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0,02 Sekunden entscheiden Gröden-Krimi

Ein spannender Super-G in Gröden hat am Freitag einen Überraschungssieger gebracht. Der Deutsche Josef Ferstl feierte auf der Saslong seinen ersten Weltcup-Erfolg und setzte sich dabei knapp vor zwei Österreichern durch. Max Franz landete mit einem Rückstand von 0,02 Sekunden auf dem zweiten Rang. Matthias Mayer war als Dritter eine Zehntelsekunde langsamer als Ferstl, dessen bisher bestes Weltcup-Ergebnis ein fünfter Rang war.

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Die ÖSV-Herren holten damit in drei Super-G im Olympiawinter bereits sechs Podestplätze. Abgerundet wurde das neuerlich starke Ergebnis durch Vincent Kriechmayr. Der Sieger von Beaver Creek belegte hinter dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde (0,22) den fünften Rang (0,30). Auf Rang elf landete überraschend Niklas Köck (0,95). Hannes Reichelt, der saisonübergreifend in den letzten vier Super-G auf dem Stockerl gestanden war, musste sich mit Platz 15 (1,38) begnügen. Romed Baumann wurde 16. (1,42).

Herren-Super-G in Gröden

  • 1. Josef Ferstl (GER)
  • 2. Max Franz (AUT)
  • 3. Matthias Mayer (AUT)

Schwerer Fehler kostet Mayer Sieg

Der Super-G war von wechselnden Sichtverhältnissen geprägt und wurde nach 38 von 80 Läufern endgültig abgebrochen. Bereits nach elf Läufern musste das Rennen wegen Nebels erstmals für knapp 20 Minuten unterbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt führte bereits Ferstl, der mit Nummer zwei gestartet war. Mayer brachte die Bestzeit massiv in Gefahr. Der 27-jährige Kärntner war bei der zweiten Zwischenzeit der klar Schnellste. Ein schwerer Fehler auf der Ciaslat kostete Mayer aber über eine halbe Sekunde und damit den Sieg.

„Ich hatte bei der Einfahrt noch mehr Richtung. Die zwei Wellen waren dann extrem spitz. Ich bin dann gerade noch um das Tor gekommen. Ein wenig wurmen tut mich das schon. Mit dem Fehler hätte ich nicht gedacht, dass ich noch Dritter werde. Es ist ärgerlich, aber trotzdem bin ich zufrieden. Ich gratuliere Sepp (Ferstl, Anm.) zu seinem ersten Weltcup-Sieg“, sagte Mayer im ORF-Interview.

Matthias Mayer (AUT)

Matthias Mayer brilliert im oberen Teil mit absoluter Zwischenbestzeit, ein schwerer Fehler kostet den Kärntner aber die Siegeschance.

Franz mit zu viel Kontrolle

Während der Abfahrtsolympiasieger seine Siegeschancen auf der Ciaslat verspielte, konnte Franz auf diesem Abschnitt auf Ferstl Zeit gutmachen. Am Ende fehlte dem 28-Jährigen ein Wimpernschlag für seinen zweiten Weltcup-Sieg. „Meine Fahrt war in Ordnung, ich habe keinen Fehler gemacht. Es sind ein paar Kurven dabei, bei denen die Richtung passen muss. Da bin ich vielleicht zu hart gefahren. Es war ein bisschen Kontrolle dabei“, erklärte Franz, der auch schon in Lake Louise Zweiter gewesen war.

Auch Kriechmayr sprach von einer Fahrt ohne Fehler, die er aber die Linie betreffend mit einer Spur zu wenig Risiko absolvierte. „Drei Zehntelsekunden sind nicht viel. Mir ist es ein bisschen zu leicht von der Hand gegangen. Aber es war kein schlechtes Rennen von mir. Ich war im Ziel überrascht, weil jede Welle exzellent gepasst hat. Die offenen Tore bin ich zu rund gefahren“, sagte der Oberösterreicher.

Erster deutscher Super-G-Sieg seit 1991

Am Ende hatte Ferstl die entscheidenden Hundertstelsekunden auf seiner Seite. Nach langem Zittern im Zielbereich stand der zweite deutsche Super-G-Sieger der Weltcup-Geschichte fest. Den bisher letzten Erfolg hatte Markus Wasmeier, der insgesamt sechs Super-G gewinnen konnte, im Jahr 1991 geholt. „Das ist unglaublich. Wir haben viel und hart gearbeitet. Wir sind am Boden gelegen und wieder aufgestanden. Jetzt haben wir ein super Team. Dass ich das mit einem Sieg krönen kann, ist der Wahnsinn. Das Glück war heute auf meiner Seite“, jubelte Ferstl.

Max Franz und Josef Ferstl

APA/AP/Alessandro Trovati

Josef Ferstl und Max Franz sorgten in Gröden für ein spannendes Rennen

Der 28-Jährige beendete mit seinem Überraschungssieg auch die Erfolgsserie der Norweger im Super-G in Gröden. In den letzten fünf Jahren hatten sich Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud den Sieg untereinander ausgemacht. Svindal, der weiter Probleme mit seinem Knie hat, kam diesmal nicht über Rang neun (0,60) hinaus. Jansrud verpasste überhaupt die Weltcup-Ränge. Der 28-Jährige lag bei der zweiten Zwischenzeit 0,10 Sekunden vor Ferstl, danach unterlief ihm allerdings auf der Ciaslat ein schwerer Fehler. Im Super-G-Weltcup blieb der Norweger trotzdem in Führung. Kriechmayr und Franz verkürzten den Rückstand aber auf sechs bzw. acht Punkte.

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