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„Glücklich, dass wir gewonnen haben“

Das Duell zweier Superstars ist am Mittwoch klar an den amtierenden Weltfußballer gegangen. Cristiano Ronaldo schoss Real Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League zu einem 3:1-Heimsieg über Paris Saint-Germain und stellte damit seinen Rivalen Neymar in den Schatten. Der Brasilianer schaffte zwar einen Assist, konnte der Partie aber weit weniger seinen Stempel aufdrücken als Ronaldo.

Der Portugiese erzielte per Elfmeter und Knie seine Champions-League-Treffer 100 und 101 für Real. „Wir sind sehr glücklich, dass wir gewonnen haben, denn wir wussten um die Stärke von PSG, vor allem im Angriff. Wir haben gut dagegengehalten, brauchen aber noch eine starke Leistung in Paris“, erklärte der 33-Jährige.

Lobeshymnen von Trainer Zidane

Seinen eigenen Beitrag zum Erfolg wollte Ronaldo nicht allzu sehr in den Mittelpunkt rücken. „Es ist immer etwas Spezielles und eine Freude für mich, meiner Mannschaft zu helfen“, meinte der Goalgetter, für den es Lobeshymnen von Trainer Zinedine Zidane gab. „Er hat immer bewiesen, dass man ihn bei großen Spielen auf der Rechnung haben muss. Das war auch heute so“, betonte der Franzose.

Trainer Zinedine Zidane (Real)

APA/AP/Paul White

Trainer Zidane war mit der Leistung seines Goalgetters mehr als nur zufrieden

Der zuletzt unter Druck geratene Real-Coach kann nun nach den Tiefschlägen der vergangenen Wochen vorerst durchatmen. Im Cup und wohl auch in der Meisterschaft sind die Titelchancen bereits verspielt, in der Champions League aber dürfen die „Königlichen“ weiter auf den dritten Triumph in Folge hoffen. „Dieser Club hat zwölfmal den wichtigsten Europacup gewonnen, und ich denke, das hat seinen Grund. Die Spieler wissen, worum es geht, dass es ein wichtiger Bewerb ist, und sie liefern immer Leistung ab“, sagte Zidane.

„Real Madrid darf man nie abschreiben“

Auch seinen Kickern war der Stolz darüber anzumerken, zum richtigen Zeitpunkt wieder in Topform gewesen zu sein. „Real Madrid darf man nie abschreiben oder für tot erklären. Wir haben gezeigt, wer wir sind. Wir sind gut genug, den Titel zu verteidigen“, sagte Kapitän Sergio Ramos. Sein Clubkollege Luka Modric sprach von Reals „bestem Spiel in dieser Saison“.

Bei den Parisern hingegen war Katzenjammer angesagt - trotz Kaderinvestitionen weit im dreistelligen Millionenbereich droht der Traum vom ersten Champions-League-Titel wieder einmal vorzeitig zu platzen. Dementsprechend gezeichnet wirkte Trainer Unai Emery. „Dieses Resultat haben wir nicht verdient. Wir hätten ein Unentschieden mitnehmen oder sogar ein zweites Tor schießen können“, sagte der Spanier.

PSG hadert mit Schiedsrichterentscheidungen

Zur Niederlage trugen laut Emery auch zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen bei. So sei der Elfmeterpfiff für Real zweifelhaft gewesen. Außerdem sah der Coach vor dem 2:1 für die Madrilenen ein Foul an Kylian Mbappe sowie ein Handspiel von Ramos im eigenen Strafraum. „Es müsste den Videoschiedsrichter geben“, forderte Emery.

PSG-Clubchef Nasser Al-Khelaifi war ähnlicher Ansicht. „Wir sollten über den Schiedsrichter (Gianluca Rocchi aus Italien, Anm.) sprechen. Er war zwar nicht der Grund der Niederlage, aber er hat dazu beigetragen“, behauptete Al-Khelaifi. Emery spekuliert trotz der schwierigen Ausgangsposition im Rückspiel am 6. März noch mit einer Wende. „Wir können das aufholen. Hoffentlich sind die Schiedsrichterentscheidungen in Paris nicht wieder auf der Seite des Gegners.“

Liverpool praktisch fix im Viertelfinale

Keine Diskussionen über den Unparteiischen gab es im zweiten Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch. Zu klar fiel Liverpools 5:0-Auswärtssieg gegen den FC Porto aus. „Das war ein sehr professioneller und reifer Auftritt von uns“, jubelte Trainer Jürgen Klopp nach dem höchsten Auswärtssieg einer englischen Mannschaft in der K.-o.-Phase der Champions League.

Der Deutsche reiste mit seinem Team danach zu einem Kurztrainingslager nach Marbella weiter, weil am Wochenende in England der FA-Cup auf dem Programm steht und Liverpool schon ausgeschieden ist. Partystimmung wird in der andalusischen Wintersonne aber nicht aufkommen, beteuerte Klopp. „Das ist eine andere Generation. Die trinken heute alle kein Bier. Wenn sie Bier bestellen, dann muss ich sie trinken. Und das macht dann auch keinen Sinn“, erzählte der Liverpool-Coach.

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