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Basken zuletzt nicht in Hochform

Personell leicht geschwächt, aber mit viel Optimismus geht Red Bull Salzburg am Donnerstag (19.00 Uhr) ins Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League bei Real Sociedad. Gegen die zuletzt schwächelnden Spanier rechnen sich die „Bullen“, die in der Bundesliga schon auf Meisterkurs sind, Chancen auf das zweite EL-Achtelfinale der Clubgeschichte aus.

Es scheint, als würde das Duell mit dem Gegner aus San Sebastian für die Salzburger zu einem relativ günstigen Zeitpunkt kommen. Seit 17. November hat der Traditionsclub in zwölf Ligapartien nur neun Punkte geholt, rutschte von Platz sieben auf den 14. Rang zurück und schied zudem im Cup gegen Drittligist Lleida aus.

Marco Rose

APA/Krugfoto

Rose gibt sich vor dem Duell zurückhaltend

Am Sonntag kassierte Sociedad nach einer kleinen Trendumkehr (5:0 gegen La Coruna) ein 2:5 gegen Real Madrid. „Wir lassen uns von der Tabelle der spanischen Liga nicht blenden“, sagte Salzburgs Coach Marco Rose aber. „Wir wissen, dass wir auf einen spielstarken Gegner treffen, der in einer der besten Ligen der Welt permanent gegen Topteams spielt.“

EL-Sechzehntelfinale, Hinspiel

Donnerstag, 19.00 Uhr:

Real Sociedad - Salzburg

San Sebastian, Estadio Anoeta, SR Madden (SCO)

Mögliche Aufstellungen:

Real: Rulli - Odriozola, Navas/Moreno, Elustondo, De la Bella - Prieto, Illarramendi, Zurutuza/Zubielda - Oyarzabal, Bautista, Canales

Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho/Pongracic, Caleta-Car/Onguene, Ulmer - Samassekou - Haidara, Minamino, Yabo - Hwang, Dabbur

Mehrere Umstellungen nötig

Es ist vielleicht die bisher schwierigste Aufgabe, die Rose in seiner noch jungen Laufbahn als Trainer eines großen Clubs vor sich hat. Und die aktuelle Personalsituation macht es ihm nicht unbedingt leichter. Denn Mittelfelddauerbrenner Valon Berisha fällt mit einer Muskelblessur in der Hüfte aus.

Bangen muss er zudem um den Einsatz der Innenverteidiger Andre Ramalho (Oberschenkel) und Duje Caleta-Car. Letzteren erwischte noch vor dem 1:0 zuletzt in Altach die Grippe, die auch den für San Sebastian fraglichen Hannes Wolf außer Gefecht gesetzt hat. Immerhin ist Rose selbst, der am Samstag beim Gastspiel in Vorarlberg fehlte, wieder fit.

Länderbilanz klar negativ

Der Ländervergleich verheißt vor dem Duell mit „Txuri-Urdin“ (baskisch für Weiß-Blau) nichts Gutes. Die ÖFB-Clubs haben in der spanisch-österreichischen Europacup-Bilanz klar das Nachsehen. In 71 Spielen gelangen den heimischen Vertretern zwölf Siege bei 17 Remis und 42 Niederlagen. Salzburg konnte von zwölf Partien bei einem Remis erst drei gewinnen. Einen Auswärtssieg in Spanien gab es für die Salzburger in der Europa League 2009/10 bei Villarreal (1:0). Das „Gelbe U-Boot“ war es allerdings auch, das Salzburg bei seinem bisher letzten Auftritt im Sechzehntelfinale der EL 2014/15 mit einem 2:1 und einem 3:1 versenkte.

Xaver Schlager (RBS)

GEPA/Felix Roittner

Auf Schlager und Co. wartet ein renommierter Gegner

„Real Sociedad ist auf jeden Fall ein schwieriger Brocken“, stellte auch Mittelfeldakteur Xaver Schlager vor dem Spiel im 1993 erbauten Estadio Anoeta fest. Grund, tiefzustapeln, sah der 20-Jährige aber keinen. „Wir rechnen uns dennoch Chancen aus. Alles andere wäre nach unserem Gruppensieg, noch dazu als Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren in der Europa League (eines, Anm.), auch die falsche Grundeinstellung“, so Schlager. Und immerhin ist man seit 15 Europacup-Spielen ungeschlagen.

Real Sociedad muss „arbeiten, arbeiten, arbeiten“

Leichte Personalsorgen haben auch die Basken. Der brasilianische Torjäger Willian Jose, der in der laufenden Saison elf Ligatreffer erzielte, fällt mit einer Mittelfußprellung aus. Im Mittelfeld ist David Zurutuza, in der Offensive Adnan Januzaj fraglich. Trainer Eusebio Sacristan muss bei der Wahl seiner Spieler zudem bedenken, dass nur drei Tage später ein wichtiges Ligaduell gegen den Tabellensiebzehnten Levante ansteht. Derzeit droht ja sogar die Verwicklung in den Abstiegskampf.

„Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten“, forderte Mittelfeldspieler Xabi Prieto. Auch ihm sind Salzburgs Qualitäten nicht verborgen geblieben. „Salzburg ist mit Leichtigkeit durch die Gruppenphase gekommen und hat nur ein Tor zugelassen. Es ist eine junge und sehr dynamische Mannschaft. Das wird ein harter Gegner.“

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