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Vorsprung auf die Technik-Spezialisten

Vincent Kriechmayr hat sich am Freitag mit einer starken Abfahrt die klar Zwischenführung in der Kombination in Wengen geholt. Der 26-jährige Oberösterreicher absolvierte den Ritt über das Lauberhorn in 1:43,66 Minuten und klassierte sich damit 0,59 Sekunden vor ÖSV-Teamkollegen Hannes Reichelt. Der Italiener Dominik Paris geht als Dritter mit einem Rückstand von 0,76 Sekunden in den Slalom (14.00 Uhr, live in ORF eins).

Hinter den Südtirolern Peter Fill (0,78) und Christof Innerhofer (0,84) sowie den Norwegern Aleksander Aamodt Kilde (1,00) und Kjetil Jansrud (1,07) landete Matthias Mayer als zweitbester ÖSV-Läufer auf Rang acht (1,12). Romed Baumann wurde 14. (1,56). Von den Technik-Spezialisten hielten vor allem der Schweizer Weltmeister Luca Aerni (2,15) und der Franzose Victor Muffat-Jeandet (2,54) vor dem Slalom den Rückstand in Grenzen. Auch ÖSV-Slalom-Fahrer Marco Schwarz absolvierte mit Rang 40 (2,97) eine durchaus passable Abfahrt.

Vincent Kriechmayr

APA/AFP/Fabrice Coffrini

Vincent Kriechmayr zeigte in der Kombination eine lockere und schnelle Abfahrt

In Abwesenheit von Alexis Pinturault, der die erste Kombination in Bormio für sich entscheiden konnte, aber auf einen Start in Wengen verzichtete, geht es in der zweiten und bereits letzten Kombi im Olympiawinter auch um die ersten Kristallkugel in dieser Saison. Gute Chancen darauf haben Fill und Jansrud, die in Bormio hinter dem Franzosen auf den Rängen zwei und drei gelandet waren.

Kriechmayr holt Vorsprung in Kernen-S

Kriechmayr hat seine Chancen auf Kristall bereits in Bormio verspielt, als er im Slalom auf dem Weg zu einem Podestplatz kurz vor dem Ziel ausschied. Mit seiner Leistung in der um 40 Sekunden kürzeren Kombi-Abfahrt, die vor dem Hundschopf gestartet wurde, war der Oberösterreicher schon einmal sehr zufrieden. Kriechmayr erwischte dabei das Kernen-S optimal und kam mit einem klaren Geschwindigkeitsüberschuss aus dieser schwierigen Passage.

Vincent Kriechmayr (AUT)

Vincent Kriechmayr erwischt mit dem Kernen-S eine der Schlüsselstellen perfekt und holt sich die klare Bestzeit vor Hannes Reichelt.

„Ich habe es gut erwischt, es war meine beste Fahrt in Wengen. Es wäre schön, wenn ich das morgen (Spezialabfahrt um 12.30 Uhr, live in ORF eins) noch einmal zusammenbrächte. Jetzt muss ich aber einmal schauen, dass ich einen guten Slalom fahre. Das Kernen-S bin ich gut gefahren, aber bei meiner Slalom-Leistung muss ich in der Abfahrt alles riskieren, das ist mir aufgegangen“, bilanzierte der Super-G-Sieger von Beaver Creek im ORF-Interview.

Die Ausgangsposition für Kriechmayr ist jedenfalls günstig, da nur wenige Technik-Spezialisten am Start sind. Die Konkurrenz hat den Oberösterreicher fix auf der Rechnung. „Vincent ist in Bormio auch super Slalom gefahren. Das wird hart, ihn zu biegen“, sagte Paris, der in Bormio als Führender nach der Abfahrt im Slalom ebenfalls ausgeschieden ist.

Reichelt verzichtet auf Slalom

Mayer, der in Bormio Sechster geworden war und damit auch theoretisch um die Kristallkugel kämpft, und Baumann verspielten dagegen im Kernen-S ihre Chancen auf eine bessere Platzierung. „Dort, wo Vincent den großen Vorsprung herausgefahren hat, da habe ich Zeit verloren. Mit der Kurve werde ich nicht so richtig warm. Ich habe schon alle mögliche Varianten probiert. So richtig aufgegangen ist noch keine. Vielleicht klappt es ja morgen“, sagte Baumann.

Matthias Mayer (AUT)

Matthias Mayer zeigt eine gute Fahrt. Nach der Ausfahrt aus dem Kernen-S hat der Kärntner allerdings 8 km/h weniger als Vincent Kriechmayr.

„Das Kernen-S bin ich nicht gut gefahren“, sagte auch Mayer. Der 27-jährige Kärntner führte allerdings auch veränderte Bedingungen auf dem Lauberhorn ins Treffen. „Es ist kälter und knackiger geworden. Es ist nicht mehr so leicht zu fahren wie im Training.“ Während Mayer und Baumann im Slalom an den Start gehen, verzichtete Reichelt auf ein Antreten. Der 37-jährige ÖSV-Routinier schonte damit seine Kräfte für die Spezialabfahrt. Auch Otmar Striedinger ließ den Slalom aus, nachdem er in der Abfahrt nicht über Rang 49 (4,06) hinauskam.

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