pires - Friesenbichler (77./Monschein)

Athen:: Tsintotas - Galo, Vranjes, Tschyhrynskyj, Bakakis - Christodoulopoulos (64./Bakasetas), Simoes, Galanopoulos, Lopes - Araujo (74./Klonaridis), Livaja (90./Kone)

Gelbe Karten: Alhassan bzw. Vranjes, Tschyhrynskyj, Bakakis

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