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David hat keine Chance gegen Goliath

Red Bull Salzburg hat am Sonntag in der 23. Runde der tipico-Bundesliga in staubtrockener Manier einen 4:0-Pflichtsieg gegen Tabellenschlusslicht SKN St. Pölten eingefahren. Hannes Wolf (23. Minute) aus einem Elfmeter, Fredrik Gulbrandsen (67.), Jerome Onguene (75.) mit einem schönen Kopfball und Munas Dabbur ebenfalls mit einem Elfer (92.) sicherten dem Leader drei Punkte.

Damit baute der Titelverteidiger seinen Vorsprung auf Verfolger Puntigamer Sturm Graz auf sieben Zähler aus. St. Pölten hingegen fehlen mittlerweile bereits 13 Zähler auf den neunten Platz. Es war die sechste Niederlage für St. Pölten in Folge. Damit stellten die Niederösterreicher ihren eigenen Clubrekord ein. Die Elf von Trainer Marco Rose ist hingegen seit 26. Pflichtspielen ungeschlagen. Salzburg beschränkte sich im Duell mit dem Ligaschlusslicht auf das Notwendigste. Die nächsten schwierigen Aufgaben der „Bullen“ warfen ihre Schatten voraus.

3:0: Erstes Bundesliga-Tor von Onguene (75.)

Jerome Onguene verwertet den Eckball von Ulmer mit dem Kopf und erhöht damit auf 3:0 für Salzburg. Der französische Innenverteidiger macht sein erstes Bundesliga-Tor.

Große Aufgaben stehen bevor

Am Donnerstag kommt es in der Europa League zum Rückspiel gegen Real Sociedad, in dem ein 2:2 aus dem Hinspiel verteidigt werden muss. Am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins) steht der Ligaschlager gegen Puntigamer Sturm Graz auf dem Programm.

Takumi Minamino, am Donnerstag noch Torschütze zum späten 2:2 gegen die Basken, durfte von Beginn an spielen. Innenverteidiger Andre Ramalho wurde ebenso geschont wie Munas Dabbur und Xaver Schlager. Mittelfeldstammspieler Valon Berisha fehlte weiterhin wegen einer Hüftblessur.

Wenig Aufregung bis zum 1:0

Gegen spielstarke Spanier auswärts noch in der klaren Außenseiterrolle, waren es die „Bullen“, die am Sonntag gegen die Niederösterreicher der „Goliath“ waren. Doch Salzburg spielte mit angezogener Handbremse, selten einmal hatte der heimische Meister mit so wenig Tempo wie diesmal agiert. Großchancen waren in dem Spiel vor schütterer Kulisse daher rar. In der 15. Minute lag bei einem Kopfball von Duje Caleta-Car Torgefahr in der Luft.

Elfmeter: 1:0 für Salzburg durch Wolf (23.)

Hannes Wolf verwertet den Elfmeter nach einem Foul von Luan Leite da Silva und bringt Salzburg damit 1:0 in Führung.

Der Versuch war letztlich jedoch zu zentral angetragen, um St.-Pölten-Tormann Filip Dmitrovic gefährlich zu werden. Das Spiel ging hin und her, ohne für aufregende Szenen zu sorgen, ehe Luan in der 23. Minute im Strafraum Patrick Farkas am Leibchen zurückzog. Schiedsrichter Manfred Schüttengruber musste nach dieser ungeschickten Aktion auf den Elferpunkt zeigen, und Wolf verwandelte trocken zum 1:0.

St. Pölten findet keine Abschluss

St. Pölten hat alle bisherigen sieben Pflichtspiele gegen Salzburg verloren, in der laufenden Saison kassierte man auswärts ein 1:5 und zu Hause ein 1:3. Dass es vereinsintern derzeit rundgeht, dürfte die Herausforderung nicht kleiner machen. Seit Montag verlor man innerhalb von nur fünf Tagen erst Präsident Gottfried Tröstl durch Rücktritt. Dann trennte sich der Verein von Sportdirektor Markus Schupp.

Fredrik Gulbrandsen (RBS)

APA/Krugfoto

Fredrik Gulbrandsen im Anflug

Auch dem Feld war das Spiel der Niederösterreicher nur Stückwerk. Spielte sich die Elf von Oliver Lederer einmal bis zum gegnerischen Strafraum, was meist über den Ex-Salzburger David Atanga passierte, dann offenbarte sich eine eklatante Abschlussschwäche. 14 Offensivtore sind auch ein deutliches Zeichen dafür.

Gulbrandsen macht jede Spannung zunichte

Die Partie plätscherte vor nur 4.273 Zuschauern, der Saisonminusrekord liegt bei 3.922 Zuschauern für das Spiel gegen Mattersburg, bis zum Pausenpfiff dahin. St. Pöltens Michael Ambichl meinte im ORF-Pauseninterview dennoch: „Wenn wir den blöden Fehler (Elferfoul, Anm.) nicht machen, schaut es gar nicht so schlecht aus. Wir müssen ein bisschen mehr nach vorne machen und schauen, dass wir vielleicht mit einem Punkt heimfahren. So viele Chancen hatte Salzburg bis jetzt auch nicht.“

Gulbrandsen trifft zum 2:0 (67.)

Andreas Ulmer kürt sich mit seiner achten Vorlage zum besten Assistgeber der Liga. Er steht nach einem Fehler der gegnerischen Verteidigung alleine und spielt den Ball weiter an Gulbrandsen, der das 2:0 macht.

Zumindest St.-Pölten-Trainer Lederer hatte gute Erinnerungen an einen Salzburg-Ausflug am 27. November 2016. An diesem Tag fügte die Admira den „Bullen“ die bisher letzte Heimniederlage zu. Der Admira-Coach damals: Lederer. Einzig der Spielstand ließ so etwas wie Spannung aufkommen. Doch auch damit war bald Schluss. Salzburg eroberte den Ball, und Fredrik Gulbrandsen verwandelte einen Stanglpass von Andreas Ulmer sicher zum 2:0 (67.).

Klarer Sieg nach späten Toren

Das schönste Tor des Tages gelang dann nur wenige Minuten später Stuttgart-Leihgabe Onguene. Der 20-Jährige, der 2016 mit Frankreich U19-Europameister geworden war, schraubte sich nach einem Eckball von Ulmer in Höhe und erzielte mit einem platzierten Kopfball das 3:0 (75.). Es war sein erster Treffer in der Bundesliga.

Zweiter Elfmeter: Dabbur zum 4:0 (92.)

Munas Dabbur muss den finalen Elfmeter zweimal ausführen, trifft aber auch beim zweiten Schuss.

Die Partie war endgültig entschieden. Beide Teams beschränkten ihre Bemühungen in den Schlussminuten auf ein Minimum. Ein weiteres Tor sollte dennoch fallen. Dabbur verwertete in der Nachspielzeit einen Elfmeter nach Foul an Minamino, den der Israeli wiederholen musste, weil Salzburg-Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren, zum Endstand von 4:0 (92.).

Stimmen zum Spiel:

Marco Rose (Salzburg-Trainer): „Glückwunsch an meine Mannschaft, durch die gute Defensivleistung des Gegners war es nicht einfach, Räume zu finden und Torgefahr zu entwickeln. Wir haben uns aber den Sieg verdient, weil die Mannschaft geduldig geblieben ist und wenig zugelassen hat. Auch die Wechsel haben gefruchtet.“

Oliver Lederer (St.-Pölten-Trainer): „Wir haben in unserem Rahmen dagegengehalten. Das ist uns bis zum 2:0 gut gelungen. Schade um die Möglichkeit von Schütz. Wir haben uns viel besser verkauft, als es das Ergebnis vermuten lässt. Wir sind abgeschlagen Letzter, haben zuletzt viele Rückschläge einstecken müssen. Wenn man dann in Salzburg 0:2 hinten ist, ist es schon sehr, sehr schwer. Wir werden uns aber abschütteln und sofort wieder aufstehen.“

Sonntag:

Tipico-Bundesliga, 23. Runde

Sonntag:

Salzburg – St. Pölten 4:0 (1:0)

Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 4.273 Zuschauer, SR Schüttengruber

Torfolge:
1:0 (24.) Wolf (Foulelfer)
2:0 (67.) Gulbrandsen
3:0 (75.) Onguene
4:0 (92.) Dabbur (Foulelfer)

Salzburg: Walke - Farkas, Caleta-Car, Onguene, Ulmer - Samassekou - Yabo, Wolf (64./Dabbur), Haidara (79./Mwepu) - Gulbrandsen (85./Daka), Minamino

St. Pölten: Dmitrovic - Ingolitsch, Huber, Luan, Wessely - Rasner, Malicsek (54./Bajrami) - Schütz, Ambichl, Keles (79./Luxbacher) - Atanga (88./Pak)

Gelbe Karten: keine

Die Besten: Haidara, Farkas

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