Sensationelle Premiere bei 35. Auflage
In der Vergangenheit waren mit Haile Gebrselassie und Paula Radcliffe bereits zwei Superstars beim Vienna City Marathon (VCM) am Start, bei der 35. Auflage am 22. April 2018 gibt es aber eine sensationelle Premiere. Mit dem Kenianer Dennis Kimetto läuft nämlich erstmals ein aktueller Weltrekordhalter die volle Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern in Wien.
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Kimetto hält mit 2:02:57 Stunden, gelaufen bei seinem Sieg in Berlin im September 2014, den Weltrekord und wird in Wien sein Marathon-Comeback geben. In Österreichs Hauptstadt macht der 34-Jährige nun Jagd auf den ebenfalls aus dem Jahr 2014 stammenden VCM-Streckenrekord des Äthiopiers Getu Feleke (2:05:41).
Veranstalter Wolfgang Konrad verkündete den bereits vor einiger Zeit fixierten Coup am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Erste Bank Campus in Wien. Der VCM will verstärkt internationale Aufmerksamkeit erregen, und da kommt Konrad und seinem Team die Verpflichtung des Topstars gerade recht. „Wien braucht Weltklasse, damit der VCM als Veranstaltung international stärker wahrgenommen wird. Für unser Motto ‚35 Jahre Theater der Emotionen‘ haben wir nun einen Hauptdarsteller, der herausragende Fähigkeiten mitbringt und alle Augen auf sich zieht“, sagte der ehemalige Weltklasse-Hindernisläufer. „Teilnehmer, Fans und Zuschauer können sich auf ein mitreißendes Rennen freuen.“
Bisher einziger Läufer unter 2:03 Stunden
Kimetto werde in Wien kein „inszeniertes Rennen“ absolvieren und auch nicht wie seinerzeit der Äthiopier Gebrselassie oder die britische Marathon-Weltrekordlerin Radcliffe den Halbmarathon laufen, sondern auf der klassischen Distanz antreten. Das freue Konrad „ganz besonders“.
Weltrekordhalter Kimetto startet bei Wien-Marathon
Der Vienna City Marathon holt zum 35. Jubiläum den regierenden Weltrekordmann: VCM-Veranstalter Wolfgang Konrad hat am Dienstag verkündet, dass Dennis Kimetto am 22. April mit dabei sein wird.
Kimettos Weltrekord ist die bisher einzige offizielle Marathon-Zeit unter 2:03 Stunden und hat in den letzten dreieinhalb Jahren mehrere Angriffe von hochkarätigen Läufern überstanden. Der Äthiopier Kenenisa Bekele (2:03:03), der Kenianer Eliud Kipchoge (2:03:05) und dessen Landsmann Wilson Kipsang (2:03:13) kamen der Marke nahe, konnten sie aber nicht unterbieten. Olympiasieger Kipchoge lief zwar im Mai 2017 auf dem Formel-1-Kurs in Monza für das Nike-Projekt „Breaking2“ mit 2:00:25 schneller, diese Zeit wurde vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) aber wegen unerlaubter Unterstützung (wechselnde Tempomacher) nicht anerkannt.
Rückkehr nach Verletzungsproblemen
Kimetto konnte in den letzten Saisonen - vor allem wegen gesundheitlicher Probleme - Leistungen auf diesem Niveau nicht erzielen. Er arbeitet aber ernsthaft an seinem Comeback: "Ich konnte wieder ohne Verletzungen trainieren. Ich glaube an meine Fähigkeiten und will in Wien eine starke Vorstellung zeigen. Wenn die Bedingungen stimmen, möchte ich den Streckenrekord brechen. Das Wichtigste ist, dass ich nach enttäuschenden Ergebnissen der letzten Jahre wieder ein gutes Resultat schaffe“, so Kimetto in einem Statement, das sein Manager Gerard van de Veen übermittelte.

Erste Bank/Alexander Zechmeister
Veranstalter Konrad, Kimetto-Manager van de Veen, Erste-Bank-Manager Mario Stadler und VCM-Rennleiter Gerhard Wehr
Der Niederländer, der Kimetto seit 2011 betreut, erläuterte beim Medientermin, wieso sein Schützling Wien einem Antreten bei den Major-Marathons in London oder Boston vorgezogen hat. Man habe entschieden, nicht dort anzutreten, wo man am meisten Geld bekomme, sondern dort, wo das beste Ergebnis möglich sei. Die bisherigen Zeiten hätten gezeigt, das man hier schnell laufen könne. Mindestziel dabei ist der vier Jahre alte Streckenrekord von Feleke.
Konrad erklärte dazu, man könne ein Rennen für Kimetto gestalten und um ihn herum bauen. Dazu sollen noch geeignete Pacemaker verpflichtet werden. Eine „One-Man-Show“ ist für den Veranstalter allerdings nicht das Ziel. Vielmehr solle das Spitzenfeld möglichst lange zusammen bleiben. „Wir wollen spannende Rennen haben“, beteuerte Konrad, der zum bereits 30. Mal an der VCM-Spitze steht.
Bühne für Comebacks und Superstars
Der VCM hat sich bereits mehrfach als Schauplatz erfolgreicher Comebacks einen Namen gemacht. In bereits fortgeschrittenem Läuferalter feierten Gidamis Shahanga aus Tansania (1990), Ahmed Salah aus Dschibuti (1997) und Moses Tanui aus Kenia (2002) in Wien spektakuläre Siege, die ihnen vor dem Antreten nur wenige zugetraut hatten. Nun könnte Kimetto diese Story von Wien als „Comeback-City des Marathons“ fortschreiben.
Nur den Halbmarathon liefen Gebrselassie als Sieger 2011, 2012 und 2013 und Radcliffe in einem Verfolgungsrennen mit Haile 2012. Erst nach ihrem Wien-Erfolg kürten sich die kenianischen VCM-Sieger Luke Kibet (2007) und Abel Kirui (2008) zu Marathon-Weltmeistern. Kirui holte WM-Gold 2009 und 2011 sowie Olympiasilber 2012.
Strecke und Bewerbe unverändert
Die Strecke durch Wien bleibt unverändert. Der Start erfolgt vor der UNO-City, der Zieleinlauf findet vor dem Burgtheater statt. Jeder Marathon-Finisher wird heuer erstmals auf der „Medal Plaza“ am Rathausplatz ausgezeichnet. An der größten Sportveranstaltung Österreichs nehmen alljährlich rund 40.000 Läufer und Läuferinnen teil.

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA
Die 42,195 Kilometer lange Strecke durch Wien bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert
Wie gewohnt gibt es gleichzeitig mit dem Marathon auch einen Halbmarathon und einen Staffelmarathon (vier Teilstrecken). Bereits am Vortag finden wie schon 2017 die Kinder- und Jugendläufe (2 bzw. 5 km) sowie die Staatsmeisterschaften im 10-km-Straßenlauf (5 km für U18) statt. Ebenfalls weiter mit dabei ist die Erste Bank. Die Kooperation zwischen dem seit 15 Jahren als Hauptsponsor fungierenden Institut und dem VCM wurde um drei Jahre verlängert.
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