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Remis als gefühlte Niederlage

Rapids sieglose Serie in der tipico-Bundesliga hat sich am Samstag auf kuriose Art und Weise fortgesetzt. Die Hütteldorfer vernebelten im Allianz Stadion gegen Mattersburg Topchancen in Hülle und Fülle, sahen dann beim Stand von 0:2 schon wie der sichere Verlierer aus und erkämpften doch noch ein 2:2.

Es war bereits die vierte Partie in Serie ohne vollen Erfolg. Auch deshalb hielt sich bei Trainer Goran Djuricin die Freude über die Aufholjagd in engen Grenzen. „Wir haben druckvoll gespielt, die Leistung war sehr gut. Doch die Chancenauswertung und das Ergebnis sind katastrophal“, sagte der Wiener.

Djuricin schickte bei einem Eckball im Finish sogar Goalie Richard Strebinger nach vorne. „Weil das Unentschieden in diesem Match für mich wie eine gefühlte Niederlage war.“ Selbst diese Maßnahme brachte nicht den gewünschten Erfolg - am Ende blieb es beim Remis, weil Rapids Offensivspieler - diesmal vor allem Joelinton - im Abschluss schwere Mängel zeigten.

„Wir agieren nicht sehr glücklich“

Das Rätselraten über die Gründe für die mangelnde Effizienz geht damit weiter. Das zusätzliche Training für die Stürmer mit U18-Coach Zeljko Radovic brachte bisher nicht das gewünschte Ergebnis. „Man hat nicht auf alles eine Antwort. Zurzeit ist das Tor irgendwie verhext. Ich hoffe, dass das Glück irgendwann zurückkommt, das müssen wir uns aber auch erarbeiten“, sagte Djuricin.

Goran Djuricin

APA/Gert Eggenberger

Auch Djuricin findet derzeit keine Lösung für die Probleme im Sturm

Ähnlich äußerte sich Kapitän Stefan Schwab. „Im Moment agieren wir nicht sehr glücklich. Das müssen wir uns wieder erarbeiten.“ Das ständige Scheitern vor dem gegnerischen Tor löste beim Mittelfeldspieler Kopfschütteln aus. „Es ist Wahnsinn, ich kann mir das auch nicht erklären. Viel mehr Chancen als in diesem Match kann man sich nicht herausspielen. Der Punkt fühlt sich wie eine Niederlage an.“ Immerhin sei es positiv, dass Rapid überhaupt zu vielen Einschussmöglichkeiten komme. „Aber es ist egal, welchen Stürmer wir aufstellen, wir alle treffen nichts“, sagte Schwab.

Geht Prosenik im Winter?

Für Philipp Prosenik traf das jedoch nicht zu. Der 24-Jährige erzielte bereits 38 Sekunden nach seiner Einwechslung das 2:2. In Rapids Mittelstürmerhierarchie ist er hinter Joelinton und Giorgi Kvilitaia nur die Nummer drei, in dieser Saison brachte er es lediglich auf fünf Ligaeinsätze, weshalb der Wiener als Wechselkandidat in der Wintertransferzeit gilt. Daran dürfte wohl auch sein Treffer gegen Mattersburg nichts ändern. „Aber zu meiner Zukunft möchte ich mich nicht äußern“, sagte Prosenik.

Auch Djuricin gab sich im Zusammenhang mit dieser Personalie zugeknöpft. „Wir werden das nach dem letzten Spiel in diesem Jahr besprechen.“ Da wartet auf Rapid am Samstag auswärts der SKN St. Pölten, gegen den ein Sieg dringend nötig ist, damit der Rückstand des Tabellendritten auf Sturm Graz und Red Bull Salzburg nicht weiter anwächst.

Rückstand auf Spitze „tut weh“

Die Grün-Weißen liegen schon 13 Zähler hinter Leader Sturm und elf hinter den Salzburgern. „Es tut weh, so einen Rückstand zu haben. Die zwei spielen, wie es scheint, in einer eigenen Liga. Aber spielerisch können wir mit ihnen mithalten und waren in einigen Phasen sogar besser“, sagte Djuricin und erinnerte an die bisherigen Saisonduelle mit Salzburg und Sturm.

Für Schwab ist das nur ein schwacher Trost: „Wir haben das Saisonziel, unter die Top Drei zu kommen, da sind wir dabei. Aber wir haben zu wenig Punkte.“ Immerhin gab es abseits vom sportlichen Geschehen positive Schlagzeilen: Rapid-Fans sammelten 65.000 Euro für das Kinderhospiz Netz.

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