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Für PSG zählt nur der Titel

Das Achtelfinale in der Champions League wartet am Mittwoch (20.45 Uhr, live in ORF eins) mit einem Gigantenduell auf. Schon in der ersten K.-o.-Runde stehen sich Titelverteidiger Real Madrid und der französische Meister Paris Saint-Germain (PSG) gegenüber. Im Fokus steht dabei auch das Aufeinandertreffen von Cristiano Ronaldo und Neymar, das „L’Equipe“ schon als „Zusammenstoß der Giganten“ bezeichnete.

Für die beiden Topclubs Real und PSG kann es am Mittwoch schon um den Erfolg einer ganzen Saison gehen. Während Real nach einem bisher durchwachsenen Spieljahr kaum mehr eine Chance auf den spanischen Meistertitel hat, ist die Champions League für den französischen Serienmeister aus Paris das letzte unerreichte, große Ziel. Den Ligue-1-Titel haben Superstar Neymar und Co. bei zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger AS Monaco praktisch in der Tasche.

„Match, das ganze Saison prägen kann“

Die große Bedeutung des Duells strich auch Reals Star Cristiano Ronaldo hervor: „Diese Begegnung ist ein Match, das eine ganze Saison prägen kann“, sagte der Portugiese. Dem pflichtete sein Teamkollege Luka Modric bei: „Gegen Paris spielen wir um unsere gesamte Saison.“ Für Real-Trainer Zinedine Zidane geht es gegen PSG um seine persönliche Zukunft. „Das ist klar“, sagte der Franzose auch selbst.

Real-Coach Zinedine Zidane und Cristiano Ronaldo

Reuters/Javier Barbancho

Coach Zidane konnte sich zuletzt wieder auf Torjäger Ronaldo verlassen

Dabei kam Real zuletzt wieder etwas besser in die Spur. Immerhin schon seit vier Spielen sind die Madrilenen in der Liga ungeschlagen, am Wochenende gab es ein 5:2 gegen Deportivo La Coruna, in den vergangenen beiden Heimspielen gelangen zwölf Tore. Zidane schickte auch bereits eine Warnung nach Paris: „In komplizierten Momenten ist Real immer wieder da. Wir werden alles tun, um die Champions League zu gewinnen.“

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Respekt vor Neymar und Co. sehr groß

Der Respekt vor den Parisern ist dennoch groß. „Wir werden auf eine große Mannschaft mit exzellenten Spielern treffen“, sagte Ronaldo. Die Mannschaft von PSG-Trainer Unai Emery, dessen Zukunft wohl auch am Ausgang der Champions-League-Saison hängt, hat vor allem vor der Atmosphäre im Estadio Bernabeu Respekt. „Es braucht auch psychische Stärke. Das ist ohne Zweifel das, woran es uns in den vergangenen Saisonen gemangelt hat“, sagte PSG-Mittelfeldspieler Adrien Rabiot.

Jubel von Neymar (PSG)

APA/AFP/Franck Fife

Neyar will Ronaldo den Rang in der Königsklasse endgültig ablaufen

Neymar ist jedenfalls in Topform. Er traf in dieser Saison bereits 28-mal, dazu kommen 16 Torvorlagen. Zahlen, um die ihn sogar sein Ex-Clubkamerad Messi (27-14) beneidet. "Es gibt kein Rezept, um Neymar zu stoppen", sagte der im Hinspiel gesperrte Dani Carvajal. Die undankbare Aufgabe der Deckung des Brasilianers muss er am Mittwoch Nacho überlassen.

1:6-Blamage gegen Barca nicht vergessen

In der vergangenen Saison war Paris nach einem 4:0-Heimsieg im Achtelfinale mit einem 1:6 beim FC Barcelona noch ausgeschieden. In den Jahren davor kam das Aus jeweils im Viertelfinale gegen Manchester City und den FC Barcelona. Für Coach Emery, der vor seinem Wechsel nach Paris im Sommer 2016 den FC Sevilla dreimal in Folge zum Gewinn der Europa League führte, stehe deshalb gegen Madrid „die Zukunft auf dem Spiel“, meint diese Woche in Frankreich nicht nur der Radiosender „RMC“.

Der Vertrag des 46-Jährigen läuft im Juni aus, aber auch spanische Medien schreiben, bei einem Ausscheiden gegen den Club aus seinem spanischen Heimatland würde Emery wohl sofort vor die Tür gesetzt werden. Die gut informierte spanische Tageszeitung „El Pais“ schrieb am Montag, PSG-Boss Nasser al-Chelaifi, der besonders die 1:6-Blamage vom März 2017 gegen Barca immer noch nicht verdaut hat, habe bereits den Ex-Barcelona-Trainer Luis Enrique und auch Brasiliens Nationalcoach Tite sondiert.

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