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Auf den Spuren von Sven Hannawald

An Kamil Stoch führte bei der 66. Vierschanzentournee bisher kein Weg vorbei. Der 30-jährige Pole war in fünf von sechs Wertungssprüngen der Beste und kommt nach drei Tagessiegen als klarer Spitzenreiter zum Finale am Samstag (17.00 Uhr, live in ORF eins) in Bischofshofen. Nach dem Aus des Deutschen Richard Freitag hat Stoch 64,5 Punkte Vorsprung auf dessen Landsmann Andreas Wellinger.

Der Doppelolympiasieger und Bischofshofen-Vorjahressieger könnte nicht nur seinen zweiten Gesamtsieg bei der Tournee nach dem Erfolg 2016/17 feiern, sondern auch ein besonderes Kapital Skisprunggeschichte schreiben. Denn mit einem weiteren Erfolg auf der Paul-Außerleitner-Schanze wäre Stoch nach Sven Hannawald (2001/02) der erst zweite Skispringer, der alle vier Bewerbe einer Tournee gewinnt. Bisher waren neun Athleten mit drei Tagessiegen zum Finale gekommen, doch nur Hannawald hat den „Grand Slam“ geschafft.

„Ich schaue nicht auf Rekorde“

Doch Skisprunggeschichte ist für den Absolventen der Sportakademie in Krakau, der auch schon Weltmeister (2013) und Weltcup-Sieger (2013/14) war, offenbar kein Hauptfach. „Ich schaue nicht auf Gewinne oder Rekorde, das bedeutet mir nichts“, sagte Stoch zuletzt in Innsbruck. „Ich fokussiere mich auf das Springen und freue mich, wenn mir das sehr gut gelingt.“

Kamil Stoch

GEPA/Felix Roittner

Seit Oberstdorf hat Stoch die Führung nicht mehr hergegeben

Vom möglichen „Grand Slam“ wollte Stoch, der in der Qualifikation am Freitag Rang fünf belegte, noch nicht sprechen. „Dazu braucht man auch Glück. Wir werden sehen“, sagte er. Kein Glück hatte in Innsbruck Richard Freitag. Der einzige verbliebene Rivale Stochs stürzte in Innsbruck im ersten Durchgang und musste aus der Tournee aussteigen. Es sei nicht leicht, über diese Situation zu sprechen, sagte Stoch. „Es ist traurig. Wir arbeiten alle hart, aber solche Dinge passieren eben. Ich wünsche Richie, dass er bald auf dem höchsten Niveau zurück ist.“

Erster Verfolger des Tournee-Dominators ist nun Vizeweltmeister Wellinger mit den Tagesrängen zehn, elf und drei. „Kamil kann sich nur selbst schlagen, und das wird nicht passieren“, sagte der 22-Jährige zur Ausgangslage. „Es wünscht ihm keiner, dass so etwas passiert wie dem Richie.“

ÖSV-Adler hoffen auf Besserung

Österreichs Topspringern bleibt die Hoffnung, sich in Bischofshofen an dort früher gezeigten Leistungen aufzurichten. Michael Hayböck war als Zehntem in Innsbruck der gewünschte Aufschwung gelungen. Im Pongau hat er 2015 gewonnen und war danach Dritter sowie im Vorjahr Zweiter hinter Stoch. In der Qualifikation musste sich Hayböck allerdings mit Rang 24 zufrieden geben.

Michael Hayböck

GEPA/Felix Roittner

Bei Hayböck ging es zuletzt etwas aufwärts

Gregor Schlierenzauer (28. der Quali) kommt als zweifacher Sieger (zuletzt 2013) zum Tournee-Finale, und Lokalmatador Stefan Kraft hat dort im Weltcup debütiert (2012) und 2013 als Dritter seinen ersten Podestplatz geholt. Nach dem 24. Platz am Bergisel gab der Doppelweltmeister zu, etwas verunsichert zu sein. Immerhin war er als Vierter der Qualifikation klar bester Österreicher. Cheftrainer Heinz Kuttin setzt auf den Heimvorteil: „Vielleicht kommt in Bischofshofen die Leichtigkeit zurück. Darauf arbeiten wir hin.“

Dreikönigsspringen in Bischofshofen

K.-o.-Duelle im ersten Durchgang:
1. Stephan Leyhe GER
2. Noriaki Kasai JPN
3. Kilian Peier SUI
4. Michael Hayböck AUT
5. Gregor Schlierenzauer AUT
6. Manuel Fettner AUT
7. Andreas Stjernen NOR
8. Halvor Egner Granerud NOR
9. Clemens Aigner AUT
10. Daniel Andre Tande NOR
11. Junshiro Kobayashi JPN
12. Maciej Kot POL
13. Sebastian Colloredo ITA
14. Daniel Huber AUT
15. Constantin Schmid GER
16. Domen Prevc SLO
17. Anze Semenic SLO
18. Karl Geiger GER
19. Timi Zajc SLO
20. Piotr Zyla POL
21. Kevin Bickner USA
22. Denis Kornilow RUS
23. Alex Insam ITA
24. Stefan Hula POL
25. Taku Takeuchi JPN
26. Peter Prevc SLO
27. Jakub Wolny POL
28. Anders Fannemel NOR
29. Manuel Poppinger AUT
30. Ryoyu Kobayashi JPN
31. Dimitri Wassiliew RUS
32. Jernej Damjan SLO
33. Tomasz Pilch POL
34. Markus Eisenbichler GER
35. Elias Tollinger AUT
36. Andreas Wellinger GER
37. Mackenzie Boyd-Clowes CAN
38. Ziga Jelar SLO
39. Markus Schiffner AUT
40. Robert Johansson NOR
41. Cestmit Kozisek CZE
42. Kamil Stoch POL
43. Pius Paschke GER
44. Stefan Kraft AUT
45. Clemens Leitner AUT
46. Simon Ammann SUI
47. Kento Sakuyama JPN
48. Johann Andre Forfang NOR
49. Alexej Romaschow RUS
50. Dawid Kubacki POL

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