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Djuricin fürchtet angeschlagenen Gegner

Im Wiener Allianz Stadion steigt am Samstag (16.00 Uhr) ein Duell zweier ambitionierter, aber zuletzt weit hinter den Erwartungen gebliebener Bundesligisten. Rapid holte aus den ersten beiden Frühjahrsrunden nur einen Punkt, Winterkönig Sturm Graz legte mit zwei Niederlagen sogar einen klassischen Fehlstart hin und verlor die Tabellenführung an Red Bull Salzburg.

Dennoch warnte Rapid-Coach Goran Djuricin sein Team davor, die Grazer zu unterschätzen. „Angeschlagene Gegner sind bekanntlich gefährlich“, so der 43-Jährige. Die Gründe für die jüngsten Misserfolge der „Blackys“ sieht Djuricin im Trainer- und Spielphilosophie-Wechsel. „Es ist schwierig, als Trainer zum Ersten zu wechseln und das Niveau zu halten.“ Bisher sei es Sturm nicht gelungen, die Vorstellungen von Heiko Vogel umzusetzen.

Trainer Goran Djuricin

GEPA/Mario Kneisl

Goran Djuricin hofft auf ein Erfolgserlebnis

Doch auch bei Rapid lief es nicht. Vor allem die Leistung vor der Pause bei der 1:2-Niederlage gegen die Admira liegt Djuricin noch im Magen. „Es darf nicht mehr passieren, dass wir eine Hälfte verschlafen, so etwas können wir uns nicht leisten“, betonte der Rapid-Betreuer. Goalie Richard Strebinger ergänzte: „Die erste Hälfte war einfach nur schlecht und unseres Anspruchs nicht würdig.“

Unter Zugzwang

Die noch länger verletzten Schlüsselspieler Stefan Schwab und Louis Schaub wurden in der Südstadt schmerzlich vermisst. Für die ÖFB-Internationalen müssen andere in verantwortungsvolle Rollen schlüpfen, fordert Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel. „Es gibt Spieler, die einen Führungsanspruch haben und das auch ziemlich klar dokumentieren, wenn es um Vertragsgespräche geht. Das ist okay so, aber dann erwarte ich von diesen Spielern auch, dass sie in solchen Partien wie gegen die Admira, wenn es nicht läuft, sich auf die Hinterbeine stellen und das Ganze in die Hand nehmen.“

Trainer Heiko Vogel

GEPA/Mario Buehner

Heiko Vogel wartet noch auf Punkte mit Sturm Graz

Mahnende Worte gab es auch von Bickels Pendant bei Sturm Graz, Günter Kreissl. „Unsere letzten Leistungen sind nicht unser Anspruch. Ich erwarte von der Mannschaft eine absolute Einsatzbereitschaft“, erklärte der 43-Jährige. Duelle zwischen Rapid und Sturm sind laut Kreissl „Highlights in der Meisterschaft, eine coole Geschichte mit prickelnder Atmosphäre“.

Tipico-Bundesliga, 23. Runde

Samstag, 16.00 Uhr:

Rapid Wien - Sturm Graz

Allianz Stadion, SR Drachta

Mögliche Aufstellungen:

Rapid: Strebinger - Auer, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli - Ljubicic, Petsos - Ve. Berisha, Murg, Schobesberger - Joelinton

Sturm: Siebenhandl - Koch, Maresic, Schulz, Schrammel - Jeggo - Huspek, Hierländer, Zulj, Potzmann - Alar

„Was gibt es Geileres?“

Coach Vogel verspürt ebenfalls Vorfreude. „Was gibt es Geileres, als vor so vielen Zuschauern zu spielen? Das ist Fußball in Reinkultur“, meinte der Deutsche. Bis Freitagmittag waren rund 20.000 Karten verkauft, 1.500 davon gingen an Sturm-Fans. Theoretisch beträgt das Fassungsvermögen des Stadions für dieses Match rund 26.000, weil die nach den Derby-Vorfällen verhängten Blocksperren noch nicht wirksam sind.

Der Heimvorteil spricht für die Grün-Weißen, ein anderer Aspekt aber für Sturm, zumindest laut Vogel. „Wir haben viel weniger zu verlieren. Rapid muss gewinnen, um den Abstand zu uns zu verringern.“ Neun Punkte liegen die zweitplatzierten Steirer vor den drittplatzierten Hütteldorfern. Während Rapid vier Heimspiele sieglos ist, setzte es für Sturm in der Liga zuletzt drei 0:1-Niederlagen in Serie - bei zwei saß Vogel auf der Bank. „Wir brauchen noch Zeit, dürfen nicht die Ruhe verlieren. Das Ganze ist ein Prozess, die Natur macht keine Sprünge“, beschwichtigte Vogel.

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