Themenüberblick

Kein Frust im Frost

Die Favoriten haben allesamt den Einzug ins Semifinale des österreichischen Uniqa-ÖFB-Cups geschafft. Nur Rapid hatte gegen Ried eine - im wahrsten Sinn des Wortes - Zitterpartie zu absolvieren. Bei arktischen Temperaturen im Allianz-Stadion stand den Hütteldorfern vor allem Glücksgöttin Fortuna in der entscheidenden Phase hilfreich zur Seite.

Temperaturen um minus zehn Grad verwandelten die Arena in Hütteldorf in einen Eiskasten. Zur Pause herrschte beim Großteil der 7.200 Zuschauer nicht nur deswegen frostige Stimmung. Rapid lag nach 45 Minuten 0:1 zurück und hatte bei drei Topchancen der Innviertler Glück, nicht das zweite Gegentor zu kassieren. Erst im Finish drehten Joelinton dank eines - aus Rieder Sicht umstrittenen - Elfmeters und Giorgi Kvilitaia binnen 87 Sekunden die Partie noch zugunsten der Hausherren um.

Rapid mit Glück weiter

Rapid müht sich gegen Ried ins Semifinale des ÖFB-Cups. Nach Rückstand konnten die Hütteldorfer das Spiel in der „Rapid-Viertelstunde“ noch in einen 2:1-Sieg drehen.

„Glück ist zurückgekommen“

Trainer Goran Djuricin machte keinen Hehl daraus, dass das Glück diesmal eine entscheidende Rolle beim Aufstieg ins Semifinale gespielt hatte. „Der Glücklichere hat gewonnen“, sagte Djuricin. Aus Sicht des Rapid-Coachs war es allerdings auch höchste Zeit, dass Fortuna mit seiner Elf ein Einsehen hatte: „Heute ist das Glück zurückgekommen, das wir davor nicht gehabt haben.“

Joelinton Cassio Apolinario de Lira (Rapid), Ilkay Durmus (Ried), Thomas Gebauer (Ried) und Kennedy Boateng (Ried)

GEPA/Christian Ort

Joelinton (l.) leitete mit seinem erfolgreichen Elfmeter die Wende zugunsten der Gastgeber ein

Der 43-Jährige war mit der Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte unzufrieden, sah aber nach dem Seitenwechsel eine Steigerung: „Spielerisch war die zweite Hälfte voll in Ordnung.“ Die drei hochkarätigen Chancen des Tabellenführers der Erste Liga begründete Djuricin mit dem verstärkten Offensivdrang von Rapid. „Dass man da in zwei, drei Konter läuft, ist fast normal“, sagte der Hütteldorfer Trainer.

Ried-Coach ärgert Elferpfiff

Die Rieder ließen ihre Gelegenheiten kurz nach der Pause teilweise fahrlässig aus. So brachte etwa Thomas Fröschl den Ball aus drei Metern nicht im leeren Rapid-Tor unter (54.). Die Strafe dafür folgte schließlich in der Rapid-Viertelstunde. Ried verpasste somit den vierten Sieg im vierten Cupduell mit den Grün-Weißen. So gab es ein aus der Bundesliga gewohntes Resultat: Die Innviertler haben in 40 Meisterschaftsauswärtsspielen gegen Rapid nie gewonnen.

Ried-Trainer Lassaad Chabbi

GEPA/Christian Ort

Ried-Coach Chabbi hatte in Hütteldorf viel Grund für Ärger

Auch diesmal gab es für Ried im Westen Wiens nichts zu holen - sehr zum Ärger von Coach Lassaad Chabbi. „Wir hätten 3:0 oder 4:0 führen können“, klagte der 56-Jährige über die vergebenen Großchancen. Mit Schuld an der Niederlage hatte aus seiner Sicht aber auch Schiedsrichter Markus Hameter. Der Handelfmeter zum Ausgleich hätte aus Chabbis Sicht nicht gegeben werden dürfen. „Den hat nur der Schiri gesehen“, sagte der Ried-Coach. Diese Entscheidung leitete das Ende aller Rieder Aufstiegsträume ein.

Selbstvertrauen für Schlager

Der Zweitligist hatte Rapid zumindest bis zu diesem Zeitpunkt voll gefordert, was laut Djuricin auch an einem zusätzlichen Regenerationstag für die Gäste lag. Zudem ortete der Wiener bei manchen Spielern zusätzlichen Druck aufgrund der Favoritenrolle. Am Ende aber zähle nur der Sieg. „Ich möchte nichts schönreden, doch im Cup ist das einzig Wichtige, zu gewinnen.“ Seine Mannschaft sei „körperlich und mental top“ gewesen, sagte der Hütteldorfer Trainer.

An den souveränen Auftritt in der Meisterschaft gegen den LASK vier Tage zuvor vermochten Djuricins Kicker jedoch nicht anzuschließen. Das lag für den Trainer aber auch an der Stärke des Gegners: „Ried ist für mich eine Bundesliga-Mannschaft. Aber dass wir nicht wie Barcelona gespielt haben, gebe ich zu.“ Am Sonntag beim Auswärtsmatch gegen Salzburg wird eine Steigerung vonnöten sein. „Jeder Sieg gibt Selbstvertrauen. Wir wissen, wenn wir alles reinhauen, ist viel möglich“, zeigte sich Djuricin für den Schlager optimistisch.

Links: