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Über 20 Minuten Vorsprung auf Benavides

Matthias Walkner hat am Freitag auf der vorletzten Etappe der Rallye Dakar mit einem vierten Platz seine Gesamtführung behauptet. Der 31-jährige Salzburger steht damit unmittelbar davor, Geschichte zu schreiben und als erster Österreicher die Motorrad-Wertung der legendärsten und härtesten Langstrecken-Rallye zu gewinnen.

„Alles in allem habe ich den vorletzten Tag gut rübergebracht. Jetzt muss ich morgen noch einmal mein Bestes geben, nichts Wahnsinniges anstellen und vielleicht erleben wir dann ein zweites Cordoba-Wunder“, blickte Walkner optimistisch voraus. Zu früh freuen möchte er sich aber nicht. „Es sind noch ein paar hundert Kilometer zu absolvieren“, betonte der Vorjahreszweite. Genau sind es 284, die am Samstag in einer Schleife rund um Cordoba gefahren werden. Die letzte Sonderprüfung ist 119 Kilometer lang.

Matthias Walkner (KTM)

Red Bull Content Pool/Marcelo Maragni

Walkner steht vor seinem ersten Triumph bei der Rallye Dakar

Walkner kam am Freitag mit 11:32 Minuten Rückstand auf seinen KTM-Kollegen Toby Price ins Ziel. Der Australier, der als Gesamtdritter auf Podestkurs liegt, holte sich seinen zweiten Etappensieg vor Honda-Pilot Benavides (+ 2:03 Minuten), der also fast zehn Minuten auf Österreichs Ass aufholen konnte. Dritter wurde mit Antoine Meo (2:44) ein weiterer KTM-Fahrer.

Im „Wohlfühlbereich“ unterwegs

„Ich habe versucht, dass ich nur 95 Prozent fahre, ein bisschen in einem Wohlfühlbereich, wo ich mich noch einigermaßen sicher fühle und mit der Navigation gut zurechtkomme. Im Endeffekt habe ich nicht so viel Zeit verloren, es hat ganz gut gepasst“, resümierte der Dakar-Gesamtführende.

Die Etappe war mit etwas mehr als 900 Kilometer die längste des Offroad-Spektakels. „Es war ein extrem langer, zäher Tag, speziell für den Kopf, weil es nicht einfach ist, zu entscheiden, wie man es anlegt, wenn man einen einigermaßen komfortablen Vorsprung hat“, schilderte Walkner. Zudem sei es extrem rutschig und tückisch zum Fahren gewesen.

Auch deshalb musste er eine Schrecksekunde überstehen. „Ich habe ein kleines Malheur gehabt, weil ich schon ziemlich verschwommen gesehen habe, ich echt vom Kopf her megamüde war und nicht wirklich etwas gegessen habe, außer ein paar Müsliriegel und Nüsse“, gab Walkner Einblick in seinen Tag. Der Fahrer des „Red Bull KTM Rally Factory Racing Team“ kämpfte sich aber ins Ziel und hat nun am Samstag alle Trümpfe in der Hand. Nach Platz zwei 2017 und bisher insgesamt drei Etappensiegen soll da der ganz große Triumph fixiert werden.

Auch Sainz auf Siegeskurs

Bei den Autos steht Peugeot-Pilot Carlos Sainz vor dem Gesamtsieg. Der Spanier wurde am Freitag zwar nur Sechster, konnte seinen Vorsprung aber sogar noch leicht ausbauen. Der bisherige Zweite, sein französischer Teamkollege Stephane Peterhansel, verlor über eine Stunde nach einem Aufprall gegen einen Baum.

Carlos Sainz

APA/AFP/Franck Fife

Sainz hat vor dem Schlussstück einen beruhigenden Vorsprung

So kam er auf der 13. Etappe als 20. ins Ziel und fiel in der Gesamtwertung auf Platz vier zurück. Etappensieger wurde Nasser al-Attijah (Toyota) aus Katar, der damit auf den zweiten Platz der Gesamtwertung kletterte. Al-Attijah hatte schon die zwölfte Etappe gewonnen. Sainz hat jedoch einen beachtlichen Vorsprung von 46:18 Minuten.

Rallye Dakar

Motorräder, 13. Etappe

San Juan - Cordoba (907 km, davon 424 km Sonderprüfung):
1. Toby Price AUS KTM 4:48:33
2. Kevin Benavides ARG Honda + 2:03
3. Antoine Meo FRA KTM 2:44
4. Matthias Walkner AUT KTM 11:32
5. Juan Pedrero Garcia ESP Sherco 15:12
6. Johnny Aubert FRA Gas Gas 16:10

Gesamtwertung Motorräder

Endstand nach 14 Etappen:
1. Matthias Walkner AUT KTM 43:06:01
2. Kevin Benavides ARG Honda + 16:53
3. Toby Price AUS KTM 23:01
4. Antoine Meo FRA KTM 47:28
5. Gerard Farres Guell ESP KTM 1:01:04
6. Johnny Aubert FRA Gas Gas 1:53:53

Gesamtwertung Autos

Endstand nach 14 Etappen:
1. Carlos Sainz / Lucas Cruz ESP Peugeot 49:16:18
2. Nasser al-Attijah / Matthieu Baumel QAT/FRA Toyota + 43:40
3. Giniel de Villiers / Dirk von Zitzewitz FRA/GER Toyota 1:16:41
4. Stephane Peterhansel / Jean Paul Cottret FRA Peugeot 1:25:29
5. Jakub Przygonski / Tom Colsoul POL/BEL Mini 2:45:24

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