Themenüberblick

Große Schneemengen als Herausforderung

In Seefeld wird von Freitag bis Sonntag mit den Weltcups der Nordischen Kombinierer und im Langlauf für den Ernstfall WM 2019 geprobt. Enorme Neuschneemengen haben die Veranstalter vor eine große Herausforderung gestellt. Insgesamt liege man für das Wochenende und auch die Titelkämpfe in 13 Monaten aber im Plan, versichern die WM-Veranstalter.

„Im Moment ist es sehr herausfordernd. So viel Schnee hat es seit 1999 nicht mehr gegeben, aber es schaut gut aus“, sagte der Seefelder Bürgermeister und Weltcup-OK-Chef Werner Frießer im Gespräch mit der APA. Die entspannte Wetterlage zur Wochenmitte erleichtere die Schneeräumung, generell sei aber ohnehin alles auf Schiene, sagte der auch als WM-Sportdirektor fungierende Frießer.

20.000 Menschen in Seefeld erwartet

Die nordische Skiszene blickt gespannt nach Seefeld, wo am Wochenende die Generalprobe für die nordische Skiweltmeisterschaft 2019 über die Bühne geht.

Als Generalprobe für das Großereignis wickelt er nicht nur wie gewohnt das Nordic Combined Triple ab, erstmals seit 1999 sind auch die Weltcup-Langläufer in Seefeld zu Gast. Für WM-Organisationsdirektor Christian Scherer sind wegen der fehlenden Erfahrungswerte die Langlaufrennen ein besonders wichtiger Probelauf. „Da benötigen wir die meisten Erfahrungen, das ist nicht von der Hand zu weisen, deswegen haben wir uns intensiv vorbereitet“, erläuterte der ÖSV-Mitarbeiter Scherer.

Probe für den WM-Ernstfall

Durch die enormen Schneemengen bekomme man zudem Gelegenheit, für den Ernstfall zu proben. „Das ist ein guter Test, auch auf das muss man vorbereitet sein. Dafür gibt es einen Notfallplan. Wir werden sehen, ob die Maßnahmen ausreichen oder man nachbessern muss“, meinte Scherer mit dem Hinweis auf den großen Bedarf an schneefreien Flächen.

Teresa Stadlober und Lukas Klapfer (beide AUT)

GEPA/Mathias Mandl

Lukas Klapfer und Teresa Stadlober haben die WM-Loipen bereits getestet

Denn die eng zusammenliegenden Wettkampfstätten hätten auch Nachteile. „Ein kompaktes Veranstaltungsgelände hat viele Vorteile, bringt aber auch gewisse Einschränkungen, kapazitätsmäßig und logistisch. Und die Anforderungen im Langlauf sind mittlerweile enorm“, sagte Scherer und sprach damit die 150 Wachs- und Umkleidekabinen an. Er sei froh, dass man frühzeitig mit den Planungen und Umbauten an den Wettkampfstätten und sonstigen WM-Bauten begonnen habe. Die neue Trassenführung der Loipen habe man schon bei nationalen Wettkämpfen getestet, der Weltcup soll letzte Aufschlüsse bringen. „Jetzt geht es um Feinjustierungen und Beobachtungen beim Weltcup, sodass eventuell nachgeschärft werden kann.“

Für die WM seien noch Details wie Fragen des Stadionlayouts und der genauen Zuschauerkapazitäten zu klären. Der Kartenvorverkauf und die WM-Website sollen demnächst starten. Finalisiert werden noch die Verkehrskonzepte. Letzte Planungen für den Hospitality-Bereich, die Rekrutierung der Volunteers und die Intensivierung von Marketingmaßnahmen stehen ebenso auf der Agenda.

Riesiger Impuls für Seefeld

Bei der von 19. Februar bis 3. März 2019 dauernden nordischen Ski-WM werden bis zu 150.000 Fans erwartet, möglichst viele davon sollen öffentlich anreisen. Der Seefelder Bahnhof wird dazu noch bis Oktober um 24 Millionen Euro fertig umgebaut. Würde es die WM nicht geben, erklärte Frießer, hätte man wohl bis 2045 auf einen neuen Bahnhof warten müssen.

„Die WM ist ein so großer Impuls für den Ort, das ist unglaublich“, betonte Frießer. Man habe dank der WM auch einen neuen Busterminal und eine renovierte Fußgängerzone erhalten, ergänzte der seit 2004 amtierende Bürgermeister.

Für die Sportanlageninfrastruktur wie Loipen, Umbauten an der Normalschanze, neue Beschneiungsanlagen und andere WM-Bauten stellt die öffentliche Hand 27 Millionen Euro zur Verfügung. Vieles davon ist laut Frießer nachhaltig angelegt. „Diese Investitionen sind ja kein ‚wasted money‘, weil die Sportstätten und die Infrastruktur ja laufend für andere Veranstaltungen genutzt werden.“

Freundliches Wetter in Seefeld

Für die Weltcup-Bewerbe am Wochenende dürfen Veranstalter und Athleten mit freundlichem Wetter rechnen. „Neuschnee kommt keiner mehr dazu, und größtenteils scheint sogar die Sonne“, sagte Manfred Bauer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck. Auch der Wind sollte nicht allzu stark und damit kein Problem beim Springen sein.

Das ZAMG-Team wird die Veranstalter auch bei der WM 2019 mit Prognosen betreuen. Für die Präparierung der Loipen seien besonders kleinräumige Vorhersagen der Temperatur und der Schneemengen wichtig. Bei den Sprungbewerben gehe es speziell um Prognosen der Windstärke und Windrichtung, hieß es.

Seefeld sei ein gutes Beispiel für die momentan teils ungewöhnliche Schneelage im Westen Österreichs, meinte Bauer. Derzeit liegt an der Wetterstation in Seefeld rund 120 Zentimeter hoch Schnee, vor wenigen Tagen waren es noch 143. „Solche Schneehöhen wurden in Seefeld in den letzten Jahrzehnten nur selten gemessen“, betonte der Meteorologe. Mehr habe es zuletzt im Februar 2012 gegeben.

Links: