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Fünftes Edelmetall für Österreich

Ivona Dadic hat bei der Hallen-Weltmeisterschaft in Birmingham für eine kleine Sternstunde aus österreichischer Sicht gesorgt. Die 24-Jährige erkämpfte sich am Freitag Silber im Fünfkampf und holte damit ihr erstes Edelmetall bei einer WM. Dadic musste sich nur der Britin Katarina Johnson-Thompson geschlagen geben.

Dadic brachte es in den Disziplinen 60 m Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, Weitsprung und 800 m auf insgesamt 4.700 Punkte und musste damit Johnson-Thompson, die mit 4.750 Punkten einen Heimsieg feierte, nur um 50 Punkte den Vortritt lassen. Mit ihrem 2017 bei der Hallen-EM in Belgrad erzielten österreichischen Rekord von 4.767 Punkten hätte Dadic sogar Gold gewonnen. Bronze ging an Yorgelis Rodriguez aus Kuba, die es nach fünf Disziplinen auf 4.637 Zähler brachte.

Jubel

APA/AP/Alastair Grant

Für Dadic glänzte nach dem abschließenden 800-m-Lauf auch Platz zwei wie der WM-Titel

„Es ist unfassbar, dass ich das erreicht habe, die Medaille ist ein Traum. Ich weiß jetzt, dass ich an die Weltspitze herangekommen bin. Das gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft“, so Dadic. Die Silberne von Birmingham widmete sie ihrem vor neun Jahren bei einem Motorradunfall mit 18 Jahren verunglückten Bruder Ivan. Einen großen Anteil am aktuellen Erfolg hätten ihre Entscheidungen betreffend ihre Betreuer aus dem Vorjahr: „Jetzt weiß jeder, warum ich vier Trainer gebraucht habe. Das ganze Team hat mir sehr viel gebracht.“

Perfekter Start gibt Auftrieb

Dadic startete mit persönlicher Bestzeit von 8,32 Sekunden und Rang fünf über 60 m Hürden vielversprechend in den nicht mit allen Topstars besetzten Wettkampf. „Es hat sehr gut angefangen, darüber habe ich mich sehr gefreut, das war eine gute Basis.“ Im Hochsprung verbesserte sie sich mit 1,82 m an die vierte Stelle. Im Kugelstoßen schob sich die Welserin mit neuer persönlicher Bestmarke von 14,27 Metern auf Platz drei. Mit 6,40 Metern im Weitsprung setzte sie sich dann auf die Silberposition. „Das war ausschlaggebend, da habe ich gewusst, es ist möglich.“

Im abschließenden 800-m-Lauf (2:17,82 Min.) gab sie als Dritte hinter Johnson-Thompson (2:16,63) und Rodriguez (2:17,70) die Silberne nicht mehr aus der Hand. „Ich habe erst auf den letzten 100 Metern realisiert, dass ich Zweite geworden bin. Es war heute wichtig, dass ich mich immer fokussiert habe, dass ich einen Bewerb nach dem anderen die Konzentration gehalten habe“, sagte die Oberösterreicherin. Über 800 m war Dadic lange an der Spitze gelegen, „aber am Schluss ist mir dann etwas die Kraft ausgegangen. Das Gold hole ich mir dann hoffentlich irgendwann in den nächsten Jahren“, sagte die 24-Jährige.

Fünftes Edelmetall für Österreich

Für Dadic ist die Silberne in Birmingham die dritte Medaille bei einem Großereignis. 2016 gewann die Oberösterreicherin bei der Freiluft-EM Bronze im Siebenkampf und wurde im Vorjahr bei der Hallen-EM im Fünfkampf so wie diesmal Zweite. Ebenfalls in der vergangenen Saison belegte Dadic, die mit 6.417 Punkten den heimischen Rekord im Siebenkampf hält, bei der Freiluft-WM in London Rang sechs.

Die Silbermedaille der 24-jährigen Oberösterreicherin war die fünfte für Rot-Weiß-Rot in der Geschichte der seit 1985 ausgetragenen Hallen-WM. Den bis dato letzten rot-weiß-roten Indoor-WM-Podestplatz hatte Karin Mayr-Krifka 2004 mit Bronze über 200 m geschafft. Die Sprinterin war nachträglich auf Platz drei vorgerückt, nachdem der russischen Siegerin Anastasija Kapatschinskaja Doping nachgewiesen worden war. Davor hatten Klaus Bodenmüller im Kugelstoßen 1991, Stefanie Graf 2001 in Sevilla und 2003 ebenfalls in Birmingham über 800 m Silber gewonnen.

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