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Altstar wechselt nach Tschechien
Der 45-Jährige Jagr, der 1990 bei den Pittsburgh Penguins die Bühne der NHL betrat, ist mit 766 Toren und 1.155 Assists die Nummer zwei der NHL hinter Wayne Gretzky. Bei den Calgary Flames unterzeichnete der Tscheche vor der Saison noch einmal einen Einjahresvertrag um eine Million Dollar. Aufgrund von Verletzungen konnte Jagr aber nur 22 Spiele für die Flames bestreiten und erzielte dabei ein Tor und sechs Assists. Eine magere Ausbeute für jenen Mann, der fünfmal die Art Ross Trophy für den punktebesten Spieler der NHL gewann. Sein bestes Jahr hatte er 2005/06 mit 54 Toren und 69 Assists.

AP/Cal Sports Media/Justin Cooper
Bei den Calgary Flames waren bei Jagr (l.) erstmals Abnützungserscheinungen zu sehen
Erfolge pflastern seinen Weg
Jagr bestritt heuer seine insgesamt 24. Saison in Nordamerika. Während der Lock-outs 1994, 2004 und 2012 geigte der Tscheche bei seinem Heimatclub Kladno - wo er als 16-Jähriger in der Kampfmannschaft debütierte - und in der russischen Kontinental Hockey League (KHL) bei Avangard Omsk auf. Bei insgesamt neun NHL-Clubs, unter anderem bei Pittsburgh, Washington Capitals und New York Rangers, stand Jagr unter Vertrag. 2001 machten ihn die Capitals mit elf Millionen Dollar Jahresgage zum damals bestbezahlten Spieler der Liga.
In Jagrs aktiver Zeit wurde die Liga von 21 auf 32 Teams aufgestockt, das Penaltyschießen eingeführt und die Angriffsdrittel vergrößert. Der Tscheche ist sogar länger im Amt als der aktuelle NHL-Commissioner Gary Bettman. Der 65-jährige Amerikaner wurde am 1. Februar 1993 zum Ligaboss gewählt - drei Jahre nachdem sich Pittsburgh im Draft die Dienste Jagrs gesichert hatte.
Gewonnen hat Jagr, der am 15. Februar seinen 46. Geburtstag feiert, in seiner Karriere alles, was es im Eishockey zu gewinnen gibt. Als einer von 27 Spielern gehört der Tscheche dem Triple-Gold-Club an. Mit den Pittsburgh Penguins gewann Jagr 1991 und 1992 den Stanley Cup, krönte sich mit Tschechien 2005 und 2010 zum Weltmeister und holte mit seinem Heimatland 1998 in Nagano Olympiagold. Inklusive Play-off stand Jagr, dessen Markenzeichen in jungen Jahren eine beeindruckende „Vokuhila“-Frisur war, 1.941-mal in der NHL auf dem Eis.
Anpassung als Schlüssel zum Erfolg
Dank seines speziellen Trainingsalltags konnte Jagr noch auf Torjagd gehen, als viele seiner ehemaligen Teamkollegen bereits die Sportpension genossen. Legendär sind seine Eislaufübungen mit Gewichten und mitternächtliche Dauerläufe. Sogar einen eigenen Schlüssel für die Trainingsanlagen der Clubs soll er besessen haben, um etwa die Kraftkammer zu jeder Zeit benützen zu können. „Ich muss heute aber anders trainieren“, sagte Jagr.

AP/Rudi Blaha
2005 gewann Jagr (l.) nach Stanley Cup und Olympiagold endlich auch den WM-Titel
„Es sind viele Spiele, viele Jahre und viel Arbeit in den eigenen Körper“, zollte auch Jakub Voracek, Teamkollege von Michael Raffl bei den Philadelphia Flyers, seinem prominenten Landsmann Respekt. Vor allem die Wandlungsfähigkeit Jagrs sei beeindruckend: „Wenn du so lange spielen willst, musst du dich immer anpassen. In seinen 28 Jahren hat sich das Spiel wahnsinnig verändert. Vor allem in Sachen Körpereinsatz und Geschwindigkeit.“
34 Spiele fehlen zum Rekord
Da sich kein anderes Team die Dienste des mittlerweile ergrauten Stürmers sicherte, geht es für ihn zurück in die Heimat. Denn von Eishockey hat Jagr noch lange nicht genug, auch wenn er schon alles gewonnen hat: „Ich blicke nie zurück, denn wenn du damit beginnst, bist du am Ende angelangt.“ Bei Kladno, das aktuell in der zweiten tschechischen Leistungsstufe zu finden ist, ist Jagr auch sein eigener Boss. Der berühmteste Sohn der 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt Prag gelegenen Stadt, ist Mitbesitzer des Vereins.
Mit dem endgültigen Abschied aus Nordamerika bleibt seinem Lebenslauf ein weiterer Rekord verwehrt. Denn mit 1.733 Spielen im Grunddurchgang der NHL ist Jagr, der in Gedenken an seinen im „Prager Frühling“ im Gefängnis umgekommenen Großvater mit der Nummer 68 spielte, die Nummer zwei der Bestenliste. Auf den Rekord des im Vorjahr verstorbenen Gordie Howe fehlen Jagr nur 34 Partien.