Entscheidung um Kristall vertagt
Mikaela Shiffrin muss auf den Gewinn der kleinen Kristallkugel im Slalom noch warten. Die US-Amerikanerin rutschte am Sonntag in Lenzerheide am Weg zu ihrem elften Saisonsieg aus. Das überraschende Malheur der Weltcup-Spitzenreiterin ebnete der Slowakin Petra Vlhova den Weg zu ihrem zweiten Erfolg im Olympiawinter.
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Vlhova, die den ersten Slalom der Saison im Levi für sich entschieden hatte, holte sich dank eines fulminanten zweiten Durchganges ihren insgesamt vierten Weltcup-Sieg. Die 22-Jährige katapultierte sich mit der zweitbesten Laufzeit in der Entscheidung von Rang sechs noch an die Spitze und beendete damit auch Shiffrins Siegesserie im Slalom, die davor sechs Bewerbe in Folge gewonnen hatte. Die Schwedin Frida Hansdotter belegte 0,10 Sekunden hinter Vlhova Rang zwei, Lokalmatadorin Wendy Holdener wurde vor Schweizer Heimpublikum Dritte.
Vlhova feiert zweiten Saisonsieg
Petra Vlhova feierte ihren zweiten Saisonsieg. Die Slowakin hatte im November bereits im November den Slalom in Levi gewonnen.
ÖSV-Duo in Top Ten
Beste Österreicherin wurde überraschend Katharina Liensberger. Die 20-jährige Vorarlbergerin verbesserte sich mit einer engagierten Fahrt im zweiten Durchgang vom zwölften auf den sechsten Platz und schaffte es mit ihrem bisher besten Ergebnis zum dritten Mal in ihrer jungen Karriere in die Top Ten. „Ich habe einfach versucht, meine Leistung zu zeigen. Das ist alles, was ich tun kann“, sagte Liensberger im ORF-Interview. Die Vorarlbergerin empfahl sich damit für einen Platz im Flugzeug zu den Olympischen Spielen nach Pyeongchang.
Katharina Gallhuber fiel nach einem Fehler in der Entscheidung hinter ihre Teamkollegin zurück, behauptete aber Platz sieben. Katharina Truppe wurde 13., Julia Grünwald, die es mit der hohen Nummer 47 noch in die Entscheidung geschafft hatte, belegte am Ende Rang 21. Bernadette Schild, nach dem ersten Durchgang als Fünfte noch in Schlagdistanz zum Podest, riskierte im zweiten Durchgang zu viel und schied aus. „Das war ein dummer Fehler, aber auch Pech“, sagte Schild.
Liensberger beste Österreicherin
Katharina Liensberger war als Sechste beste Österreicherin. Sie machte in der Entscheidung sechs Plätze gut.
Auch für Stephanie Brunner gab es zum vierten Mal in Folge im Slalom keine Punkte. Die Tirolerin schaffte als 27. zwar die Qualifikation für die Entscheidung, fiel aber dort so wie in den drei Rennen davor aus. Bereits im ersten Durchgang waren Michaela Kirchgasser, Carmen Thalmann und Katharina Huber ausgeschieden. Ricarda Haaser hatte als 31. den zweiten Durchgang um 25 Hundertstelsekunden verpasst.
Damen-Slalom in Lenzerheide
- 1. Petra Vlhova (SVK)
- 2. Frida Hansdotter (SWE)
- 3. Wendy Holdener (SUI)
Shiffrin passiert seltener Einfädler
Shiffrin, der ein zweiter Platz zum neuerlichen Gewinn der Slalom-Wertung genügt hätte, lag bei der dritten Zwischenzeit noch über eine Sekunde vor Vlhova und sah wie die sichere Siegerin aus. Doch die Amerikanerin, die zuletzt vor einem Jahr in einem Slalom ausgeschieden war, fädelte auf dem Weg zur Kristallkugel ein. Shiffrin stieg zwar zurück, hatte mit der Entscheidung aber nichts mehr zu tun. Die 22-Jährige kam letztlich mit über 15 Sekunden Rückstand ins Ziel und wurde aus der Wertung genommen.
Damit verpasste Shiffrin auch die Chance, den derzeit noch gemeinsam mit Annemarie Moser-Pröll gehaltenen „U23-Rekord“ auszubauen bzw. an Siegen mit der auf Platz fünf liegenden Schwedin Anja Pärson gleichzuziehen. Mit ihrem elften Saisonsieg wäre sie zudem weiter erfolgreich auf der Jagd nach Vreni Schneiders Siegesbestmarke (14) aus der Saison 1988/89 gewesen. In den jüngsten vier Rennen war Shiffrin dreimal ausgefallen und hatte am Samstag im Riesentorlauf „nur“ Platz sieben erreicht. Insgesamt fünf Rennen ohne Podestplatz, das war Shiffrin zuletzt vor mehr als drei Jahren passiert.
Velez-Zuzulova ist zurück
Punkte gab es auch für Veronika Velez-Zuzulova. Die Gewinnerin von vier Weltcup-Slaloms aus der Slowakei belegte bei ihrem Comeback den zwölften Rang. Velez-Zuzulova hatte sich Mitte September 2017 das Kreuzband im Knie gerissen und war nach viereinhalb Monaten rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang in den Weltcup zurückgekehrt. „Ich weiß, es gibt noch viel Arbeit, aber ich werde alles versuchen, um bis Pyeongchang bereit zu sein“, sagte die 33-Jährige im ORF-Interview.
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