Themenüberblick

Duell um Abfahrtskristall bleibt offen

Thomas Dreßen hat in der Abfahrt von Kvitfjell seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Der Deutsche, der in Kitzbühel überraschend den ersten Karriereerfolg geholt hatte, setzte sich am Samstag 0,08 Sekunden vor dem Schweizer Beat Feuz durch. Dritter wurde der Norweger Aksel Lund Svindal (+ 0,17 Sekunden). Auf seinen ersten Heimerfolg in der Abfahrt muss der Olympiasieger nach einem zweiten und nun zwei dritten Plätzen damit weiter warten. Bester Österreicher wurde Vincent Kriechmayr als Neunter (0,67).

Dreßen ließ seinem Jubel freien Lauf. „Das fühlt sich sehr gut an und freut mich brutal, dass es so bald nach Kitz mit dem zweiten Sieg geklappt hat“, sagte der 24-Jährige, der in Beaver Creek als Dritter sein Potenzial davor schon angedeutet hatte. Sein Erfolgsrezept in Kvitjfell? „Ich habe die Tipps der Trainer versucht umzusetzen“, sagte Dreßen. Das sei ihm zu einem großen Teil gelungen. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten, aber fehlerfrei ist hier keiner runtergekommen.“

Dreßen gewinnt Abfahrt

Nach seinem Premierenerfolg in Kitzbühel legte der Deutsche Thomas Dreßen in Kvitfjell den zweiten Abfahrtssieg nach.

Der Kampf um die Abfahrtskugel blieb offen. Feuz war als Zweiter aber zufrieden, stellte er doch die Weichen auf Erfolg. Nach acht von neun Saisonabfahrten und drei Siegen führt der 31-Jährige nun 60 Punkte vor Svindal, der es in der laufenden Saison bisher auf zwei Abfahrtssiege gebracht hatte. Die Entscheidung um die kleine Kristallkugel fällt beim Saisonfinale in der kommenden Woche in Aare. Für Weltmeister Feuz wäre es die erste, für Svindal bereits die dritte Abfahrtskugel.

Beat Feuz (SUI) und Aksel Lund Svindal (NOR)

GEPA/Andreas Pranter

Das Abfahrtsduell Feuz (l.) gegen Svindal wird erst im letzten Rennen in Aare entschieden

„Ein unglaubliches Duell“

„Es ist wirklich ein unglaubliches Duell in dieser Saison. Svindal lässt in keinem Rennen eine Hundertstelsekunde liegen, und ich versuche immer dagegenzuhalten, so gut es geht“, sagte Feuz, der in Aare für die kleine Kristallkugel noch einmal Vollgas geben muss. Beruhigend seien die 60 Punkte Vorsprung jedenfalls nicht. „Ein Ausfall oder nur ein falscher Moment reicht, und schon könnte alles wieder anders sein“, sagte der Schweizer, der in Pyeongchang 2018 Abfahrtsbronze und Silber im Super-G erobert hatte.

Abfahrtsolympiasieger Svindal erklärte, dass er einen Sieg von Feuz im Kugelkampf verschmerzen würde. „Das ginge mehr als in Ordnung. Ich habe schon so viele Kugeln. Ich hatte eine super Saison, mit dem Knie und den Schmerzen hätte ich nie gedacht, dass solche Erfolge in dieser Saison wieder möglich sind“, sagte der 35-Jährige.

Kriechmayr bester Österreicher

Für die Österreicher klappte es auch im achten Saisonrennen nicht mit dem ersten Abfahrtssieg. Kriechmayr, der im Super-G von Beaver Creek den einzigen Speed-Sieg der ÖSV-Herren eingefahren hatte, blieb als Neunter deutlich davon entfernt. Der 26-Jährige erwischte als Testfahrer mit Nummer eins auch nicht alle Kurven und Wellen der Olympiastrecke 1994 nach Wunsch. „Unten bin ich dann zu viel auf Linie gefahren und habe die Ski zu wenig laufen lassen“, sagte Kriechmayr. „So kommt man nicht auf das Podest.“

ÖSV-Schlappe in Kvitfjell

Österreichs Herren kamen bei der Abfahrt in Kvitfjell über die Statistenrolle nicht hinaus.

Kaum besser erging es Hannes Reichelt, der im Jänner vor einem Jahr in Garmisch für den bisher letzten ÖSV-Abfahrtssieg gesorgt hatte. Der 37-Jährige schwang mit 0,88 Sekunden Rückstand als Zwölfter unmittelbar vor Max Franz ab, der zu viel riskierte und im Ziel mit 1,20 Sekunden Rückstand die Rechnung präsentiert bekam.

Herren-Abfahrt in Kvitfjell

  • 1. Thomas Dreßen (GER)
  • 2. Beat Feuz (SUI)
  • 3. Aksel Lund Svindal (NOR)

Reichelt war vom Rückstand nicht überrascht. „Ich habe mich oben einmal zu stark hineingelegt, da war der Speed weg. Die verlorene Zeit konnte ich bis ins Ziel nicht mehr aufholen. Aber der Grundspeed passt“, sagte Reichelt, der als Trainingschnellster die Hoffnungen auf den ersten ÖSV-Saisonsieg in der Abfahrt genährt hatte. Johannes Kröll büßte 1,38 Sekunden ein und wurde damit 15., Otmar Striedinger 24. (1,75).

Mayer nimmt zu viel Risiko

Super-G-Olympiasieger Matthias Mayer ging es zu forsch an, rutschte nach bester dritter Zwischenzeit in einer Kurve weg und aus dem Rennen. „Ein klassischer Innenskifehler, erst zu weit weg von der Linie, dann zu sehr draufgestiegen. Schon war ich weg. Schade, ich wäre gut dabei gewesen“, sagte der Kärntner. Christian Walder verlor als 32. ebenso wie Christopher Neumayer (36.) mehr als zwei Sekunden, bei Romed Baumann (46.) waren es deren fast drei.

Am Sonntag (11.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) geht es in Kvitfjell mit einem Super-G weiter.

Links: