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Kein Ausruhen auf 2:1-Polster

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag (21.05 Uhr) alle Trümpfe in der Hand, um erstmals ins Viertelfinale der Europa League einzuziehen. Die Tür zum Aufstieg gegen Borussia Dortmund haben die Salzburger mit einem 2:1-Auswärtssieg aufgestoßen. Trainer Marco Rose hält aber auch im Rückspiel in der ausverkauften Red Bull Arena einen Kraftakt für nötig.

„Wir müssen wieder ans Limit gehen“, sagte Rose am Mittwoch in der abschließenden Pressekonferenz, „für uns hat sich nur geändert, dass außen rum eine große Euphorie entstanden ist, ein großes Echo auch entstanden ist.“ Der Deutsche will bei allem Rummel rund um das bisherige Spiel des Jahres in Salzburg die Ruhe bewahren. „Ich weiß, was kommt, wenn wir es schaffen. Ich weiß aber auch, was kommt, wenn wir es nicht schaffen“, sagte der Salzburger Erfolgstrainer.

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„Wir wollen aktiv spielen“

Vor dem Rückspiel gelte alles, was vor dem Hinspiel auch gegolten hatte, betonte Rose. „Wir wissen, dass wir wieder auf eine Mannschaft mit hoher Qualität treffen, auch individueller Qualität. Wir wissen aber auch, dass wir gut sind“, so der 41-Jährige. Personell können die Salzburger aus dem Vollen schöpfen. Einzig Jungstürmer Patson Daka steht nicht zur Verfügung. Bei Dortmund fehlen weiterhin die vier Langzeitverletzten Shinji Kagawa, Andrej Jarmolenko, Erik Durm und Sebastian Rode.

Marco Rose

APA/Hans Punz

Rose schaffte es, seine Mannschaft im Hinspiel perfekt auf die Dortmunder einzustellen

Rose dürfte auf dieselbe Startformation wie beim sensationellen Coup im Signal Iduna Park vor einer Woche setzen. Taktisch wird die gewohnte Raute erwartet - mit dem im Hinspiel anfangs überraschend links im Mittelfeld aufgebotenen Neo-ÖFB-Teamspieler Xaver Schlager im Zentrum. „Ich kann sagen, dass wir morgen sicherlich nicht verwalten werden“, kündigte Rose an, „wir wollen angreifen und wir wollen aktiv spielen.“

UEFA Europa League, Achtelfinale

Rückspiel, Beginn 21.05 Uhr:

Salzburg - Dortmund

Red Bull Arena, SR Bastien (FRA)

Mögliche Aufstellungen:

Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Caleta-Car, Ulmer - Samassekou - Haidara, X. Schlager, V. Berisha - Hwang, Dabbur

Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer - Castro, Dahoud - Pulisic, M. Götze, Reus - Batshuayi

Hinspiel: 2:1

Alles andere würde auch der Kulisse nicht gerecht werden. Denn die fällt in die Kategorie rekordverdächtig. Die Red Bull Arena ist nicht nur erstmals seit vier Jahren ausverkauft, 29.520 Zuschauer sind auch Pflichtspielrekord in einem Heimspiel in Salzburg. „Ich glaube, dass es keinen Sinn macht, gegen so eine Mannschaft ein Spiel hinzulegen, das unserem Fußball nicht gerecht wird“, sagte Rose.

Dortmund hat was zu „reparieren“

Die Dortmunder haben zwar von ihren vergangenen elf Europacup-Spielen nur eines gewonnen. In den jüngsten zwölf internationalen Auftritten gelang dem BVB aber immer zumindest ein Tor. Für ein Weiterkommen in Salzburg bedarf es deren zwei. „Wir haben noch eine Möglichkeit, das zu reparieren“, sagte Dortmund-Trainer Peter Stöger. „Gelingt uns das, wird es wunderbar sein. Gelingt uns das nicht, wird es die nächste Diskussion geben.“ Auch um seine Person.

Stögers Vertrag läuft vorerst nur bis Saisonende. Ein Aus gegen Salzburg würde die Position des Wieners, der den Traditionsclub Mitte Dezember übernommen hatte, trotz elf Ligaspielen ohne Niederlage alles andere als stärken. In vier der vergangenen fünf Saisonen haben die Dortmunder im Europacup jeweils die Runde der letzten acht erreicht. Aktuell sind sie aber sieben internationale Auswärtspartien sieglos.

Stöger bleibt locker

„Wenn eine deutsche Mannschaft auf eine österreichische Mannschaft trifft, ist es klar, dass die deutsche Mannschaft als Favorit ins Rennen geht. Dieser Rolle wollen wir gerecht werden“, sagte Stöger am Mittwoch vor dem Abschlusstraining im Salzburger Stadion. „Wir haben ein gesundes Maß an Selbstvertrauen. Wir haben zwar das Hinspiel verloren, aber seit Mitte Dezember kein Bundesliga-Spiel mehr verloren.“ Er stellte aber auch klar: „Es ist kein Selbstverständnis und kein Selbstläufer gegen eine Mannschaft, die permanent Meister wird und international in der Europa League Erfolge feiert.“

Peter Stöger

APA/Franz Neumayr

Stöger nahm die Gerüchte über seine Zukunft bei der Abschluss-PK mit Humor

Auf Spekulationen über die Bedeutung der Partie für die anstehenden Gespräche, in denen es um die Verlängerung seines bis Sommer 2018 datierten Vertrages geht, reagierte er mit Humor: „Ich habe heute gelesen, dass es auch um meinen Job geht. Deshalb versuche ich, eine gute Pressekonferenz zu geben. Ich hoffe schon, dass wir uns weiterhin alle drei Tage messen können.“

Beeindruckende Heimbilanz

Ganz anders die Salzburger: Seit August haben sie 32 Pflichtspiele in Folge nicht verloren. 33 Heimspiele sind die „Bullen“ ungeschlagen, dazu 18 Partien im Europacup. Halten diese Serien, stehen sie als erster ÖFB-Club seit der Wiener Austria 2005 im UEFA-Cup in einem Europacup-Viertelfinale. Es wäre eine Sternstunde für den Salzburger Fußball - die größte seit dem Finaleinzug des Vorgängerclubs Austria Salzburg 1994 im UEFA-Cup.

„Wir sind sehr positiv gestimmt. Die Vorfreude ist auf jeden Fall da“, sagte Kapitän und Torhüter Alexander Walke. „Wir wollen unseren besten Fußball spielen und unsere beste Leistung bringen, dann sehe ich auch gute Chancen, dass wir in die nächste Runde kommen“, ergänzte sein Trainer Rose. Die Offensivqualitäten des deutschen Tabellendritten hatte seine Mannschaft schon im Hinspiel in Dortmund neutralisiert.

Rasen als Faktor?

„Ich gehe davon aus, dass die Dortmunder mit offenem Visier antreten werden“, sagte Rose. Einige Umstellungen in den Reihen des Gegners seien denkbar - zumal dieser vorne mit Marco Reus, Mario Götze, Andre Schürrle, Christian Pulisic oder Maximilian Philipp über zahlreiche Optionen verfüge. „Ich glaube, dass all das, was da auf dem Platz steht, enorme Qualität hat“, sagte Rose, „gegen die müssen wir uns verteidigen.“

Der Rasen, auf dem das passieren soll, war zuletzt schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Rose betonte die Bemühungen der vergangenen Tage. „Wir müssen es so nehmen, wie es kommt“, so der 41-Jährige. Walke sah das ähnlich. „So ein Teppich wie in Dortmund wird es wahrscheinlich nicht sein“, meinte der Torhüter. Darauf müsse man sich einstellen, denn „im Endeffekt müssen aber beide Mannschaften darauf spielen“.

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