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Erster Grand-Slam-Titel für Dänin

Das Damen-Finale bei den Australian Open in Melbourne hat am Samstag einen Wechsel an der Spitze der Weltrangliste gebracht. Die Dänin Caroline Wozniacki entschied das Finale gegen Simona Halep mit 7:6 (7/2) 3:6 6:4 für sich und löste die Rumänin damit auch an der Spitze des WTA-Rankings ab. Die 27-Jährige stand schon von Oktober 2010 bis Jänner 2012 insgesamt 68 Wochen an der Spitze.

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Seit Oktober war Halep die Nummer eins. Die 26-Jährige muss nach knapp elf Wochen damit wieder den Thron räumen und weiter auf ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Beide Finalistinnen waren auch schon in je zwei Major-Endspielen vertreten gewesen: Halep bei den French Open 2014 und 2017, Wozniacki bei den US Open 2009 und 2014. Doch zum Titel hatte es bisher bei beiden nicht gereicht.

Wozniacki nach Grand-Slam-Titel neue Nummer eins

Caroline Wozniacki hat in Melbourne erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Die Dänin setzte sich im Finale der Australian Open gegen Simona Halep aus Rumänien in drei Sätzen durch.

„Ein sehr emotionaler Tag“

„Es tut mir leid, ich muss das mal eine Sekunde umarmen, ich habe auf diesen Moment so lange gewartet“, sagte Wozniacki nach der Übergabe der Siegestrophäe durch US-Legende Billie Jean King. „Heute ist ein sehr emotionaler Tag“, fügte sie mit tränenerstickter Stimme hinzu, „es waren zwei unglaubliche Wochen.“ Zu Halep sagte sie mitfühlend: „Simona, es tut mir leid, dass ich heute gewinnen musste, aber wir haben sicher noch viele Matches in der Zukunft.“

Auf dem Weg zu ihrem bisher größten Erfolg neben dem Triumph bei der WTA-WM in Singapur im Oktober erwischte Wozniacki einen Traumstart und lag nach einem frühen Break schon 3:0 voran. Halep lief dem Rückstand hinterher, nutze aber ihre allerletzte Chance und zog den Kopf mit dem Rebreak zum 4:5 gerade noch aus der Schlinge. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen, in dem Wozniacki allerdings klar mit 7/2 die Oberhand behielt.

Halep nimmt medizinische Auszeit

Auch im zweiten Satz musste Halep bei eigenem Aufschlag härter arbeiten als die Dänin, im dritten Game musste sie gleich vier Breakbälle abwehren, um mit 2:1 in Führung zu gehen. Die Anstrengungen der letzten beiden Wochen - die Rumänin hatte schon zwei Marathonmatches in den Beinen - machten sich nun bemerkbar. Bei 3:2 nahm Halep deshalb eine medizinische Auszeit und ließ sich auf dem Platz kurz behandeln.

Simona Halep (ROM)

APA/AFP/Paul Crock

Halep muss weiter auf ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier warten

Die kurze Pause tat der Rumänin offenbar gut. Zwar plagten die 26-Jährige nach längeren Ballwechseln leichte Krämpfe im linken Oberschenkel, Halep nutzte aber die Verunsicherung Wozniackis, die ihren Rhythmus verloren hatte, und nahm der Dänin den Aufschlag zur 5:3-Führung ab. Danach folgte abermals ein Marathongame, in dem die Rumänin drei Breakbälle abwehren musste, ihre dritte Chance zum 1:1-Satzausgleich aber nutzen konnte.

Schlagabtausch im dritten Satz

Vor Durchgang drei war die Partie dann wegen der von den Organisatoren verordneten Hitzepause für etwa zehn Minuten unterbrochen. Die Rumänin wirkte zwar auch danach nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, hielt das Match aber zunächst weiter offen. Zwar lag Wozniacki schnell mit 2:0 voran, im darauffolgenden Marathongame über zehn Minuten und neun vergebenen Breakchancen nahm Halep der Dänin aber ihrerseits das Service ab.

Caroline Wozniacki (DEN)

APA/AFP/Saeed Khan

Wozniacki musste für ihren Triumph in Melbourne bis an ihre Grenzen gehen

Und in dieser Tonart ging es weiter, keine der beiden Spielerinnen präsentierte sich als Aufschlägerin souverän, nach je zwei Breaks und zwei Rebreaks brachte erst Halep wieder das Service zum 3:3 durch. Wozniacki wackelte allerdings auch in ihrem nächsten Aufschlagspiel und kassierte das Break zum 3:4. Danach musste auch sie eine medizinische Auszeit nehmen und sich am linken Knie behandeln lassen.

„Vielleicht habe im vierten Finale mehr Glück“

Und wieder verlor nicht die Spielerin, die behandelt werden musste, sondern ihre Gegnerin den Rhythmus. Diesmal gab Halep ihr Service zum 4:4 ab und Wozniacki holte sich ihr zuvor verlorenes Aufschlagspiel wieder zurück. Die Dänin wirkte nun wieder frischer, ging bei eigenem Aufschlag mit 5:4 in Führung und machte den Sack nach 2:53 Minuten mit dem nächsten Break zu. Im direkten Vergleich mit Halep führt die Dänin nun mit 5:2, die letzten vier Partien entschied Wozniacki allesamt für sich.

Halep zeigte sich nach ihrer dritten Major-Niederlage sehr fair. „Es ist nicht leicht, jetzt zu sprechen, aber ich möchte Caroline gratulieren. Natürlich bin ich traurig, aber Caroline war besser als ich“, sagte Halep. „Es war ein tolles Turnier für mich. Ich habe es mit einer Knöchelverletzung begonnen und ich bin froh, ins Finale gekommen zu sein. Ich habe noch viele Jahre vor mir, vielleicht habe ich in einem vierten Finale dann mehr Glück.“

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