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„Wollen uns mit den Besten messen“

Die Teamchef-Ära von Franco Foda hat nun auch offiziell begonnen. Seit 1. Jänner 2018 hat der 51-Jährige auch sein Büro im Ernst-Happel-Stadion bezogen. Und Foda beginnt seine Amtszeit mit einem dichten Programm. Der Teamchef begibt sich auf Beobachtungstour seiner Schützlinge durch Europas Stadien. Im März warten mit Testspielen gegen Slowenien und Luxemburg die ersten Bewährungsproben.

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Die Spiele am 23. März gegen die slowenischen Nachbarn in Klagenfurt und vier Tage später am 27. März in Luxemburg werden die offiziellen Länderspiele zwei und drei des Deutschen werden. Sein Debüt an der Seitenlinie gab Foda bereits am 14. November mit einem überraschenden 2:1-Sieg gegen den zweifachen Weltmeister Uruguay.

Foda startet als Fußballteamchef

Bei seinem Amtsantritt als ÖFB-Teamchef am Montag hat Franco Foda seinen groben Plan für das Jahr 2018 präsentiert. Es sind unter anderem Spiele gegen Deutschland, Russland und Luxemburg vorgesehen.

Am 30. Mai und 2. Juni warten in Innsbruck bzw. Klagenfurt mit WM-Gastgeber Russland und Weltmeister Deutschland die ersten Highlights seiner Amtszeit. „Die zwei WM-Teilnehmer sind absolute Herausforderungen, aber wir wollen uns mit den Besten messen und da auch gute Leistungen abrufen. Das muss unsere Mentalität sein“, sagte Foda, der künftig von seinem Wohnort Graz bei Bedarf nach Wien ins Büro pendeln wird.

Die richtigen und besten Spieler

„Wir freuen uns auf die neuen Herausforderungen und sind schon voller Elan“, sagte Foda am Montag stellvertretend auch für seine Assistenten Thomas Kristl und Imre Szabics. Bereits am Freitag wird der Trainer beim Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München den langjährigen Teamspielern Julian Baumgartlinger und David Alaba, aber auch wenn möglich Bayern-Youngster Marco Friedl auf die Beine schauen. „Wir werden in den nächsten Monaten viel unterwegs sein und uns viele Spieler anschauen, damit wir für die Zukunft eine vernünftige Basis haben.“

Franco Foda und Leo Windtner

GEPA/Christian Ort

ÖFB-Boss Leo Windtner (r.) wird den Teamchef in nächster Zeit wenig sehen

Bis zur Bekanntgabe des nächsten Kaders ist zwar noch viel Zeit, in Fodas Kopf schwirren jedoch bereits viele Namen herum - auch einige, die bisher nicht zu Teamehren gekommen sind. 40 bis 50 Spieler kommen laut Foda infrage. „Wir wollen die Besten nominieren, aber auch die, die am besten miteinander harmonieren“, sagte der Teamchef, ohne weitere Namen zu nennen, „zuerst gilt es einmal, die richtigen Spieler für den nächsten Lehrgang auszusuchen. Daher müssen wir uns ein Bild von den Spielern machen, von ihrer aktuellen Leistungsstärke.“

Nicht alles umkrempeln

Auf den ersten Abstecher nach Deutschland folgt eine Reise nach Spanien zu den Trainingslagern der heimischen Spitzenclubs, ehe wieder ein Ausflug nach Deutschland und auch ein Gespräch mit David Alaba ansteht. Die ewige Frage, ob der Wiener, der gegen Uruguay verletzt fehlte, künftig auch im Nationalteam so wie bei Bayern links hinten spielen wird, wollte Foda nicht direkt beantworten. Aber: „Ein Spieler spielt immer da, wo der Trainer glaubt, dass er am besten aufgehoben ist.“ Bei Marko Arnautovic könnte das auch die Stürmerposition sein. Foda verwies auf dessen jüngste Torserie im 3-5-2-System von West Ham.

Aleksandar Dragovic und Franco Foda

ORF.at/Christian Öser

Gegen Uruguay bediente sich Foda noch vieler von Kollers Stammkräften

Eines stellte Foda erneut klar: Alles über den Haufen werfen, was sein Vorgänger Marcel Koller aufgebaut hat, will er nicht. „Unter Marcel Koller wurde sehr gut gearbeitet. Das Nationalteam hat uns ja sehr viel Freude bereitet. Es wird wichtig sein, dass wir da weiter arbeiten. Die Fans im Stadion müssen immer das Gefühl haben, dass eine Mannschaft 90 Minuten alles investiert, um ein Spiel zu gewinnen“, sagte Foda, „Erfolg wird natürlich an Ergebnissen gemessen, aber es wird auch wichtig sein, der Mannschaft eine Handschrift zu verpassen und dass ein Fortschritt erkennbar ist.“

Spannendes erstes Halbjahr

Die ersten Möglichkeiten, 90 Minuten auf Sieg zu spielen, bieten sich am 23. März in Klagenfurt gegen Slowenien und dann am 27. März in Luxemburg. Foda hat sich laut eigener Aussage bereits die Zeit genommen, die Slowenen unter die Lupe zu nehmen. „Defensiv kompakt“ lautet das Urteil des Deutschen. Das bisher einzige Länderspiel mit dem Nachbarn wurde aus österreichischer Sicht 1997 in Linz mit 0:2 verloren. Auch Luxemburg, das man in fünf Duellen ebenso oft besiegte, sei ein „interessanter Gegner“. In der vergangenen WM-Qualifikation trotzten die Kicker aus dem Großherzogtum Vizeeuropameister Frankreich auswärts ein 0:0 ab.

Richtige Gradmesser werden aber die Duelle mit WM-Gastgeber Russland und dem noch amtierenden Weltmeister Deutschland. Speziell Letzteres ist für den Deutschen Foda wenig überraschend „sehr speziell“. Schließlich trifft der 51-Jährige auf zahlreiche persönlich bekannte Gesichter. „(Teamchef Joachim, Anm.) Löw war kurzzeitig mein Trainer beim VfB Stuttgart, mit seinem Assistenten Thomas Schneider habe ich selbst gespielt“, so Foda, „Es wird einen regen Austausch geben - vor und nach dem Spiel. Aber jetzt bin ich Teamchef von Österreich.“

Kein Zeichen gegen Wien

Dass von den ersten drei Länderspielen auf eigenem Boden keines in Wien stattfindet, sondern zweimal Klagenfurt und einmal Innsbruck die Bühne bieten, sei aber kein Zeichen gegen die Bundeshauptstadt - sagte zumindest Leo Windtner, der Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB). Bei Russland und Deutschland hätten in deren WM-Vorbereitung „logistische Gründe“ für eine Austragung in den Bundesländern gesprochen, so der Oberösterreicher. Russland bereitet sich in Tirol, Deutschland etwas weiter südlich in Südtirol auf die WM-Endrunde vor.

Der ÖFB-Präsident will allerdings auch mit der neuen Bundesregierung und der Stadt Wien das Projekt eines neuen Nationalstadions vorantreiben. Im Regierungsprogramm ortet Windtner ein klares Bekenntnis zu „Maßnahmen in Richtung Infrastruktur“. Auch ein Termin beim neuen Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) soll bereits im Kalender eingetragen sein. Von Teamchef Foda gibt es uneingeschränkte Unterstützung: „Es wäre gut, wenn wir in Wien ein neues Stadion bauen würden“, so der Deutsche. Bei seinem Debüt gegen Uruguay hatten sich nur 11.700 Zuschauer ins Happel-Stadion verirrt.

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