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Platz drei genügt

Mikaela Shiffrin hat am Freitag zum zweiten Mal den Gesamtweltcup gewonnen. Der 22-jährigen US-Amerikanerin genügte der dritte Platz im Riesentorlauf von Ofterschwang, um ihren Titel aus der Vorsaison zu verteidigen. Der Erfolg stand bereits Mitte des zweiten Durchgangs fest, nachdem Wendy Holdener (SUI) den zweiten Platz nicht mehr erreichen konnte.

Bei 603 Punkten Vorsprung auf die Schweizerin und nur noch fünf ausstehenden Rennen hätte der zehnfachen Saisonsiegerin aus den USA auch Platz sechs (40 Punkte) zum Gewinn ihrer zweiten großen Kugel gereicht. Der Sieg ging in 2:34,80 Minuten an die Norwegerin Ragnhild Mowinckel, die damit ihren ersten Weltcup-Sieg feierte.

Mikaela Shiffrin sichert sich Gesamtweltcup

Mit Platz drei im Riesentorlauf von Ofterschwang sichert sich Mikaela Shiffrin den Sieg im Gesamtweltcup.

Die zweitplatzierte Viktoria Rebensburg (GER/+0,66 Sek.) hat ein Rennen vor Schluss mit 92 Punkten Vorsprung den RTL-Weltcup so gut wie sicher. Aus heimischer Sicht durfte sich vor allem Ricarda Haaser als Vierte (+1,21) über ihr bestes Weltcup-Ergebnis freuen. Die 24-jährige Tirolerin erzielte im zweiten Durchgang sogar Laufbestzeit. Bernadette Schild als Elfte (+2,53 Sek.) und Anna Veith (15./+2,83) zeigten vor allem im zweiten Lauf gute Fahrten.

Damen-RTL in Lenzerheide

  • 1. Ragnhild Mowinckel (NOR)
  • 2. Viktoria Rebensburg (GER)
  • 3. Mikaela Shiffrin (USA)

Verhaltene Freude bei Shiffrin

Shiffrin kam auf die fünftbeste Laufzeit im zweiten Durchgang und war trotz des großen Erfolges im ORF-Interview sehr gefasst. Ihr Sieg im Gesamtweltcup hatte sich aufgrund ihrer Überlegenheit zu Saisonbeginn schon längere Zeit abgezeichnet: „Ich kann mein Gefühl jetzt nur schwer erklären. Es ist aber wirklich schön. Es war mental ein großer Kampf für mich, worauf ich meinen Fokus legen soll. Es war eine Erleichterung, dass die Olympischen Spiele vorbei waren.“

„Ich konnte mich wieder auf die restlichen Rennen der Weltcup-Saison konzentrieren. Dass ich vor Aare alles klarmachen konnte, ist ein Traum. Das Beste ist, dass ich jetzt befreit bin. Ich kann mich jetzt auf die kleinen Kristallkugeln fokussieren.“ Am Samstag (9.30 Uhr und 12.30 Uhr, live in ORF eins) kann Shiffrin auch die kleine Kugel im Slalom-Weltcup fixieren, hat sie doch 175 Punkte Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin Petra Vlhova (SVK).

Mowinckel feiert ersten Sieg

Für die Siegerin Mowinckel, die zuletzt bei Olympia in Pyeongchang Silber im RTL und in der Abfahrt geholt hatte, wurde „ein Traum wahr. Es ist wirklich etwas Spezielles. Ich hatte meinen ersten Podestplatz, meine ersten Olympiamedaillen und jetzt meinen ersten Sieg. Dafür habe ich wirklich eine lange Zeit gearbeitet, das ist so cool.“

Erster Weltcup-Sieg für Ragnhild Mowinckel

Nach zwei Silbermedaillen in Pyeongchang feiert Ragnhild Mowinckel im Riesentorlauf von Ofterschwang ihren ersten Weltcup-Sieg.

Haaser freut sich über Platz vier

Auch bei Haaser war die Freude über ihr bestes Weltcup-Ergebnis groß: „Ich habe mich schon riesig gefreut, dass ich nach dem ersten Durchgang Achte war. Ich wollte es dann nur nicht verbremsen, das ist mir richtig gut aufgegangen. Ich bin echt froh, dass ich jetzt so knapp dran bin. Ragnhild ist ein Stück davongefahren, aber beim Rest bin ich dabei.“

Haaser

APA/AFP/Christof Stache

Ricarda Haaser hätte beinahe Österreichs ersten Podestplatz bei den RTL-Damen seit zwei Jahren geschafft

Die Tirolerin erklärte im ORF, dass ihr die Bedingungen in Ofterschwang entgegenkamen: „Wir haben unter ähnlichen Bedingungen trainiert. Ich habe seit Beginn des Winters schon immer gute Leistungen gebracht, nur habe ich es im Rennen nicht runtergebracht. Vor dem zweiten Durchgang war ich echt locker.“

Veith mit Steigerung im zweiten Lauf

Veith konnte sich im zweiten Durchgang mit der drittbesten Laufzeit verbessern und stieß noch von Rang 28 auf den 15. Platz vor. Veith führte ihre Verbesserung auch auf ihre besser Startnummer im Finale zurück: „Es fällt mir im Moment noch leichter, auf so einer Piste vorneweg zu fahren, weil noch keine Spuren drinnen sind. Ich bin aber am Arbeiten, dass ich wieder weiter nach vorne komme.“

Bernadette Schild rückte von Rang 18 ebenfalls noch einige Plätze nach vor und klassierte sich schließlich als Elfte. Schild: „Natürlich ist es warm, aber es war schon ein sehr faires Rennen. Mein zweiter Durchgang war sehr passabel. Es war ähnlich wie im ersten Lauf. Da habe ich oben bei der zweiten Welle viel Tempo verloren, das habe ich besser gemacht. Unter dem Strich bin ich zufrieden.“

Vier Österreicherinnen im Finale dabei

Ein paar Punkte gab es auch für Eva-Maria Brem (24.) und Katharina Liensberger (27.). Stephanie Brunner schied in Lauf eins aus. Elisabeth Kappaurer, Carmen Thalmann, Julia Scheib und Katharina Truppe verpassten den Finaleinzug. Für das RTL-Weltcup-Finale sind neben Brunner (Sechste der Wertung) auch Haaser (14.), Schild (21.) und Kappaurer (25.) qualifiziert.

Im Slalom am Samstag gibt Michaela Kirchgasser ihren Abschied von der aktiven Karriere. „Der Rennanzug ist eingepackt. Ob es der wird, lasse ich offen“, sagte die Salzburgerin und hielt sich bedeckt, in welchem Outfit sie sich durch die Tore schwingen wird.

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