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Krimi in WM-Quali knapp verloren

Österreichs Basketball-Herren sind am Sonntagabend zum Auftakt der Rückrunde in der Qualifikation zur WM 2019 (Gruppe G) gegen Serbien an einer Überraschung vorbeigeschrammt. Sie unterlagen dem Vizewelt- und -europameister sowie Olympiasilbermedaillengewinner von Rio de Janeiro im Multiversum Schwechat hauchdünn mit 81:82 (43:41). Rasid Mahalbasic (22) war erfolgreichster Scorer der Gastgeber.

Die rot-weiß-rote Auswahl erlebte ein „Auswärtsspiel“ in der Heimhalle. Denn unter den knapp 3.000 Zuschauern im Multiversum vor den Toren Wiens bildeten an die 2.000 Fans der Gäste die klare Mehrheit. Die Österreicher starteten zwei Tage nach der bitteren 64:78-Pleite gegen Georgien beherzt ins Spiel gegen den Weltranglistendritten. Sie boten dem Favoriten nicht nur Paroli, sondern führten nach etwas mehr als 14 Minuten überraschend 34:24, kurz darauf bei 41:31 (17.) noch einmal klar.

Ivan Paunic (SRB) und Enis Murati (AUT)

GEPA/Philipp Brem

Enis Murati und Co. zogen gegen Serbien knapp den Kürzeren

Das Gästeteam hielt zunächst vor allem durch den ehemaligen NBA-Center Miroslav Raduljica dagegen. Der Wurf von außen klappte noch nicht. Dennoch stand es zur Halbzeit „nur“ 43:41 für Österreich. Es roch nach der Sensation, als sich die Heimischen im dritten Abschnitt sogar auf 55:43 (14.) absetzten. Zwei Minuten später (58:49) kassierte Raduljica (zu diesem Zeitpunkt Topscorer der Gäste) sein viertes Foul. Die Serben waren gefordert und zeigten ihre Klasse. Ein 11:0-Run zwang Österreichs Coach Matthias Zollner noch im dritten Viertel zur zweiten Auszeit nach der Pause.

Sensation lag in der Luft

Nach 30 Minuten hieß es 66:63 für den Weltranglistendritten. Entschieden war noch nichts, ließen sich die Heimischen doch auch von dem 8:23 nicht aus der Bahn bringen, mit dem der dritte Abschnitt geendet hatte. Der bärenstarke Mahalbasic (holte auch neun Rebounds) brachte sein Team wieder voran (73:71, 34.). Vier weitere Punkte des Centers bedeuteten das 81:75 bei nur noch 3:11 Minuten auf der Uhr.

Aleksa Avramovic verwandelte einen „unmöglichen“ Dreier zum 82:81 aus Gästesicht. In den verbleibenden 22,9 Sekunden gelang den Heimischen nicht mehr der siegbringende Korb. „Heute hätten wir es wirklich verdient gehabt. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft“, sagte Coach Zollner. „Ich glaube, wir haben sehr gut gespielt. Wir haben nicht den Kopf weggeschmissen und konzentriert gespielt. Im Großen und Ganzen kann man mit der Leistung zufrieden sein, aber nicht mit dem Ergebnis.“

Im Parallelspiel der Gruppe G besiegte Deutschland die Auswahl Georgiens in Tiflis bereits am Nachmittag mit 87:77. Das DBB-Team behielt damit auch nach vier Begegnungen seine blütenweiße Weste. Im dritten und letzten Fenster der ersten Phase der WM-Qualifikation warten zwei Auswärtsspiele auf Österreich. Das Team muss nach Deutschland (29. Juni, Braunschweig) und Georgien (2. Juli, Tiflis).

WM-Qualifikation

Spielplan:
24.11.2017 Serbien Österreich 85:64
Deutschland Georgien 79:70
27.11.2017 Österreich Deutschland 49:90
Serbien Georgien 105:87
23.02.2018 Österreich Georgien 64:78
Deutschland Serbien 79:74
25.02.2018 Österreich Serbien 81:82
Georgien Deutschland 77:87
29.06.2018 Deutschland Österreich 85:63
Georgien Serbien 50:87
02.07.2018 Georgien Österreich 98:73
Serbien Deutschland 81:88

Gruppe G

Tabelle:
1. Deutschland 6 6 0 508:414 12
2. Serbien 6 4 2 514:449 10
3. Georgien 6 2 4 460:495 8
4. Österreich 6 0 6 394:518 6
Top Drei in der zweiten Runde

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