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Gelungener Schlusspunkt in Graz

Das 3:2 von Puntigamer Sturm Graz gegen SKN St. Pölten am Samstag war das letzte Heimspiel, das der Deutsche als Coach der Steirer bestritten hat. Wichtiger als der Sieg war für Foda die enge Verbindung, die sich zwischen ihm und dem Grazer Anhang zeigte. „Der Abschied war perfekt“, sagte der neue ÖFB-Teamchef.

„Beim letzten Heimspiel sind die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen“, sagte Foda. Der knappe Erfolg gegen das Schlusslicht war der achte Heimsieg in dieser Saison, zudem gab es zwei Unentschieden vor heimischem Publikum - Niederlage hingegen keine einzige. Sturm behauptete damit seine Stellung als beste Heimmannschaft der Bundesliga.

Nach nicht einmal 50 Sekunden lagen die Grazer dank Christian Schoissengeyr schon in Führung, nach fünf Minuten stand es durch einen Treffer von Marvin Potzmann bereits 2:0. Ein zweiter Treffer von Schoissengeyr (33.) war genug, um den Doppelpack von St. Pöltens Daniel Schütz (11./38.) abzufedern. Nach der Pause ließen es die beiden Teams dann ruhiger angehen.

Ehrung vor dem Spiel, Jubel danach

Schon vor dem Anpfiff war Foda von der Clubführung und dem steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer geehrt worden. Unter anderem bekam er eine Bank aus Zirbenholz geschenkt. „Die wird sicher in meinem Garten einen schönen Platz finden“, sagte Foda, wenngleich er anfügte, dass er durch den vollen Terminkalender als ÖFB-Teamchef demnächst wenig Zeit haben werde, sie gebührend einzusitzen.

Feier für Franco Foda

APA/Erwin Scheriau

Foda kann auch später noch auf der Sturm-Bank sitzen

Nach dem Spiel erreichten die Emotionen in der Merkur-Arena ihren Höhepunkt. Minutenlang wurde Foda von den Anhängern beklatscht und mit Sprechchören gefeiert. Schließlich bekam der Deutsche ein Mikrofon in die Hand und bedankte sich bei den Fans in der Nordkurve, die ihn in seiner Trainerära nicht immer mit Liebe überhäuft hatten. „Ihr seid die besten Fans in Österreich. Ich liebe euch“, rief Foda.

„Eine schwarz-weiße Legende“

„Die Verabschiedung war grandios. Das war immer so mein Wunsch, seitdem ich zurückgekommen bin“, sagte der 51-Jährige danach. „Ich wollte einfach Danke sagen für all die Jahre.“ Ein Transparent hatte es ihm offenbar besonders angetan. „Wie in jeder Ehe gab es Zwist und Freude ohne Ende - was bleibt, ist eine schwarz-weiße Legende“, stand da geschrieben. „Das trifft es recht gut. Es gab viel Freude, viel Kritik ... Das gehört einfach dazu zu unserem Job.“

Auch die Spieler fanden die Darbietung gelungen. „Der Trainer ist emotional nicht die Bombe, aber heute hat er erstmals Emotionen gezeigt und auch Tränen vergossen“, sagte Stefan Hierländer und brachte es damit auf den Punkt. „Das war heute Gänsehaupt pur“, betonte selbst Gästetrainer Oliver Lederer.

Kein Abschied für immer?

Am Dienstag wird es bei der Clubweihnachtsfeier noch einmal emotional werden. Am Sonntag bestreitet Foda dann auswärts gegen die Wiener Austria sein letztes Spiel als Sturm-Trainer.

Sein vorläufig letztes, sollte man vielleicht hinzufügen. Denn schließlich ist nicht auszuschließen, dass er nach seiner Zeit beim ÖFB noch einmal nach Graz zurückkehrt. „Sturm hat in unserem Leben immer eine große Rolle gespielt“, sagte Foda und verwies auf seine Familie. Auch bei seiner Frau und seinen Söhnen habe der Verein einen festen Platz im Herzen, versicherte er.

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