Themenüberblick

Wiener beendet Erfolglosigkeit des BVB

Mit einem 2:0 am Dienstag in Mainz hat Neotrainer Peter Stöger die acht Spiele währende sieglose Serie des deutschen Bundesligisten Borussia Dortmund beendet und für Jubel beim BVB gesorgt. Die Erleichterung war dem Wiener anzusehen, war doch der Druck bei seiner Bestellung am Sonntag groß.

Für Stöger war es auch ein persönlicher Erfolg, schließlich holte er in nur einem Spiel mit dem BVB so viele Punkte wie mit seinem Ex-Club Köln in 14 Spielen davor. „Es ist erfreulich für mich und den BVB. Die Kombination tut gut“, so Stöger, der den ersten Ligasieg seit 20. Mai feiern durfte.

Das Vertrauen der BVB-Bosse hat sich vorerst aber ausgezahlt, Spieler und Fans durften dank Toren von Sokratis (55.) und Shinji Kagawa (89.) über den ersten Sieg seit 30. September (2:1 in Augsburg) jubeln. „Nach langer Zeit gab es für den BVB mal wieder ein Erfolgserlebnis in einem Ligaspiel - und für mich auch. Es ist schon länger her bei mir“, sagte Stöger augenzwinkernd.

2:0-Sieg bei Stögers Dortmund-Debüt

Das erste Spiel von Peter Stöger als Trainer von Borussia Dortmund verlief erfolgreich, seine Mannschaft beendete eine über zwei Monate andauernde sieglose Serie mit einem 2:0-Erfolg gegen Mainz.

Im Laufe des Spiels immer besser

„Wir freuen uns alle sehr über diesen Sieg“, sagte Stöger nach seinem gelungenen Debüt. „Wichtig ist nur, dass wir etwas hier mitgenommen haben.“ Dortmund war in der ersten Halbzeit in Mainz die Verunsicherung noch anzusehen. „Wir haben etwas schwer ins Spiel gefunden, aber in der ersten Halbzeit Ordnung reingebracht“, so der ehemalige Meistermacher der Austria.

Stöger, der nur eine Trainingseinheit mit den Dortmundern hatte, nahm drei Umstellungen in der Startformation vor. Vor allem in den Köpfen der Spieler dürfte er aber etwas geändert haben. Einsatz und Wille stimmten, zusätzliche Auswirkungen zeigte die Pausenansprache.

„Die zweite Halbzeit war dann deutlich besser, wir konnten Kontrolle ausüben, hätten es vielleicht sogar früher zumachen können. Man hat phasenweise gesehen, dass wir richtig guten Fußball spielen können. Insgesamt sind wir sehr zufrieden“, resümierte Stöger auf Sky. Er versuchte, die Spieler wieder dort spielen zu lassen, wo sie sich wohlfühlen - ein Konzept, das aufging.

„Qualitäten bestmöglich nutzen“

Der 51-Jährige vergaß in der Stunde des Erfolgs aber auch nicht, seinem Vorgänger zu danken: „Ein Teil dieses Sieges gehört Peter Bosz.“ Seine eigene Handschrift konnte Stöger natürlich noch nicht komplett durchsetzen, in Ansätzen war seine Spielauffassung bereits erkennbar. „Die Zeit vor dem Spiel war knapp, ich kenne die Mannschaft schließlich erst seit zwei bis drei Tagen. Mir geht es einfach darum, die Qualitäten der Spieler bestmöglich zu nutzen.“ Die Offensivtaktik von Bosz zügelte Stöger in Mainz, der Defensive gab er mehr Stabilität.

Dortmund-Trainer Peter Stöger während des Spiels in Mainz

APA/AFP/Daniel Roland

Stöger wies Dortmund den Weg zum Sieg

„Er hat einfache Sachen erklärt und uns nicht mit zu vielen Infos belagert“, berichtete Kapitän Marcel Schmelzer, der seine Kollegen nach dem 1:2 am Samstag gegen Bremen („Eine absolute Frechheit“) noch zusammengestaucht hatte. Nun stellte er fest: „Mentalität und Leidenschaft haben 90 Minuten gestimmt.“ Julian Weigl, der unter Stöger „ein bisschen freier“ als zuletzt agieren durfte, ergänzte: „Unterm Strich sind wir sehr zufrieden, aber es war nur der erste Schritt in die richtige Richtung.“

Stöger keine „Notlösung“

Am Samstag (18.30 Uhr) wird mit Hoffenheim ein unangenehmer Gegner zu Gast sein. Pikant war, dass Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann in Mainz auf der Tribüne saß, um seinen nächsten Gegner zu beobachten. Zugleich schürte sein Erscheinen neuerlich die Spekulationen. Bereits jetzt wird der 30-Jährige als Nachfolger von Stöger gehandelt, der nur einen Vertrag bis zum Saisonende hat.

„Ich kann versichern, dass wir uns mit niemandem einig sind“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Sport Bild“. „Wir haben mit Peter Stöger eine klare Absprache, die ist zwischen allen Beteiligten sauber kommunziert“, betonte er und verwehrte sich dagegen, Stöger als „Notlösung“ zu bezeichnen.

Deutsche Bundesliga, 16. Runde

Mittwoch:

Bayern München - Köln 1:0 (0:0)

Tor: Lewandowski (60.)

Alaba spielte bei Bayern durch.

Schalke - Augsburg 3:2 (1:0)

Tore: Di Santo (44.), Burgstaller (47.), Caligiuri (83./Elfmeter) bzw. Caiuby (64.), Gregoritsch (80./Elfmeter)

Burgstaller spielte bei Schalke bis zur 86. Minute bzw. Hinteregger und Gregoritsch spielten bei Augsburg durch, Danso bis zur 62. Minute

Leverkusen - Bremen 1:0 (1:0)

Tor: Alario (11.)

Baumgartlinger spielte bei Leverkusen bis zur 87. Minutebzw. Kainz spielte bei Bremen bis zur 69., Junuzovic ab der 61. Minute

Hertha BSC - Hannover 3:1 (2:0)

Tore: Kalou (18., 45.), Torunarigha (83.) bzw. Bebou (65.)

Lazaro spielte bei Hertha durch bzw. Harnik spielte bei Hannover durch

Hoffenheim - Stuttgart 1:0 (0:0)

Tor: Uth (81.)

Posch spielte bei Hoffenheim durch, Grillitsch ab der 61. Minute

Dienstag:

Wolfsburg - Leipzig 1:1 (1:0)

Tore: Verhaegh (15./Elfmeter) bzw. Halstenberg (52.)

Gelb-Rot: Upamecano (92./Leipzig)

Ilsanker (Leipzig) spielte durch, Laimer ab der 82. Minute

Mainz - Dortmund 0:2 (0:0)

Tore: Sokratis (55.), Kagawa (89.)

Freiburg - Mönchengladbach 1:0 (1:0)

Tor: Petersen (20./Elfmeter)

Hamburger SV - Frankfurt 1:2 (1:2)

Tore: Papadopoulos (9.) bzw. Wolf (16.), Gacinovic (24.)

Tabelle

Links: