Themenüberblick

„Werden uns bestätigen müssen“

Mit dem Saisonauftakt beginnt in Katar das zweite Jahr von KTM in der Königsklasse MotoGP. Nachdem schon beim Debüt WM-Punkte und Top-Ten-Plätze erreicht wurden, will sich der österreichische Hersteller nun erneut beweisen. „Die zweite Saison wird aber nicht leichter als die erste. Wir werden uns wieder bestätigen müssen“, sagte Teammanager Michael „Mike“ Leitner.

KTM ist auch 2018 in allen drei WM-Klassen vertreten. Die WM-Piloten in der MotoGP sind weiterhin der Spanier Pol Espargaro (26) und der Brite Bradley Smith (27).

Die Wintertestfahrten waren allerdings von einem heftigen Sturz Espargaros in Sepang überschattet. Der Moto2-Weltmeister von 2013 verpasste deshalb mehrere Testtage und geht nach einer Operation im Lendenwirbelbereich nicht ganz fit in den Saisonstart. „Da müssen wir noch etwas Geduld haben und schauen, wo er steht, speziell was seine Leistung über die Renndistanz betrifft“, sagte Leitner, der nicht erwartet, dass Espargaro am Sonntag in Losail schon 100 Prozent bringen kann.

„Der Crash war ziemlich übel“

Der Spanier erlitt bei seinem Sturz einen zunächst unbemerkten Riss des vierten Lendenwirbels und musste operiert werden. Normalerweise muss man danach zwei Monate pausieren, Espargaro saß bei den Abschlusstests in Doha aber schon wieder auf dem 250 PS starken Bike.

„Es ist schon viel besser. Aber wie es mir wirklich geht, werde ich erst in Doha wissen“, sagte Espargaro, und Leitner ergänzte: „Wir sollten happy sein, dass er überhaupt so fit ist. Der Crash war ziemlich übel. Pol hatte Riesenglück, und wir sind happy, dass er da ist.“ Dank Ersatzfahrer Mika Kallio konnte KTM die Wintertests nahtlos fortsetzen.

In Spielberg drei KTM-Piloten am Start

Auch 2018 wird man als Neuling noch einige Vorteile in Anspruch nehmen und bei mehreren Rennen - so auch beim Österreich-GP am 12. August - drei Fahrer einsetzen können. 2019 werden dann gleich vier RC16 aus Österreich am Start sein, weil das französische Tech-3-Team nächstes Jahr zu KTM wechselt.

Viele neue Teile integriert

Die aktuelle KTM ist einerseits eine Weiterentwicklung, andererseits aber gegenüber dem Vorjahr in praktisch fast allen Teilen neu. Die Motorentechnologie hatte man schon im Vorjahr umgestellt, der Stoßdämpfer setzt nun am Zylinderkopf an. Bei den letzten der dreiteiligen Vorbereitungstestfahrten kam man zuletzt in Katar bis auf 1,2 Sekunden an die Bestzeit heran.

„Wir werden uns zunächst also ungefähr dort bewegen, wo wir letztes Jahr waren“, glaubt Leitner. KTM-Sportdirektor Pit Beirer beschrieb die Situation so: „Wir sind zwar auf 1,2 Sekunden dran. Aber Johann Zarco (Yamaha, Anm.) ist in Katar sieben Zehntel schneller gefahren als die Vorjahres-Pole. Genau genommen gehst du also rückwärts.“

Auch kleine Schritte zählen

„Entwicklungssprünge wie im ersten Jahr sind aber nicht jede Saison abrufbar“, warnte Ex-Pilot August „Gustl“ Auinger. „Wenn es gelingt, öfter in die Top Ten zu fahren als 2017, hat das Team schon einen klaren Schritt nach vorne gemacht“, ist Auinger überzeugt. Leitner stellte zufrieden fest, dass man mit der Entwicklung der großen Teams wie Honda, Yamaha oder Ducati mitziehen konnte. „Wir werden aber vier Rennen abwarten müssen bis wir genauer sehen, wo wir wirklich stehen.“ Mit einer Sekunde Rückstand sei man früher Achter gewesen. „Heute ist die Klasse so eng geworden, dass sich 17 Fahrer innerhalb dieser Sekunde bewegen.“

Ob und wann die Bikes aus Mattighofen bzw. Munderfing auch in der MotoGP um Podestplätze oder Siege fahren können, bleibt abzuwarten. „Wir werden versuchen, dass das so schnell wie möglich geht“, versprach Leitner.

Links: