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Unantastbar in Kranjska Gora

Marcel Hirscher hat im Weltcup alles entschieden. Der Salzburger gewann am Sonntag in beeindruckender Manier den Slalom von Kranjska Gora und holte sich damit nicht nur zum fünften Mal die kleine Kristallkugel im Slalom, sondern auch zum siebenten Mal in Serie die große für den Sieg im Gesamtweltcup. Dem Norweger Henrik Kristoffersen blieb da wie dort wie so oft in dieser Saison nur der zweite Platz hinter Hirscher.

Nach seinem überlegenen Erfolg tags zuvor im Riesentorlauf war Hirscher auch im Slalom eine Klasse für sich und zu stark sogar für Kristoffersen, der 0,82 Sekunden schon in Lauf eins auf die Bestzeit Hirschers verlor. Im Finale ließ Hirscher als Letzter bei schwierigen Bedingungen auf der Podkoren-Piste nichts mehr anbrennen. Der 29-Jährige carvte trotz vollen Risikos sicher zu seinem zwölften Sieg in dieser Weltcup-Saison und dem insgesamt 57. seiner Karriere.

Marcel Hirscher liegt jubelnd im Schnee

Reuters/Borut Zivulovic

Jubelnd ließ sich Hirscher nach dem Triumph in Kranjska Gora in den Schnee fallen

Mehr als eine Sekunde voran

1,22 Sekunden lag Kristoffersen (14. Laufzeit im Finale) letztlich hinter Hirscher, der als Siebenter im zweiten Durchgang seinen Vorsprung sogar noch ausbaute. Dritter wurde der Schweizer Olympiazweite Ramon Zenhäusern (+1,61.). Die weiteren Österreicher kamen über eine Statistenrolle nicht hinaus. Marc Digruber wurde Zwölfter (2,96). Manuel Feller schied als Halbzeitelfter im Finale ebenso aus wie der Olympiadritte Michael Matt, der als Vierter noch das Podest im Visier gehabt hätte. Im Vorjahr hatte Matt in Kranjska Gora seinen bis dato einzigen Weltcup-Sieg gefeiert.

Herren-Slalom in Kranjska Gora

  • 1. Marcel Hirscher (AUT)
  • 2. Henrik Kristoffersen (NOR)
  • 3. Ramon Zenhäusern (SUI)

In den Weltcup-Wertungen sorgte Hirscher mit dem zwölften Saisonsieg für geordnete Verhältnisse und beantwortete zugleich die letzten offenen Fragen. Den Slalom-Weltcup führt er vor dem Weltcup-Finale in Aare in der übernächsten Woche uneinholbar 164 Punkte vor Kristoffersen an, im Gesamtweltcup liegt Hirscher 289 Zähler vor dem Norweger, der aufgrund fehlender FIS-Punkte beim Saisonfinale in Super-G und Abfahrt nicht startberechtigt ist und Hirscher daher nicht mehr gefährlich werden kann.

„Es war so schwer heute mit den Löchern und den Wannen. Ich wusste, dass Henrik wieder vorgelegt hat. Er lässt nicht locker. Die Zukunft gehört diesem jungen Mann. Das war ganz schön mühsam, weil ich immer noch einen drauflegen musste", sagte Hirscher im Ziel erschöpft. „Ich freue mich darauf, heimzufahren und das genießen zu dürfen. Ich muss mir selber Gedanken machen, wohin die Reise geht. Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr noch Weltcup fahre.“ Kristoffersen sagte: „Marcel ist der derzeit der beste Skifahrer. Für mich ist es okay, Zweiter zu sein.“

Bemerkenswerter Erfolgslauf

Umso bemerkenswerter sind Hirschers laufende Saisonerfolge wegen seines Knöchelbruchs im Sommer, der ihn wochenlang außer Gefecht gesetzt und die Vorbereitung auf die Olympiasaison empfindlich gestört hatte. Platz 17 beim Renncomeback im Slalom von Levi (FIN) sollte aber ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Jeden der folgenden Weltcup-Slaloms und -Riesentorläufe beendete Hirscher bei einem zweiten (Kitzbühel/Slalom) und einem dritten Platz (Val d’Isere/RTL) auf dem Podest. „Ich fasse es nicht, dass das möglich war“, sagte Hirscher.

Souverän zum Gesamtsieg

Mit dem Slalomsieg in Kranjska Gora holte der Salzburger Marcel Hirscher neben der kleinen Kristallkugel auch zum siebenten Mal in Folge den Gesamtweltcup.

Mit den Olympiasiegen von Pyeongchang 2018 in Riesentorlauf und Kombination schloss Hirscher zudem die letzte Lücke in seiner Erfolgskarriere, in der er sich zum erfolgreichsten österreichischen Skiläufer aller Zeiten vor Hermann Maier aufschwang. Einen weiteren Rekord könnte Hirscher noch beim Weltcup-Finale in Aare in der übernächsten Woche knacken: die Bestmarke von 13 Saisonsiegen, die Ingemar Stemark (SWE) und Maier halten. Hirschers letztes Ziel wäre dann Stenmarks Langzeitrekordmarke von 86 Weltcup-Siegen, sofern er so lange weiterfährt.

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